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Amazons dreifache Enttäuschung: Quartals-Umsatz, Ausblick, Fire Phone

Amazon-Gründer Jeff Bezos
Amazon-Gründer Jeff Bezos

Jeff Bezos reizt das Vertrauen seiner Aktionäre aus: Amazon erlaubte sich den Luxus, im vergangenen Dreimonatszeitraum ein Minus von knapp einer halben Milliarde Dollar einzufahren – mehr als Analysten erwartet hatten. Die Umsätze blieben ebenso unter den Erwartungen zurück wie der Ausblick. Mehr noch: Bezos bestätigt, was Beobachter des Mobilfunkmarktes längst ahnten – das Fire Phone ist ein dicker Abschreibungsposten.

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Das Spiel geht in die nächste Runde. Seit Jahren schert sich Amazon-Chef Jeff Bezos nicht um Gewinne in der Gegenwart. Abgerechnet wird in der Zukunft. Entsprechend hatte Bezos seine Aktionäre vor drei Monaten auf die nächste Quartalsenttäuschung eingestimmt: Im Dreimonatszeitraum zwischen Juli und September würde kräftig investiert und dafür Verluste in Kauf genommen werden, stellte der 50-jährige Firmengründer im Juli klar.

Die Reaktion der Börse fiel seinerzeit wie heute aus: blankes Entsetzen. Nach Verkündung der September-Bilanz brach die Amazon-Aktie im nachbörslichen Handel crashartig um 34 Dollar oder 11 Prozent auf nur 279 Dollar ein. Der weltgrößte Online-Einzelhändler notiert damit an der Wall Street auf dem tiefsten Stand seit über einem Jahr und hat seit Januar bereits saftige 30 Prozent an Wert verloren.

Dreifache Enttäuschung: Umsatz, Ausblick, Fire Phone
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Die Börse reagiert immer ungeduldiger aufs Bezos’ Zukunftswetten. In der Gegenwart nämlich vergrößert sich das Minus in immer erstaunlicheren Dimensionen: Happige 437 Millionen Dollar verbrannte der nach Google und Facebook drittwertvollste US-Internetkonzern zwischen Juli und September netto. Mit zusätzlichen Kosten für Aktienoptionen belief sich das Minus operativ sogar auf 544 Millionen Dollar oder 0,95 Dollar je Aktie. Die befragten Analysten hatten nur mit einem Minus von 0,74 Dollar je Anteilsschein gerechnet.

Auch beim Umsatz wurden die Wall Street-Schätzungen verfehlt. Mit 20,58 Milliarden Dollar – ein Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum – blieb Amazon unter den Konsens-Prognosen von 20,84 Milliarden Dollar. Noch düsterer sah es beim Ausblick auf das so wichtige Weihnachtsquartal aus:  Die konzerneigenen Schätzungen von 27,3 bis 30,3 Milliarden Dollar lagen doch deutlich unter den Erwartungen der Börse, die bei 31,03 Milliarden Dollar gelegen hatten.

Die Enttäuschung auf ganzer Linie vervollständigte Bezos’ Eingeständnis, dass das mit großen Ambitionen im Sommer gelaunchte Fire Phone wie Blei in den Regalen liegt. Eine Abschreibung von 170 Millionen Dollar nahm Amazon jetzt vor, unverkaufte Smartphones im Wert von 83 Millionen Dollar lagern zudem weiter im Handel.

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