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Apple killt den iPod Classic: 10 Verbeugungen vor der Gadget-Ikone mit dem Clickwheel

„iPod, therefore I am“ – das war einmal …
"iPod, therefore I am" - das war einmal ...

Heimlich still und leise, hat Apple den guten, alten iPod Classic mit Clickwheel aus dem Sortiment genommen. Der Ur-iPod machte MP3-Player erst richtig populär, legte den Grundstein fürs iPhone und gilt zu recht als Design- und Technik-Ikone. MEEDIA verabschiedet sich von dem iPod Classic.

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1. Die erste iPod-Präsentation von Steve Jobs

Obwohl viele es glauben, war die Präsentation des ersten iPods 2001 kein “One more Thing”. Jobs hatte speziell zur Präsentation des iPods geladen, der ganz im Mittelpunkt einer der berühmtesten Apple-Keynotes stand. Aus heutiger Sicht wirken die Spezifikationen des ersten iPod eher drollig: 1.000 Songs, keine Fotos, kein Video. Aber damals war es eine Sensation …

2. Der erste iPod TV-Spot

Bei der Präsentation zeigte Jobs auch die allererste iPod-TV-Anzeige, die noch ohne die später eingeführten Farbflächen und Schattenfiguren mit den hervorgehobenen weißen Kabeln auskam.

3. Die weißen Kopfhörer

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Mit dem iPod begann bei Apple der Fimmel, alles mögliche in reinem Weiß zu gestalten. Auch die Kopfhörer und Kabel des iPod waren traditionell ganz in Weiß gehalten. Bis heute sind die iPhone-Kopfhörer weiß. Die weißen Hörer avancierten zu Zeiten des alten iPod schnell zum Status-Symbol. An den weißen Bändeln waren iPod-Besitzer schon von weitem zu erkennen. Die weißen Kabel dienten auch in den poppig-bunten iPod TV-Spots und Plakaten stets als Erkennungszeichen. Heutzutage haben die weißen Kabel als Alleinstellungsmerkmal schon lange ausgedient.

4. Das Clickwheel

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Bahnbrechende neue Apple-Produkte zeichnen sich jedesmal auch durch eine revolutionäre neue Bedienung aus. Beim ersten iPod war es das Clickwheel. Das Drehrad, mit dem man in Windeseile durch hunderte Songs blättern konnte, verschaffte dem iPod zudem sein charakteristisches, Waschmaschinen-artiges Aussehen. Genial war auch der beruhigende Klicker-Sound, den das Clickwheel beim Drehen von sich gab. Eine Meisterleistung in Sachen Haptik und intuitiver Bedienung.

5. Der iPod Mini

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2004 begann Apple die iPod-Linie zu erweitern und erfand den iPod Mini in bunten Farben. Dem Mini war nur eine kurze Lebensdauer gegönnt, bereits ein gutes Jahr später wurde der Mini durch den noch kleineren iPod Nano ersetzt. Trotzdem war der Mini als erster iPod-Ableger ein Meilenstein und mit den verschiedenen Farben machte Apple erstmals einen Schritt hin zum Mode-Gadget.

6. Der iPod Photo

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Noch so ein Kurzstreckenläufer war der iPod Photo, den es 2004 zu kaufen gab. Es war der erste iPod mit buntem Display, der auch Fotos darstellen konnte (aber noch keine Videos!). Der iPod Photo war eine Art Premium-Version des iPods der 4. iPod-Generation. Es war der erste iPod, der mehr konnte, als nur Musik abspielen. Steve Job hatte sich lange dagegen gewehrt, dass das Konzept des iPods als reinrassiger Musicplayer verwässert wird. Aber die Kundschaft verlangte einfach nach mehr. Mit der 5. iPod Generation wurde der iPod Photo nur acht Monate nach seiner Einführung auch schon wieder eingestellt. Die neue iPods hatten alle ein Farb-Display, konnten Fotos darstellen und nun auch Videos abspielen. Der iPod wandelte sich zum Multimedia-Gerät.

