Anzeige

Offener Brief an Apple-Chef angekündigt: Carl Icahn meldet sich zurück

Carl-Icahn-Tim-Cook.jpg
Keine Dinner und offenen Briefe mehr: Carl Icahn (l.) ist kein Apple-Aktionär mehr

Da ist er wieder! Zwei Monate nach seinem letzten Tweet zu Apple meldet sich Großaktionär Carl Icahn zurück – wenn auch erst mit einer Ankündigung. Der streitbare Milliardär stellte für heute einen neuen offenen Brief an Apple-Chef Tim Cook in Aussicht. Allein die Ankündigung eines offenen Briefs von Icahn schickte die Apple-Aktie ins Plus.

Anzeige
Anzeige

Eigentlich kann man sich Carl Icahn als glücklichen Mann im fortgeschritten Alter vorstellen. Doch der knorrige 78-Jährige, der an der Wall Street schon alles gesehen und gewonnen hat, hat nicht vor, der Börse den Rücken zu kehren. Im Gegenteil: Carl Icahn feiert mit seinen Investments 2014 – Apple, Netflix, eBay aus dem Techsektor – eine gewaltige Gewinnerparty.

Das liegt nicht zuletzt an der sehr aktiven Rolle, die der Wall Street-Veteran spielt. Der Corporate Raider knöpft sich Unternehmen bekanntlich wenig zimperlich vor und erreicht fast immer sein Ziel. So unlängst auch beim weltgrößten Online-Auktionshaus eBay, dem er fast im Vorbeigehen die Abspaltung der Bezahltochter Paypal aufdrängte.

„Ich denke, es wird interessant“

Bei seiner größten Beteiligung, deren Wert inzwischen auf 5 Milliarden Dollar angeschwollen ist, ist die Lage nicht ganz so einfach. Carl Icahn besitzt gerade mal ein Prozent von Apple, geriert sich aber gerne, als wäre er der größte Aktionär. Tatsächlich ist seine Handschrift beim spektakulären Börsencomeback des iPhone-Herstellers in Form von ausgeweiteten Aktienrückkäufen, einer größeren Dividendenzahlung und vor allem dem Aktiensplit erkennbar.

Ein Jahr nach seinem Einstieg bei Apple, feierte er sein Engagement, das ihm binnen zwölf Monaten Zugewinne von mehr als 50 Prozent bescherte, noch einmal per Twitter – alle Chips lägen noch auf dem Tisch, erklärte Icahn, er habe nichts verkauft.

Sechs Wochen später meldet sich der berühmt-berüchtigte Großinvestor nun wieder via Twitter zu Wort – und wenn auch erst mal mit einer Ankündigung: „Morgen versenden wir einen offenen Brief an Tim Cook. Ich denke, es wird interessant.“

Anzeige

„Interessant“: CEOs, die solch eine Beschreibung aus dem Vokabular eines ausgewiesenen Börsenspekulanten zu lesen bekommt, sollten sich Gedanken machen. In der Vergangenheit hatte Icahn bereits nach einem nächtlichen Telefongespräch und einem „gereizten Dinner“ mit Tim Cook Gebrauch von der Kommunikationsform des offenen Briefs gemacht.

Seine These damals: Apple sollte einen Aktienrückkauf in Höhe von 150 Milliarden Dollar anstreben. Anleger reagierten erfreut darauf,  dass sich der Aktionärsaktivist erneut an Apple-Chef Tim Cook wendet, versprechen sie sich doch durch die Einflussnahme eine Wertsteigerung. In Erwartung des offenen Briefes legte die Apple-Aktie gestern dann auch mehr als 2 Prozent auf 100,80 Dollar zu.

Update 15 Uhr: Carl Icahn bleibt Carl Icahn. In einem episch langen Brief, der über 4600 Wörter umfasste, sagt der 78-Jährige im Wesentlichen das, was er seit 14 Monaten sagt – nämlich, dass Apple seine Aktienrückkäufe ausweiten sollte, weil der iPhone-Hersteller „extrem unterbewertet“ wäre. Neu formuliert: das Kursziel. Exakt 203 Dollar wert sei Apple nach Meinung Icahns – es wäre eine Kursverdopplung vom gegenwärtigen Niveau…

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*