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Wie Medienhäuser mit fremden Viralseiten auf Facebook ihren Traffic aufpumpen

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Reichweiten sind die wichtigste Währung im Online-Marketinggeschäft. Gepaart mit einer guten Zielgruppe lässt sich so eine Seite monetarisieren. Wie diese Reichweite zustande kommt, ist für Werbekunden nicht unbedingt ersichtlich. Laut OnlineMarketingRockstars.de kaufen etliche deutschen Verlage billige Klicks bei Viralseiten.

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Diese Seiten heißen „Die 22 lustigsten SMS aller Zeiten“ oder „Kann dieses Brezel mehr Fans haben als Tokio Hotel“ und verfügen über hunderttausende Fans. Diese macht FaceAdNet, eine Mannheimer Agentur spezialisiert auf Facebook-Werbung, offenbar zu Geld, indem Beiträge von anderen Seiten geteilt werden.

Dabei erzeugen die Seitenbetreiber den Eindruck, als handle es sich um typische Viral-Postings: Das Bild ist gewollt mysteriös angeschnitten, die Headline klingt reißerisch, verrät dennoch nichts. Etwa „GENIAL!! DAS ist doch mal eine GUTE Aktion von ihm!!“ oder „Sie ist die erfolgreichste Frau des Jahres“. Damit sind die Beiträge darauf getrimmt, einen Klick auf die nachfolgende Webseite zu erzeugen. Kommt dieser zustande, fließt Geld.

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Etwa auch auf die Seite von OK! der Mediengruppe KLAMBT. Denn die Links sind unter anderem mit Kampagnen-Codes (z.B. ?utm_campaign=nxh964&utm_medium=fan&utm_source=facebook) versehen, die das Tracking der Traffics erleichtern.

Wie OnlineMarketingRockstars.de herausgefunden hat, betreibt FaceAdNet diese Seiten nicht nur, sondern schaltet zusätzlich auch Werbung mit den Beiträgen, die auf die Seiten von Bauer, Burda, Klambt und ProSiebenSat.1 verlinken. Der Clou: Die Kosten für Kontakte auf Facebook liegen weitaus niedriger als die verkaufte Reichweite auf den Seiten, die die Viralschleudern mit Traffic versorgen. Der TKP auf Facebook liegt durchschnittlich bei 47 Cent, bei den Verlagswebseiten werden schnell schon einmal rund 50 Euro fällig. Eine riesige Marge. Der Vorwurf: Billige Reichweite wird teuer verkauft.

Wie hoch diese Reichweite sind, dazu gibt es keine zuverlässigen Zahlen. Allerdings scheint es sich um ein Phänomen zu handeln, dessen sich auch Facebook selbst bewusst ist. Denn de facto liefert das Social Network momentan günstigen Traffic, der viel teurer verkauft wird. Wohl auch aus diesem Grund ist ein Modell im Gespräch, wonach Facebook selbst in seiner Mobil-App die Seiten von Publishern betreiben und vermarkten würde. Der Werbeerlös würde dann geteilt werden, berichtet die New York Times.

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