7. U2, der iPod und die Werbung

Eine besonders inniges Verhältnis zu Apple und dem iPod hatte von Anfang an die Rockband U2. Es gab einen schwarz-roten iPod als U2-Special-Edition, der den gesamten Katalog der Iren gespeichert hatte. Und U2 machte gerne Werbung für den kleinen Kasten. Die Beziehung von U2 zu Apple besteht bis heute. Bei der Vorstellung der jüngsten iPhones “verschenkte” Apple das aktuelle U2-Album an iTunes-Nutzer. Was nicht bei allen auf Begeisterung stieß …

8. Der iPod-iPhone Witz

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2007 begann das Totenglöcklein für den iPod Classic zu läuten. Steve Jobs präsentierte der Welt das iPhone mit Touch-Display. Dabei zeigte er als erstes Foto einen iPod mit Wählscheibe statt Clickwheel. Der Scherz nahm vorweg, dass der gute, alte iPod ab sofort ein Auslaufmodell war.

9. Eine Pest namens iTunes

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Hä!?

Fest verwoben mit dem iPod war von Anfang an iTunes – das Programm, mit dem Apple-Nutzer ihre Musiktitel verwalten konnten und das Musik-Bibliotheken zwischen Apple Computer und iPod synchronisierte. Am Anfang war iTunes wie der iPod: genial einfach und einfach genial. Aber je mehr der iPod konnte, desto problematischer wurde iTunes. Spätestens als der iPod auch Fotos und Videos darstellen konnte, mutierte iTunes von einer digitalen Musik-Bibliothek zum Medien-Alles-Verwalter auf dem stationären Rechner. Filme, Serien, Apps, Musik, zwischendurch sogar ein Social Network (Ping), alles wird mit iTunes verwaltet. Zwischen Digitalen Copyrights, Leihfristen und verschiedenen Accounts mit verschiedenen Zugansnamen, die auf verschiedene Dateien zugreifen können, blickt man schon lange nicht mehr so Recht durch. iTunes hat sich vom nützlichen Organisationshelferlein in einen digitalen Bürokraten-Alptraum verwandelt, den Apple scheinbar selbst nicht mehr so Recht im Griff hat. Eine General-Entrümpelung wäre überfällig.

10. Die Wandlung zum “iPod Classic” und der Anfang vom Ende

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Kurz nach der Vorstellung des iPhone erblickte folgerichtig auch der iPod Touch das Licht der Welt. Der Touch-Bldschirm war dem Clickwheel in jeder Hinsicht überlegen. Nach den Regeln des Digital-Darwinismus setzte nun das Sterben des iPod Classic mit Clickwheel ein. Für Nostalgiker behielt Apple den iPod Classic noch erstaunlich lange im Programm. Erst jetzt erklärte Tim Cook auf einer Konferenz des Wall Street Journal, dass man das Gerät aus dem Sortiment genommen habe.

Ruhe sanft, lieber iPod Classic …

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Alle Kommentare

  1. Er tut´s immer noch: mein erster Classic mit üppigen 15 gb in weiß läuft noch immer (zwar nur am Netz und nicht mit Akku…) und meine Anderen stehen ihm in Nichts nach. Nur ich schau jetzt dumm aus der Wäsche, denn mit meinen satt 10.000 Titeln weiß ich wirklich nicht, wohin. Die 160 gb waren schlicht genial, alles drauf, mit der Anlage verbunden, gefühlter unendlicher Hörgenuss. Jetzt muss ich doch vorab sortieren, was ich hören will.

    Ich fand den Classic auch schlicht robuster. Die lange Laufzeit gibt mir da Recht. Warum hat man das nicht mit Ansage machen können, so daß ich mir noch ein paar Exemplare hätte bunkern können?

    Alle Fotos und alle Musiktitel und Hörbücher im Urlaub… nun muss ich wohl doch den imac mitschleppen… schade!

  2. Viel schlimmer ist, dass kein iPod-Touch die Speicherkapazität des Classics hat. Was machen jetzt all die Leute, die eine größere Musiksammlung haben?

  3. In Memoriam… Der sechs Jahre alte Classic tut es immer noch, während der drei Jahre jüngere iPod-Touch schon längst den Akku-Tod gestorben ist. Vielleicht war früher doch alles besser 😉

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