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Trotz Jahresstiefs: Analysten verteidigen Xing

Auf Expansionskurs: Xing-CEO Thomas Vollmoeller
Auf Expansionskurs: Xing-CEO Thomas Vollmoeller

Es kracht so richtig an den Aktienmärkten: Um 5 Prozent brach der Dax in der vergangenen Woche ein – der TecDax rauschte gar um 8 Prozent in die Tiefe. Mit dabei: die Xing-Aktie, die sogar um zehn Prozent in die Knie ging und seit Ende August gar über 20 Prozent unter die Räder kam. Für die Analystenzunft kein alarmierendes Signal als vielmehr eine Kaufchance. Wie in der Woche zuvor die Deutsche Bank kommt auch die Commerzbank mit ermutigenden Worten zu Hilfe.

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Die Börse macht ihrem Ruf wieder einmal alle Ehre: Es ist Oktober, und das Crash-Gespenst geht um. Alles kommt mal wieder zusammen: Die Krise in der Eurozone ist zurück, selbst Klassenprimus Deutschland steht unmittelbar vor einer Rezession, die inzwischen fünfeinhalbjährige Erholung an den Kapitalmärkten scheint zu Ende zu gehen.

Vorbei ist’s mit der guten Stimmung vor dem Alibaba-IPO – die Samwers haben buchstäblich das letzte Fenster bei der Platzierung ihrer milliardenschweren Beteiligungen genutzt; seitdem geht’s in einer Schussfahrt nach unten. Trotz leichter Erholungstendenzen sitzen Zalando– und Rocket Internet-Aktionäre zweistellig im Minus –  der Modeversender hat bislang 16 Prozent Aktionärskapital vernichtet, bei Rocket Internet mussten Zeichner gar schon um 18 Prozent bluten.

Allzeithochs erst im April markiert

Wie ein Gegenentwurf zu Rocket Internet und Zalando erscheint da der bis vor zehn Tagen noch wertvollste deutsche Internetkonzern Xing. Das 11 Jahre alte Hamburger Business-Netzwerk wirkt wie ein solide geführter Internet-Dienstleister, der nicht den Versuchungen des schnellen Wachstums erlegen war und für eine schwarze Null in der Bilanz in Kauf nahm, dass der große US-Rivale LinkedIn die Welt eroberte.

Mit der Übermacht der Amerikaner ist Xing, das inzwischen mehrheitlich der Burda Gruppe gehört, erstaunlich gut zurecht gekommen: Umsätze und Gewinne legen seit Jahren zwar überschaubar, aber eben doch beständig zu. Das hat Xing in Spitzenzeiten im Frühjahr neue Allzeithochs jenseits der 100 Euro-Marke beschert.

Plötzlich Jahrestiefs: Xing-Aktie verliert 30 Prozent seit April
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Doch das war einmal. Am Freitag leuchteten in Frankfurt nach einem Kurssturz von über 5 Prozent nur noch Notierungen von 75 Euro auf. Binnen sechs Wochen mussten Aktionäre einen Kurssturz von 21 Prozent verkraften, seit dem Allzeithoch bei 106 Euro im April wurden binnen eines halben Jahres gar 30 Prozent pulverisiert. Die Xing-Aktie notiert plötzlich auf dem tiefsten Stand des Jahres!

Wie konnte das passieren? Verantwortlich ist einerseits eine stagnierende Gewinnentwicklung im ersten Halbjahr, die den Web 2.0-Pionier mit einem KGV von über 30 recht teuer erscheinen lässt. Dreht andererseits der Markt wie aktuell, kommen Aktien mit Premium-Bewertung traditionell schneller unter den Hammer.

Commerzbank und Deutsche Bank bestätigen Kaufempfehlungen

Für Analysten ist der gegenwärtige Abverkauf aber kein Grund zur Sorge. Die großen Fürversprecher des Hamburger Online-Business-Netzwerks stehen auch weiter zu ihren Kurszielen, die allerdings aus Zeiten höherer Notierungen stammen. Die Deutsche Bank behielt ihre Kaufempfehlung und das Kursziel von 110 Euro  ebenso bei wie Commerzbank-Analystin Heike Pauls.

Pauls bestätigte erst am Freitag ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 120 Euro – ein sattes Aufwärtspotenzial von über 60 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau. Die Senior Telekom-Analystin der Commerzbank rät vor der Bekanntgabe der nächsten Quartalszahmen zum Kauf der Aktie, da sie von einem beschleunigten Wachstum des Hamburger Internet-Unternehmens ausgeht. Erwartet wird die Veröffentlichung von Xings Dreimonatsbilanz Anfang November.

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