Anzeige

Facebook: Schwacher Ausblick und hohe Ausgaben verschrecken Wall Street

Facebook1.jpg

Obwohl Facebook eine blitzsaubere Bilanz für das abgelaufene Quartal präsentieren konnte, kollabierte die Aktie doch noch in der anschließenden Analystenkonferenz. Der Grund: Finanzchef David Wehner ließ durchblicken, dass die Umsätze im so wichtigen Weihnachtsquartal nicht so stark zulegen werden wie erwartet. Zudem will Facebook im nächsten Jahr kräftig investieren und dafür keine Kosten scheuen.

Anzeige
Anzeige

Keine Frage: Internetaktien haben es schwer in dieser Quartalssaison. Google? Hat enttäuscht. Amazon? Wurde nach einem größeren Verlust als erwartet förmlich zerlegt. Twitter: Dasselbe Bild auf kleinerem Niveau. Und nun erwischt es auch noch den zweitwertvollsten Internetkonzern der USA.

Man muss es wohl einen KO in der Nachspielzeit nennen: Dabei hatte Facebook bei der Bilanzvorlage alles richtig gemacht – und wurde dann doch so hart abgestraft wie zuvor Twitter und Amazon. Der Grund: Wie so oft steckte der Teufel im Detail – im Ausblick. Den gewährte Finanzchef David Wehner jedoch erst in der anschließenden Telefonkonferenz: Lediglich um 40 bis 47 Prozent sollen die Umsätze im so wichtigen Weihnachtsquartal noch zulegen, nachdem es im gerade abgelaufenen Quartal noch 64 Prozent waren.

Gewinne fast verdoppelt

Erlöse in Höhe von stolzen 3,2 Milliarden Dollar konnte das weltgrößte Social Network im abgelaufenen Dreimonatszeitraum bereits ausweisen – vor einem Jahr waren es noch genau 2 Milliarden Dollar. 2,96 Milliarden Dollar erlöste Facebook inzwischen schon durch Werbung – zwei Drittel davon bereits über mobile Endgeräte. 264 Millionen Dollar brahcte der Konzernbereich Payments ein.

Anzeige

Netto blieben unterdessen 806 Millionen Dollar hängen, ein immenser Zuwachs von 90 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. „Das war ein gutes Quartal mit starken Ergebnissen“, freute sich Konzernchef Mark Zuckerberg. Auch das Nutzerwachstum entwickelte sich erfreulich: Mit monatlich 1,35 Milliarden aktiven Mitglieder konnte Zuckerberg 14 Prozent mehr User präsentieren als im Vergleichszeitraum im Vorjahr.  864 Millionen Nutzer loggen sich sogar täglich bei Facebook ein.

„2015 wird das Jahr der großen Investments“

So weit, so gut – wäre da nur nicht die Telefonkonferenz gewesen. Nicht nur der Ausblick aufs Weihnachtsgeschäft verschreckte Investoren, auch die Ankündigung, im kommenden Jahr kräftig investieren zu wollen, schockte Anleger. „2015 wird das Jahr der großen Investments“, erklärte Finanzchef David Wehner und ließ dabei durchblicken, dass die Ausgaben in nächsten Jahr um „50 bis 70 Prozent“ steigen könnten.

Steigende Kosten, sinkende Gewinne – Börsianer kennen die Gleichung und reagierten reflexartig mit fast panikartigen Verkäufen. In der Spitze um mehr als 10 Prozent kam die Facebook-Aktie im nachbörslichen Handel unter den Hammer und fiel unter 73 Dollar zurück, ehe Schnäppchenjäger zugriffen.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*