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Urlaub jederzeit, keine Arbeitsplatzbindung: schöne, neue Arbeitswelt

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Nachdem die Techbranche, angestoßen durch Yahoo-CEO Marissa Mayer, über das Für und Wider von Home Office für Unternehmen diskutierte, zeichnen sich nun zwei neue Trends für die Arbeitswelt der Zukunft ab. Arbeitnehmer können Urlaub machen, wann und so viel sie wollen - und Anwesenheitspflicht gibt es auch nicht mehr.

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Tatsächlich findet das nicht wie erwartet im kalifornischen Silicon Valley statt, sondern hier in Deutschland. Microsoft hat die Büro-Anwesenheitspflicht für seine Mitarbeiter komplett abgeschafft. Die Idee dahinter: Nur weil ein Angestellter anwesend ist, leistet er nicht gleich auch bessere Arbeit. Dafür führt der Softwarekonzern den “Vertrauensarbeitsort” ein. „Mit dieser Betriebsvereinbarung und dem ‚Vertrauensarbeitsort‘ schaffen wir einen verbindlichen Rahmen, wie wir bei Microsoft den Arbeitsplatz definieren und liefern damit die notwendige Klarheit für alle Mitarbeiter und Führungskräfte”, erläutert Andreas Pagel, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats von Microsoft Deutschland.

Urlaubsanträge? Es war einmal

Flexibles Arbeiten gehört bei Microsoft längst zum Alltag und wird von rund 90 Prozent der Mitarbeiter genutzt. Damit das persönliche Miteinander nicht zu kurz kommt, gibt es dennoch klare Regeln für die Präsenzpflicht bei Teammeetings und Mitarbeitergesprächen. Nach einer Umfrage des Bürodienstleisters Regus sind drei Viertel der deutschen Firmen (76 Prozent) davon überzeugt, dass flexibles Arbeiten die Produktivität der Mitarbeiter steigert. In die gleiche Richtung gehen auch die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW). Demnach bringen Unternehmen, die auf flexible Arbeitsbedingungen setzen, im Schnitt 11 bis 14 Prozent mehr neue oder verbesserte Produkte auf den Markt als Unternehmen, die ihre Mitarbeiter mit einem starren Arbeitsplatzkonzept an der kurzen Leine halten.

Virgin-Gründer und Milliardär Richard Branson wagte vor Kurzem einen ähnlichen Vorstoß. Seine engsten Mitarbeiter sollen so viel Urlaub machen, wie sie möchten. Eine Begrenzung gebe es nicht mehr. “Es ist allein Sache des Arbeitnehmers zu entscheiden, ob und wann er ein paar Stunden, einen Tag, eine Woche oder einen Monat freinehmen will“, schreibt er im Unternehmensblog. Allerdings verband der 64-Jährige die Neuregelung auch mit einer Mahnung. Denn freilich soll und muss das Arbeitspensum erfüllt werden. Somit steckt der einzelne Mitarbeiter umso mehr in der Verantwortung. Vorerst gilt die Regelung nur für die 170 Mitarbeiter seiner Holding-Gesellschaft in den USA und Großbritannien. Hat das Konzept Erfolg, soll die neue Personalpolitik auf das gesamte Unternehmen ausgeweitet werden.

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Junge Generation will flexiblere Arbeitsmodelle

Warum denken große Unternehmen derzeit um in Sachen Personalpolitik? Tatsächlich war die Home-Office-Debatte im vergangenen Jahr nur der Beginn eines Wandels hin zu moderneren Arbeitsmethoden. Die Generation Y strebt nach mehr Freiheit und Selbstbestimmung – auch und vor allem im Job. So arbeiten laut einer Studie des Centre of Human Resources Information Systems bereits heute fast 86 Prozent aller Arbeitnehmer am liebsten in einem Unternehmen, das auf flexible Arbeitsmodelle setzt.

Ob die neuen Modelle von Erfolg gekrönt sind, muss sich erst noch zeigen. Denn Studien belegen, dass Arbeiten abseits des Büros produktiver sein kann, allerdings auch die Kreativität leiden kann, wenn man nicht vor Ort im direkten Austausch mit den Kollegen ist.

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Alle Kommentare

  1. Im ersten Augenblick hört sich das wirklich wie die Verwirklichung eines Arbeitszeittraums der sogenannten Y-Generation an. Mittlerweile ist jedoch durch etliche Studien bewiesen, dass diese Form von Arbeitszeitflexibilisierungen vor allem der Arbeitgeberseite zu Gute kommt. Die Arbeitnehmer übernehmen noch mehr Verantwortung für ihre Arbeit und beuten sich dardurch überproportional mehr selbst aus. Insbesondere da zumeist, die Arbeitsziele so vereinbart werden, dass diese nicht in der normalen Arbeitshöchstzeit geschafft werden kann (wir hoffen mal, dass eine feste Arbeitszeit klar im Arbeitsvertrag vereinbart wurde, ansonsten ist sie zumindest im Arbeitszeitgesetz begrenzt). Also sollten zumindest die Arbeitnehmervertreter/-innen dafür sorgen, dass die Arbeitszeit, wo auch immer sie geleistet wird, erfasst wird, damit der Arbeitgeber nicht ständig Arbeitsleistung geschenkt bekommt, weil er dem Arbeitnehmer ach so viel Freiheit gibt. Selbstlos? Mit Sicherheit nicht. Wäre nach herrschender Lehre absolut unökonomisch.

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