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Netflix mit 26 %-Börsencrash nach Quartalszahlen und HBO-Webstart

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Die Party ist erst mal zu Ende: Netflix, eine der stärksten Internet-/ Medienaktien der vergangenen Jahre, kam nach Vorlage der neusten Quartalszahlen nach Handelsschluss an der Wall Street fürchterlich unter die Räder. Der Auslöser: Der Abonnentenzuwachs verläuft nicht so schnell wie von Analysten erhofft. Zudem kündigte der beliebte US–Pay-Sender HBO den Start eines Streaming-Dienstes an. Netflix-Aktien büßten mehr als ein Viertel ihres Wertes ein.

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Der massive Einbruch an der Wall Street beschleunigt sich. Die Weltbörsen brachen gestern erneut ein und fielen von New York bis Frankfurt auf den tiefsten Stand des Jahres. Besonders hart betroffen: Internet- und Techaktien. Während Apple-, Microsoft-, Google-, und Facebook auf Mehrmonatstiefs abtauchten, erhöhte sich vor allem der Verkaufsdruck von Überflieger-Aktien wie GoPro. Nach Handelsschluss ging es dann aber richtig zur Sache.

Im Mittelpunkt: der Streaming-TV-Anbieter Netflix, die wohl größte Erfolgsgeschichte der vergangenen Jahre unter den sogenannten Momentum-Aktien der Internetbranche – extrem beliebte Wachstumswerte, die von Investoren in immer schwindelerregendere Höhen gezockt werden. Carl Icahn machte seinem Ruf wieder einmal alle Ehre, als er in Netflix auf Anraten seines Sohnes Brett – selbst Hedgefondsmanager –  investierte und seinen Einsatz binnen 14 Monaten verfünffachte, ehe er den Einsatz halbierte.

Weniger Abonnenten als erhofft

Einer der spektakulärsten Kursstürze des laufenden Börsenjahres tat Icahn auf diese Weise nur halb so weh – Netflix brach nach Handelsschluss an der Wall Street um enorme 119 Dollar von 449 auf nun nur noch 330 Dollar ein – ein Absturz von mehr als 26 Prozent!

Was war passiert? Der Video-on-Demand-Anbieter, der vor allem mit Eigenproduktionen wie „House of Cards“ und „Orange is the new Black“  von sich reden machte, wächst doch nicht so schnell wie von der Börse erhofft. Statt der erwarteten 1,37 Millionen neuen Abonnenten konnte Netflix lediglich 980.000 neue Mitglieder zwischen Juli und September ausweisen.

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Schwächerer Ausblick aufs Weihnachtsquartal und HBO-Start belasten

Die Geschäfte entwickelten sich im abgelaufenen dritten Quartal dabei im Rahmen der Erwartungen: Im Jahresvergleich zogen die Umsätze auf 1,41 Milliarden Dollar an, die von Analysten exakt in dieser Höhe vorausgesagt worden waren. Der Gewinn legte von 32 auf 59 Millionen Dollar zu und übertraf mit 98 Cent je Aktie sogar die Wall Street-Schätzungen. Der Ausblick auf das laufende Quartal jedoch enttäuschte mit einer Gewinnprognose von nur 44 Cent je Anteilsschein schwer.

Erschwerend dazu kommt eine Meldung, die schon vor Bekanntgabe der Quartalsergebnisse zirkulierte: Der Seriensender HBO („Sex and the City“, „True Detective“), der zu TimeWarner gehört, kündigte an, im kommenden Jahr einen Streaming-Dienst im Internet anzubieten – Netflix bekommt also hochkarätige Konkurrenz.

Netflix-CEO Reed Hastings versuchte die Herausforderung durch den neuen Rivalen herunterzuspielen: „Es war unvermeidlich, dass sie ein Streaming-Angebot starten würden.  Eine Menge Leute werden aber sowohl Netflix als auch HBO abonnieren, weil wir unterschiedliche Shows anbieten“, erklärte Hastings in der Analystenkonferenz. Aktionäre hatten indes genug gehört – und drückten reflexartig den Verkaufsbutton …

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Alle Kommentare

  1. Allgemein ist bekannt dass es grösseren Frust bei den amerikanischen
    Medienkonsumenten seit eigentlich längerer Zeit gibt. Die Filmindustrie
    ist seit Jahren in einer selbstverschuldeten Krise, der Mangel an
    intelligenten Filmen als eigentliche Ursache.

    Dann gibt es noch den bekannten Umstand dass die Abonnenten von
    Kabel TV von 189 Kanälen im Durchschnitt nur 17 sehen, aber für alles
    bezahlen müssen.

    Despite having nearly 200 channels to choose from, the average American watches only 17, according to new research released by Nielsen. …
    ….However, customers are becoming increasingly unhappy with their monthly cable bill, Kagan says. Case in point: Over 80% of consumers already say their cable bills are too high, according to a 2013 survey by deal aggregator TechBargains.com. “Cable television companies use the amount of choice as a great excuse to raise rates several percent, year after year,” Kagan says. “I’ve been complaining about this for many years and nothing seems to happen. The investor likes this. It’s just the customer who doesn’t.”
    http://www.marketwatch.com/story/americans-watch-only-17-of-their-189-cable-channels-2014-05-07

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