Anzeige

Monica Lewinsky: „Ich war der erste Mensch, dessen Reputation durch das Internet zerstört wurde“

Monica-Lewinsky.jpg
Monica Lewinsky bei einer Konferenz vom Forbes Magazine

Es ist die zweite Karriere der wohl berühmtesten Praktikantin der Welt: Monica Lewinsky will es wissen. Die inzwischen 41-jährige Amerikanerin sprach gestern auf dem "30 under 30 Summit", einer vom Wirtschaftsmagazin Forbes veranstalteten Business-Konferenz. Zeitgleich trat Lewinsky Twitter bei und setzte ihren ersten Tweet ab.

Anzeige
Anzeige

Monica Lewinsky sprach gestern zum allerersten Mal in ihrem Leben vor einem größeren Publikum. 16 Jahre liegen hinter der Enthüllung der Affäre mit dem ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton, die ihr Leben so fundamental verändern sollte. „Ich war der erste Mensch, dessen Reputation komplett durch das Internet zerstört wurde“, erklärte Lewinsky vor etwa 1000 Zuhörern in Philadelphia in ihrer streckenweise emotionalen Rede.

„Es gab damals noch kein Facebook, Twitter oder Instagram“, erinnerte die Ex-Praktikantin noch einmal an die Internet-Landschaft im Jahr 1998. „Aber es gab Klatsch-, Unterhaltungs- und Newsseiten mit Kommentarspalten, und auch Emails konnten schon weitergeleitet werden“, stellte Lewinsky klar.

„Der erste wirkliche Social Media-Moment“

„Meine Geschichte ging um die Welt. Es war ein virales Phänomen, das – so könnte man es nennen – der erste wirkliche Social Media-Moment war“, versucht die Ex-Praktikantin dem medialen Umgang mit der Affäre zumindest etwas Historisches abzugewinnen.  Vor allem der Blog Drudge Report hatte sich seinerzeit auf Lewinsky eingeschossen.

„Ich starrte auf den Computer und sagte immer wieder: OMG! Das ist so aus dem Zusammenhang gerissen, wie können sie nur so was schreiben?“, beschreibt Lewinsky ihr Ohnmachtsgefühl, das in dem wiederkehrenden Mantra gipfelte: „Ich möchte sterben.“

Anzeige

Sprecher- und Twitter-Debüt

Lewinsky überwand die permanenten öffentlichen Bloßstellungen und hat nun eine Mission – über Diskriminierungen im Internet („Cyberbullying“) aufzuklären. „Nachdem ich die Sache überlebt habe, möchte ich jetzt anderen Bloßgestellten helfen“, erklärte Lewinsky in der 25-minütigen Rede. „Ich möchte mein Leiden für einen guten Zweck einsetzen und damit einen Sinn in meiner Vergangenheit finden.“

Der proaktive Umgang mit der eigenen Vergangenheit kam beim Publikum auf dem „30 under 30 Summit“ gut an – Lewinsky bekam auf der von Forbes veranstalteten Business-Konferenz stehende Ovation. Zugleich nimmt Lewinsky, die ihr öffentliches Comeback nach über einem Jahrzehnt des Schweigens in einem ausführlichen Interview mit Vanity Fair im Mai gegeben hatte, den Handlungsstrang zu ihrem öffentlichen Image selbst in die Hand: Seit gestern twittert sie.

„#Auf gehts“, lautete der erste Tweet der Ex-Praktikantin, die in den ersten 12 Stunden gleich 30.000 Follower einsammelte.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*