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12 Mio. Euro Netto-Gewinn: Sky schreibt nun auch unterm Strich schwarze Zahlen

Wer hätte das vor einigen Jahren gedacht: Sky Deutschland schreibt unterm Strich schwarze Zahlen (12 Mio. Euro Nettogewinne) und marschiert auf die 4 Mio.-Abonnenten-Marke zu. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2014/2015 präsentiert sich die einstige Geldverbrennungsmaschine aus den Überbleibseln des untergegangenen Kirch-Imperiums fit wie nie. Mit Sky Online und Sky On Demand bringt Sky-Chef Brian Sullivan zudem Abwehrmaßnahmen gegen die neuen Konkurrenten um Netflix & Co in Stellung. Die Frage ist: Reicht das?

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Bei Sky in Unterföhring dürften mal wieder die Champagnerkorken knallen. Pay-TV boomt mittlerweile in Deutschland. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2014/2015 konnte Sky den operativen Gewinn (EBITDA) um sagenhafte 86% auf 54 Mio. Euro steigern. Der Umsatz kletterte um 10% auf 431 Mio. Euro. Noch wichtiger: Die Zahl der direkten Abonnenten stieg um 26% auf über 3,9 Mio. Damit ist die magische 4-Mio-Marke in Sichtweite. Für Sky ist das wie wahr gewordene Science Fiction. Früher mal musste der Pay-TV-Anbieter strampeln, um auf die 3 Mio. Abonnenten zu kommen. Und der Umsatz pro Kunde ist trotz des Wachstums mit 34 Euro auf hohem Niveau geblieben. Will heißen: Das Abo-Achstum wurde nicht mit windigen Billig-Angeboten erkauft, wie einst beim Sky-Vorgänger Premiere unter Georg Kofler.

Also alles eitel Sonnenschein in Sky-Land? Ja, aber. Mit Netflix, Amazon Instant Prime Video und Maxdome gibt es Mitspieler im Kampf um die Zeit der Zuschauer, die nach neuen Regeln spielen. Der Trend geht eindeutig in Richtung On Demand TV. Zuschauer wollen immer mehr Inhalte auf Knopfdruck zur Verfügung haben. Pay-TV entwickelt sich eindeutig weg vom linearen TV. Sky merkt das natürlich und reagiert. War die Online-Videothek Sky Snap mit dem Dumping-Preis von 3,99 Euro pro Monat noch ein klares Instrument zur Markt-Verstopfung macht Sullivan mit Sky Online und Sky On Demand nun Ernst.

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Snap wird bei Sky Online integriert sein,mit dem Online-Dienst wird Sky deutlich Preis-aggressiver und flexibler, was die Abo-Laufzeiten betrifft und damit auch konkurrenzfähiger. Sky On Demand wird ein aufgebohrtes Sky Anytime, bei dem endlich alle Inhalte des Mobil-Dienstes Sky Go auch auf dem großen TV verfügbar gemacht werden. Damit beseitigt Sky eines der größten Mankos im eigenen Angebot. Sky wird mit den neuen Angeboten sicher ein gutes Stück attraktiver und moderner. Aber die Pay-TV-Plattform bleibt teuer. Die Verbreitung über Satellit kostet, zudem unterhält Sky einen aufwändigen Marketing-Apparat und kauft so gut wie alle Erstaustrahlungsrechte.

Sky ist damit der Premium-Anbieter unter den Pay-Angeboten. Die Frage ist nur: Wie viele Leute sind bereit, den dafür aufgerufenen Premium-Preis zu zahlen. Mit Sky Online kannibalisiert Sullivan sicher das Haupt-Geschäft mit den (teuren) normalen Sky Abos. Für ihn ist das immer noch besser, als dass die Kundschaft mittelfristig zu Netflix und Co. abwandert. Das bedeutet aber auch: Wenn Sky mit den neuen (günstigeren) Angeboten Kunden halten kann, sinkt automatisch wieder der Umsatz. Sky hat es nach vielen Jahren erstmals geschafft, einen operativen Gewinn zu erwirtschaften. Und schon steht wieder beinharter Wettbewerb vor der Tür, der künftige Gewinne schmälern oder auffressen könnte. Es bleibt hart im Pay-TV-Geschäft.

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