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Die Kunst, die Gewalt, die Musik und dann noch der Laserpointer! Darum war der Tukur-„Tatort“ so genial

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Die Lobgesänge im Vorfeld haben sich ausgezahlt: Über neun Millionen Zuschauer schalteten am Sonntag Abend "Im Schmerz geboren" ein. Und selten hat das Publikum einen Film aus der "Tatort"-Reihe derart kontrovers diskutiert: Mehr als 25.000 Tweets wurden während der Ausstrahlung abgesetzt. Aber warum war dieser Tukur-"Tatort" eigentlich so genial?

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„Im Schmerz geboren“ mit Ulrich Tukur als LKA-Ermittler Felix Murot war alles andere als ein Durchschnitts-Tatort: Der Zuschauer erlebte im heimischen Wohnzimmer außergewöhnliches, besonderes Fernsehen aus Deutschland – und das ganz ungewohnt an einem Sonntag Abend in der ARD.

Der Großteil der TV-Kritiker überschlug sich schon im Vorfeld vor Begeisterung, die Urteile reichten von „Geniestreich“ in der FAZ über „eine Inszenierung voller Präzision“ auf Süddeutsche.de bis zum „besten Tatort des Jahres“ bei Spiegel Online.

Unter den Zuschauern gestaltete sich die Diskussion über den Tatort kontroverser. Eins hätte dabei nicht deutlicher werden können: Selten hat ein Tatort so polarisiert wie „Im Schmerz geboren“.

Was war das Erfolgsrezept des Tatorts? Was machte ihn so außergewöhnlich? MEEDIA hat die Gründe gesammelt:

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  • Er hat konsequent die Spreu vom Weizen getrennt
    Oder wie der Tatort-Blog es ausdrückte:

  • Er war eine Hommage an die schönen Künste
    Bilder von van Gogh, Musik von Verdi und immer wieder Anspielungen auf William Shakespeare, „Spiel mir das Lied vom Tod“, „Jules et Jim“ und Tarantino: Der Tatort war ein Lobgesang auf Malerei, Musik und Film – und damit alles andere als platte Sonntagabend-Unterhaltung.
  • Er war eine klassische Tragödie
    Eine unglückliche Liebe, Freunde, die zu Feinden werden, ein abgründiges Vater-Sohn-Drama und natürlich Rache – das ist der Stoff, aus dem große Tragödien gemacht werden.
  • Die Laserpointer-Szene
    Ulrich Matthes aka Richard Harloff zitiert aus der Genesis, um sein Gegenüber kurz darauf auf dramaturgisch – ja, man muss sagen: wunderschöne – Art von seinem Sohn erschießen zu lassen. Spätestens bei dieser Szene war dem Zuschauer klar, dass er sich hier um einen Tatort der besonderen Art handelt.
  • Ästhetische Gewalt
    Der Tatort konnte durch eine ganz eigene charakteristische Ästhetik der Gewaltdarstellung überzeugen.
  • Die Musik des hr-Sinfonieorchesters
    Die Filmmusik zu „Im Schmerz geboren“ wurde exklusiv vom Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks eingespielt – und sorgte beim Zuschauer an zahlreichen Stellen für Gänsehaut. Ihren Höhepunkt fand die musikalische Inszenierung zum Ende des Films mit Verdis Oper Nabucco als Untermalung der finalen Schlacht.
  • Ulrich Matthes als Richard Harloff
    Mit seinen bösen schwarzen Augen und seinem Wahnsinn ist Richard Harloff der perfekte Schurke – und Ulrich Matthes‘ schauspielerische Leistung preisverdächtig.
  • Golo Euler als dessen Sohn David
    Ein sympathischer Profi-Killer, der wie ein Kleinkind nach seiner verstorbenen Mutter fragt und am Ende an einer großen Lebenslüge zerbricht: Golo Euler schafft es, all diese Facetten in seiner Figur David Harloff zu vereinen.

„Im Schmerz geboren“ hat das geschafft, was Kunst ausmacht: zu polarisieren. Auch wenn ein Film in dieser Opulenz nicht jeden Sonntag denkbar wäre, hat er neue Maßstäbe für die Tatort-Reihe gesetzt.
Nick Tschiller und Lena Odenthal dürften zittern.

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Alle Kommentare

  1. Script 6 von 10 Punkten – Platte Stories gibt es wie Sand am Meer
    Kulisse 7 von 10 – nichts Besonderes
    Schauspielerei 5 von 10 – ‚gut und authentisch‘ gibt es scheinbar nicht im dt. Fernsehen
    Sound 8 von 10 – clever gesetzt, na toll
    Hype 10 v……. – ? ‚Ich sehe was, was Du nicht siehst‘ !

    Tatort = Unterhaltungsdreck, den die Welt nicht braucht

  2. Unerwartet großartig war der Tatort „Im Schmerz geboren“! Die Schauspieler ließen schon auf etwas Besonderes hoffen, aber dass es so opulent, philosophisch, kunstvoll und stilsicher werden würde … hat alle meine Erwartungen übertroffen – chapeau!

    Etwas vergleichbares würde ich gerne gelegentlich im Fernsehen zu brauchbarer Zeit anschauen dürfen, geht das, liebe ARD?

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