Anzeige

Kampf ums Wochenende mit Spiegel & Co.: Süddeutsche Zeitung startet neue Samstags-Ausgabe

Sueddeutsche-Zeitung.jpg
Die neue Wochenend-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung

Am kommenden Samstag erscheint erstmals die neue Wochened-Ausgabe der Süddeutschen. Das überregionale Blatt aus München nimmt für sich in Anspruch, "Deutschlands neue Wopchenendzeitung" zu sein. "Neu" bezieht sich auch und vor allem auf vier neue Zeitungsbücher - Wissen, Gesellschaft, Stil und ein Dossier, das "Buch Zwei". Nicht nur die SZ, auch andere Print-Medien kämpfen um die Leser am Wochenende.

Anzeige
Anzeige

Es ist eine ziemlich alte Kiste, dass das Wochenende auch Lesezeit bedeutet, oder bedeuten kann. Gleichzeitig werden am Wochenende auch viele wichtige Konsumentscheidungen getroffen. Ergo bieten Samstag und Sonntag für Printmedien Chancen. Auf Leser wie auf Werbekundenseite. Aber, wie gesagt, neu ist das alles nicht. MEEDIA hat u.a. bereits hier und hier über die Wochenend-Strategie berichtet.

Der Wettbewerb am Wochenende verschärft sich genau zu der Zeit, wo die sinkenden Auflagen- und Anzeigenerlöse aber zu einem Problem für viele Printmedien werden. Und darum bekommen nun die Sonntagszeitungen und die Wochenzeitung Zeit, die von vielen Menschen ebenfalls vornehmlich am Wochenende gelesen wird, Konkurrenz. Konkurrenz um die Aufmerksamkeit.

Gerade hat sich beispielsweise die taz mit einer Überarbeitung der Wochenend-Ausgabe gezeigt. Die taz hat das Potenzial des Samstags schon vor einigen Jahren gut genutzt und dort zusätzliche Abonnenten gewonnen. Zum Jahreswechsel erscheinen Spiegel und Focus am Samstag. Das sind signifikante Veränderungen für die Lesegewohnheiten der bisherigen Bezieher.

Nun zur Süddeutschen, die bereits vor mehr als zehn Jahren eine Sonntagszeitung geplant hatte, auch als Reaktion auf die erfolgreiche Einführung der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Ein Dummy lag vor, mit Dominik Wichmann stand damals ein Chefredakteur in spe in den Startlöchern. Am Ende schrak der Verlag vor der hohen Investition, vor allem in den Vertrieb, zurück.

Anzeige

Titelseite der neuen SZ-Wochenendausgabe

Titelseite der neuen SZ-Wochenendausgabe

Und nun die Süddeutsche Zeitung am Wochenende. Bisher gab es eine mehrseitige, gut gemachte Beilage als Zugabe am Samstag. Ab dem 18. Oktober sieht die komplette SZ am Samstag etwas anders aus. Die SZ findet hierfür so bekannte wie etwas abgewetzte Vokabeln: „noch größere Themenvielfalt“, „opulente Optik“ (darf nie fehlen!), „intuitive Blattstruktur“. Ja mei, was soll man auch immer sagen. Gleichzeitig soll auch alles so gut bleiben (Tiefe, Recherche, etc.) wie bisher. Alle bisherigen Leser sollen dabei bleiben (es gibt ja schließlich mehr) – und neue sollen dazu kommen. Auch das ist freilich selbstverständlich.

Eine Personalie gibt es auch zu vermelden: leitender Redakteur der Wochenend-Ausgabe ist David Pfeifer (u.a. Tempo, Stern, Vanity Fair), der das Team um Chefredakteur Kurt Kister, dessen Stellvertreter Wolfgang Krach und die Chefin vom Dienst Alexandra Borchardt ergänzt. Die neuen Bücher verantworten Alexander Gorkow („Buch Zwei“), Patrick Illinger (Wissen) und Tanja Rest (Gesellschaft und Stil). Die bekannten Ressorts bleiben unter der jeweiligen Führung der Ressortleiter.

Zum Start hat der Verlag auch einige Statements von Werbetreibenden eingesammelt. Wenig erstaunlich, dass Entscheider wie etwa Bahn-Marketingmanagerin Gabriela Handel-Jung finden: „Ein wichtiger und ein richtiger Schritt!“ Ein wenig bestellte Bestätigung kann schließlich nie schaden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*