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Treffen sich zwei Springer-Manager. Rezensiert der eine das Buch vom anderen …

Was war denn diese Woche bloß wieder los?
Was war denn diese Woche bloß wieder los?

Der Springer-Manager Pit Gottschalk rezensiert im Internet das Buch des Springer-Managers Christoph Keese und gibt jungen Journalisten “Tipps”. Tobias Fröhlich wuselt als Apple-Sprecher durchs Bild. Die FAZ verlangt überhöhte iPad-Preise, bei Sky herrscht Basar-Mentalität und Claus Kleber ist auf Twitter verstummt. Unser Wochenrückblick.

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Pit Gottschalk war mal Chefredakteur bei Sport Bild. Schon seit längerem ist er Manager für Irgendwas bei Axel Springer. Mal schnell nachgucken: Ah, ja. Managing Director für Content Management. Oder so. Diese Manager bei Axel Springer finden erfreulicherweise auch noch Zeit, das eine oder andere Projekt nebenher zu betreuen. Der Christoph Keese zum Beispiel, ist Executive Vice President bei Springer und nebenher hat er die Zeit für das Pro-Leistungsschutz-Blog “Presseschauder”, das er – natürlich – rein privat betreibt. Oder er schreibt ein Buch über seinen Ausflug ins Silicon Valley. Und der Pit Gottschalk macht nebenher eine Website, auf der er Bücher von Journalisten bespricht. Zum Beispiel das vom Christoph Keese. Wie praktisch. An den obligatorischen Disclaimer hat Gottschalk allerdings gedacht. Textprobe aus der Gottschalk-Rezi zum Keese-Buch: “Wer das Buch lesen lesen (sic!): Das Buch gewährt einen Blick in die Zukunft der Wirtschaft sowie der Technologie in den nächsten Jahren. Für diejenigen, die sich einen tiefgründigen Bericht über das Silicon Valley, die Gründer sowie Erfinder und die wirtschaftlichen Auswirkungen des Silicon Valleys, vor allem auch im Vergleich zu Europa vorstellen, ist dieses Buch ideal geeignet.” Pit Gottschalk betreibt auch die Seite pit-gottschalk.de auf der er jungen Journalisten “Tipps” gibt. U.a. hat er da eine seiner Präsentationen, die er offenbar an der Hamburg Media School hielt, als Slideshare hinterlegt. Aus dieser Präsentation stammt diese Grafik, die in EINEM Bild erklärt, wie dieser ominöse “Content”, von dem alle reden, so produziert wird. Die mit Abstand beste, weil lustigste Info-Grafik des Jahres. Weiter so!

Bildschirmfoto 2014-10-17 um 11.21.56

A propos Springer. Hat eigentlich der ehemalige Bild-Sprecher Tobias Fröhlich schon seinen neuen Job als the Voice of Apple angetreten? Ja, hat er. Hier ist der Videobeweis:

Jetzt achten Sie mal nicht auf das iPad-Gelaber im Vordergrund. Im Hintergrund sehen sie Tobias Fröhlich emsig, emsig im blütenweißen Hemd hin und herwuseln und lieben Kollegen beim Wischen auf dem iPad assistieren. Scheint sich wohl zu fühlen im neuen Job. Hier noch ein Schnappschuss:

IMG_0275

So ein iPad wird von manchem Verlag auch gerne als Dreingabe für ein Abo hergenommen. Das sind dann so Kombi-Angebote, bei denen man monatlich einen etwas höheren Preis zahlt und zur digitalen Zeitung gleich noch das iPad dazubekommt. Ganz schön modern. Was aber, wenn das vermeintlich günstige Angebot am Ende teurer ist, als so ein iPad ohne Abo? Der Blogger Christian Buggisch hat aufgeschrieben, dass er sich ausgerechnet hat, was ihn das vermeintliche Schnäppchen-Abo für angebliche kluge FAZ-Köpfe kostet. Ziemlich viel. Das iPad zusammen mit der digitalen Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung war nämlich teurer als ein ganz normal gekauftes iPad ohne Abo. Und das, obwohl die FAZ-Abo-Werbung suggerierte, dass man hier ein Mords-Schnäppchen macht.

Womit wir bei Medienunternehmen und ihrer Kunden-Pflege wären. Fast ein Jahr lang habe ich nun den vollen Preis für ein Sky-Abo gezahlt. Nicht gerade wenig Geld. Und ich fühle mich vera…lbert. Kürzlich mal in einschlägigen Foren rumgeschaut, was da so geht bei Sky mit Preisnachlässen und verbilligten Abos. Aber hallo, da geht so Einiges. Im Internet gibt es ganze Listen mit verbilligten Sky-Abo-Preisen und Tipps, wie man in den Verhandlungen mit den Call-Center-Menschen am meisten Rabatt raushandeln kann. Zur Not zum Vorgesetzten durchstellen lassen usw. Dabei stolperte ich über das unschöne Wort “Vollzahler”. So ein Vollzahler ist für Sky sicher prima. Der ruft nicht an, der schmutzt nicht, macht keinen Ärger und überweist jeden Monat schön viel Geld. Wieso nur muss ich beim Wort Vollzahler jetzt immer an Vollidiot denken? Das Sky-Abo ist jedenfalls gekündigt. Auf Basar-Gehabe habe ich keine Lust.

Was ist eigentlich mit Twitter-Gott Claus Kleber los? Sie wissen schon, den Mann vom ZDF, der immer so schief dasteht und so schräg twittert. Der letzte Tweet von Crazy-Claus datiert vom 11. September (Huhu, Kopp-Verlag, merkste was!?) und war ein gepflegtes Broder-Bashing.

Davor raunzte Kleber am 23. August völlig zu Recht Johannes B. Kerner an.

Seither: Funkstille. Kleber, bitte, bitte kommen Sie zurück zu Twitter! Wir können doch nicht nur von Diek- und Böhmermann-Tweets leben!

Neulich habe ich mich an dieser Stelle darüber ausgelassen, dass in so mancher Pressemiteilung arg verschwurbelt dahergeschwätzt wird. Dabei braucht es nur ordentlich Wut im Bauch und schon kann auch die Pressestelle erfrischend klartextlich formulieren. Siehe diese aktuelle Überschrift einer Pressemitteilung der Deutschen Bahn AG:

Bildschirmfoto 2014-10-17 um 14.58.16

Schönes Wochenende!

PS: ARD und ZDF sollen nach dem Willen der Ministerpräsidenten nun im Internet so ein Jugendingsbums machen. Und so stellt sich die ARD offenbar die Zielgruppe vor:

Und wenn die groß sind, gibt’s ein Zwangsabo für die Apotheken-Umschau.

PPS: Einen haben wir noch:

 

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  1. Womit wir bei Medienunternehmen und ihrer Kunden-Pflege wären. Fast ein Jahr lang habe ich nun den vollen Preis für ein Sky-Abo gezahlt. Nicht gerade wenig Geld. Und ich fühle mich vera…lbert. Kürzlich mal in einschlägigen Foren rumgeschaut, was da so geht bei Sky mit Preisnachlässen und verbilligten Abos

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