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Spiegel fällt am Kiosk trotz DVD mit Mauerfall-Titel durch

Spiegel-Chefredakteur Wolfgang Büchner und Heft 38/2014
Spiegel-Chefredakteur Wolfgang Büchner und Heft 38/2014

Geht die Ära der DVD-Beilagen allmählich zu Ende? Zumindest den großen Magazinen helfen solche Zusätze immer seltener. Neuestes Beispiel: Der Spiegel. Trotz der Doku-DVD "Das andere Deutschland - Eine Biografie der DDR" blieb er mit seinem Heft 38/2014 ("Einigkeit und Mut und Freiheit") am Kiosk unter seinen Normalwerten.

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240.970 Abnehmer fand Der Spiegel mit dem Start seiner Revolutions-Serie am Kiosk. „Einigkeit und Mut und Freiheit“ lautete die Zeile, darunter wurde mit den Worten „Spiegel-Serie über die sieben entscheidenden Tage der Revolution von 1989“ auf die Serie hingewiesen. Dass die Einzelverkaufszahl klar unter den aktuellen Durchschnittswerten der vergangenen 12 Monate (253.000), bzw. drei Monate (256.000) blieb, deutet darauf hin, dass das Thema „25 Jahre Wende“ die Deutschen relativ kalt lässt. Verstärkt wird der Eindruck dadurch, dass auch die DVD-Beilage nicht sonderlich verkaufsfördernd wirkte. Angesichts der hohen Kosten für ein solches Gimmick wird sich Der Spiegel in Zukunft sicher noch genauer überlegen, wann so eine DVD beigelegt wird. Insgesamt, also inklusive Abos, Bordexemplaren, Lesezirkeln, etc. wurde Der Spiegel 854.780 mal verkauft, darunter 49.925 mal per ePaper.

Der Focus sprang mit seiner Ausgabe 38/2014 hingegen über seine Normalwerte. 86.724 Leute griffen in Kiosken, Supermärkten, etc. zu – normal waren in den vergangenen 12 Monaten 80.000, in den jüngsten drei Monaten 81.000. Gelungen ist dieser kleine Erfolg mit der Schlagzeile „So werden Sie Eigentümer“ und der Unterzeile „Haus & Wohnung: Alle wichtigen Regeln für den Immobilienkauf“. Im Gesamtverkauf erreichte der Focus eine Zahl von 513.759, darunter 15.422 ePaper.

Auch der stern blieb mit seiner neuesten IVW-Einzelverkaufszahl leicht über dem Soll: Heft 39/2014 fand hier 229.721 Interessenten, ein paar mehr als im 3-Monats-Durchschnitt (229.000) und deutlich mehr als im 12-Monats-Durchschnitt (217.000). Das Titelthema war hier „Vom Glück, mal allein zu sein – Warum die Seele Pausen braucht“. Das Heft lag damit auch über den Zahlen der vorigen drei Wochen. Insgesamt kamen 768.254 Käufer zusammen.

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Kennen Sie schon unser Cover-Check-Tool? Damit können Sie jederzeit sehr flexibel die vergangenen und aktuellen Einzelverkäufe von Spiegel, stern und Focus analysieren.

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Alle Kommentare

  1. Die Berichterstattung über die Ukraine, die hat dem Blatt sehr geschadet.
    Die Mauer schreckt nicht mehr ab. Neoliberale Pressespiegel und -meldungen gibt es genug da muß man nicht auch noch etwas dafür bezahlen. Da reißt es auch die DVD nicht mehr heraus. Zumal im Zeitlauf die DDR einer anderen Betrachtungsweise unterzogen wird. Das Schreckensgespenst ist Tod geritten. Angesichts steigender Mieten, prekärer Arbeitsverhältnisse immer stärkerem Sozialabbau und privatisierungen spart man sich dann halt das Geld für das Blatt. Und die lautesten Verkünder dieser Projekte sassen und sitzen in der Spiegelredaktion. Das rächt sich eben.

    1. Lieber Otmars,
      das stimmt a b s o l u t nicht! Nicht ´angesichts der steigenden Mieten, präkerer Arbeitsverhältnisse … spart man´. Es hat einen anderen Grund: Die Menschen haben durch jahrelanges „Geiz ist geil Bombardement“ verlernt, dass Qualität etwas Geld kostet. (Die Elektromarkt-Kette sollte verklagt werden für die Werbekampagne – und die Agentur den Werbe-Oskar erhalten).
      Alle wollen Qualität aber – Entschuldigung – fressen Billigmist (ein Kilo Fleisch für 6.90 € kann nur Schei… sein oder zu existenzberohlichen Bedingungen „hergestellt“ worden sein), wollen alles zum halben Preis, laufen jedem Sonderangebot kilometerweit nach, Tanken 2 Cent billiger und stehen dafür kostbare Lebenszeit im Tankstellenstau. Nicht etwa, weil sie das Geld nicht hätten. Sondern, weil es immer noch hipp ist, ein Schnäppchen gemacht zu haben. Vollirrsinn. Wir machen diese Volkswirtschaft damit nachhaltig kaputt. Und sind stolz auf´s Schnäppchen. Na bravo!

      1. Mit Ihrer Ansicht haben Sie teilweise Recht. Diese Geiz ist Geil Mentalität gibt es. Aber in Folge dieser Haltung hat sich im EH immer mehr die Prekäre Beschäftigung breit gemacht und nicht nur dort. Die Schnäpchenjäger sind die Billiglöhner von morgen. Mir ging es aber vor allem um was anderes. Ich kenne den Spiegel seit 48 Jahren und habe ihn gerne und intensiv gelesen. Ich lasse ihn am Kiosk liegen. Gründe sind Leitartikel und Titelblätter, wie das mit den Flugzeugopfern in der Ukraine die ich für Geschmacklos halt. Der Spiegel kannt die Täter schon, obwohl noch keine Berichte über die Täter vorlagen -bis heute nicht vorliegen. Zynisch war das Heft das sich der Vorsorge für das Alter widmete. Denn wer kaum genug hat hier über die Runden zu kommen, wie soll er / sie es schaffen zu Riestern. Wobei die private Riester Rente keine Rendite abwirft. PR Infos aufzupuschen und zu garnieren ist eben zu wenig. Sie schreiben zu Recht wir sparen uns zu Tot. Bestes Beispiel die Schuldenbremse der öffentlichen Hand. Aber eine Kritik daran suche ich im Spiegel und den anderen Medien der Bertelsmann / Springer etc. Publikationen vergeblich.
        Kritischer Journalismus findet bei den Publikumsverlagen kaum noch statt.

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