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Journalist und Ex-Regierungssprecher Klaus Bölling ist gestorben

Klaus Bölling – Journalist, Publizist und ehemaliger Regierungssprecher – ist im Alter von 86 Jahren verstorben. Seine Zeit als Regierungssprecher war maßgeblich von den Terroranschlägen der RAF geprägt, Bölling galt außerdem als enger Vertrauter des damaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt.

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Klaus Bölling begann seine Karriere 1947 als Journalist beim Tagesspiegel und als Redakteur bei RIAS in Berlin. Später entwickelte er gemeinsam mit Gerd Ruge die ARD-Sendung „Weltspiegel“; von 1969 bis 1973 leitete er das ARD-Studio in Washington, bevor er zwischen 1973 und 1974 als Intendant von Radio Bremen tätig war.

1974 trat er seinen Dienst als Regierungssprecher und Leiter des Bundespresseamtes unter dem damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt an. Seine Amtszeit war vor allem geprägt durch die Terroranschläge der Rote Arme Fraktion (RAF), während der Entführung des Lufthansa-Flugzeuges Landshut im Jahr 1977 war er die Kontaktperson zu den Entführern.

Vier Jahre später, im Februar 1981, wurde Klaus Bölling Ständiger Vertreter der Bundesrepublik der damaligen DDR. Bereits ein Jahr später kehrte er allerdings in das Amt des Regierungssprechers zurück und war in dieser Position bis zum Ende der sozialliberalen Koalition 1982 tätig. In den darauf folgenden Jahren arbeitete er wieder hauptsächlich als Journalist.

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Wie wichtig Bölling für den damaligen Bundeskanzler Schmidt war, verdeutlicht Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart in einer kleinen Anekdote in seinem Morningbriefing. So hätte ihn der Kanzler vom Posten des Ständigen Vertreters der Bundesrepublik in der DDR mit folgenden Worten zurück an die Spitze des Bundespresseamts gelockt: „Klaus, Sie müssen meinen Abgang illuminieren.“ Weiter schreibt Steingart: „Bölling folgte. Das Beleuchterhandwerk verstand er wie kein zweiter. Schmidt blieb Schmidt. Aber Bölling setzte ihm einen Heiligenschein auf.“

Am 02. November 2014 bestätigte das Auswärtige Amt in Berlin seinen Tod. „Die Nachricht vom Tod von Klaus Bölling, die mich gerade eben im fernen Indonesien erreicht hat, macht mich sehr traurig“, sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier. „Der ‚Deutsche Herbst‘ 1977 hat im kollektiven Bewusstsein der Bundesrepublik Deutschland tiefe Spuren hinterlassen. Auch in diesen wirklich schwersten Momenten und unter allergrößtem Druck hat Klaus Bölling mit seiner ruhigen Art und großen Glaubwürdigkeit Vertrauen geschaffen.“

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