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Prozess gegen Middelhoff: Staatsanwälte fordern drei Jahre und drei Monate Haft

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Im Prozess gegen den ehemaligen Arcandor-Chef Thomas Middelhoff hat die Staatsanwaltschaft drei Jahre und drei Monate Haft wegen schwerer Untreue beantragt. Das erklärten die Ankläger am Donnerstag in ihrem Plädoyer vor dem Essener Landgericht. Der Manager soll seine Treuepflichten verletzt und dem inzwischen pleitegegangenen Konzern geschadet haben.

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Hauptsächlich geht es um Flüge mit Chartermaschinen, die von Arcandor bezahlt wurden, aber nach Auffassung der Ankläger zur Gänze oder teilweise privaten Zwecken dienten. Middelhoff soll demnach die frühere Karstadt-Mutter „nach Gutdünken“mit Kosten belastet haben, die lediglich seinen zahlreichen externen Nebentätigkeiten gedient hätten, sagte Staatsanwalt Helmut Fuhrmann am Donnerstag in seinem Plädoyer vor dem Essener Landgericht.

Bei Reisen, die sich um Arcandord-Belange und private Angelegenheiten zugleich gedreht hätten, hätten die Kosten aufgeteilt werden müssen. So auch bei Reisen nach New York, wenn Middelhoff zu Treffen des Aufsichtsrates der New York Times besucht hätte. Bei einem Trip in den Big Apple seien Kosten von 91.500 Euro entstanden.

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Der Ex-Arcandor-Manager soll der Firma knapp eine Million Euro schulden. In den Plädoyers wird deutlich, in welchem Ausmaß Middelhoff seine Reisekosten auf das angeschlagene Unternehmen abgewälzt haben soll. So habe er einmal einen Charterflieger nur deswegen leer von Köln nach Boston fliegen lassen, um ein paar Stunden früher ins Wochenende starten zu können. Auch Flüge in sein Feriendomizil in Saint-Tropez in Südfrankreich ließ er dienstlich abrechnen. Middelhoff hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

Die Forderung: Die Kosten für Flüge zwischen dem Wohnsitz in Bielefeld und dem Arbeitsplatz in Essen müssten von ihm privat getragen werden. Denn dem Manager hätten jederzeit ein Dienstwagen mit Fahrer und eine Dienstwohnung zur Verfügung gestanden. „Wohnt man zu weit weg, oder sind die Verkehrswege schlecht, dann muss man umziehen“, sagte der Staatsanwalt. Von seinem Finanzvorstand hätte Middelhoff dies schließlich auch erwartet. Insgesamt konnte die Anklage dem 61-Jährigen 44 Fälle von Untreue nachweisen.

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