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Quartalszahlen: Twitter verschreckt schon wieder Investoren

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Der Höhenflug für den Kurznachrichtendienst Twitter an der Börse scheint erneut zu Ende. Die bislang kurze, aber extrem volatile Börsekarriere des Social Media-Lieblings ist um Kapitel reicher. Allerdings um kein gutes: Nach Vorlage der neusten Quartalsbilanz rauscht die Twitter-Aktie zweistellig in die Tiefe. Es hapert erneut an neuen Nutzern… 


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War es nur der Höhenflug des WM-Sommers? Nach dem starken Juli-Quartal feierten Anleger Twitter, wie sie den Social Media-Liebling schon zu Börsenbeginn gefeiert hatten – mit deutlich anziehenden Kursen. Dazwischen lang jedoch ein spektakulärer Absturz von 75 auf nur noch 29 Dollar in gerade einmal fünf Monaten.

Twitter berappelte sich in der Folge wieder, doch nun schlägt das Pendel wieder nach unten aus: Die Twitter-Aktie rauscht an der Wall Street schon wieder kräftig nach unten. 11 Prozent sind die Anteilsscheine des acht Jahre alten Internet-Unternehmens nach Handelsschluss plötzlich schon wieder weniger wert, nachdem die Aktie bereite im Handelsverlauf um 3 Prozent an Wert eingebüßt hatte.

Umsätze ziehen um 114 Prozent an, aber…

Wie kommt der neuerliche Kurseinbruch zustande? Es ist das alte, neue Wall Street-Problem, das so viele hochgewettete Internet-Unternehmen bei Vorlage ihrer Quartalsbilanzen alle drei Monate wieder einholt: Sie können den hohen Erwartungen der Analysten einfach nicht gerecht werden.

Dabei legte Twitter ein Zahlenwerk vor, das den Konsens der befragten Analysten traf: Die Umsätze zwischen Juli und September legten um enorme 114 Prozent auf 361 Millionen Dollar zu – und damit besser als von Analysten vorhergesagt (Schätzungen: 351 Millionen Dollar). „Wir hatten ein sehr starkes Quartal“, fand CEO Dick Costolo.

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Twitter hat immer noch nicht nachgewiesen, dass es nachhaltig Geld verdienen kann

Doch die Wall Street sah das anders. Der Grund für die Skepsis liegt im kaum vorhanden Nachweis der Profitabilität. Nur nach Non-GAAP-Bilanzierungsstandard konnte Twitter ein symbolisches Plus von 7 Millionen Dollar oder 1 Cent je Aktie ausweisen. Nach dem international üblicheren GAAP-Bilanzierungsstandard, der auch Ausschreibungen und andere Kompensationszahlungen wie Aktienoptionen umfasst, verbrannte der 140-Zeichen-Dienst indes mit 175 Millionen Dollar fast die Hälfte der Summe seiner Umsätze.

In anderen Worten: Selbst schön gerechnet, ist Twitter weiter den Beweis schuldig geblieben, dass es wie der große Rivale Facebook echtes Geld verdienen kann – der Abstand nach Nutzerzahlen vergrößert sich ohnehin immer weiter. 284 Millionen aktive monatliche Nutzer konnte Twitter per Ende September ausweisen – ein Plus von 13 Millionen Mitgliedern gegenüber dem Vorquartal bzw. ein Plus von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt.

Aktionären geht das Wachstum damit viel zu langsam: Sie trennten sich nach Handelsschluss reflexartig von ihren Papieren, die nun nur noch bei 43 Dollar notieren – dem schwächsten Stand seit dem letzten Quartalsbericht vor drei Monaten…

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