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Helmut Markwort spricht über seine Vorliebe für Pseudonyme: „Ja, ich bin Moritz Rodach“

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FC Bayern-Aufsichtsrat und Fan Helmut Markwort

Noch vor kurzem wollte sich Helmut Markwort nicht dazu äußern, dass er als Aufsichtsratsmitglied des FC Bayern München u.a. für Focus Artikel über den FC Bayern unter dem Pseudonym Moritz Rodach schrieb. Dafür redete er nun mit dem Verbandsmagazin des Bayerischen Journalisten Verbands (BJV) umso ausführlicher über seine Leidenschaft für Pseudonyme, erklärte: "Ja, ich bin Moritz Rodach". Und verglich sich sogar selbst mit Kurt Tucholsky.

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Auch für seine Anzeigenzeitung Darmstädter Tagblatt schreibe er unter Pseudonym, so Markwort. Er benutzte verschiedene Namen. Seine Erklärung gibt er im BJV Report, aus dem Newsroom.de zitiert: „Ich will ja mein Leben lang nicht alles unter dem Namen Helmut Markwort veröffentlichen. Der hat ein politisches Gewicht, dieser Markwort. Wenn ich eine lokale Glosse schreibe oder ein leichtes Operettenstück, dann will ich das nicht mit meinem Eigennamen belasten.“

Markwort vergleicht sich selbst in diesem Zusammenhang mit Novalis, von dem man nur das Pseudonym kenne, und Kurt Tucholsky, der ebenfalls verschiedene Pseudonyme nutzte. Ob Tucholsky auch über Fußballvereine schrieb, in deren Aufsichtsrat er gleichzeitig saß, ist freilich nicht überliefert. Über seine FC-Bayern-Berichte als Moritz Rodach bei Focus Online sagt Markwort nun: „Ich bin ja nicht nur Fan, sondern auch Aufsichtsratsmitglied des FC Bayern. Jeder weiß das. Natürlich auch die Kollegen von Online, als sie mich baten, ihnen ein paar Fakten von einer Reise mit den Bayern durchzugeben. Es war eine Gelegenheitsarbeit – und in meinem grundsätzlichen Bemühen, ein objektiver Journalist zu sein, meine subjektive Schwachstelle.“

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Das Schreiben unter verschiedenen Namen hat für Markwort offenbar Tradition. So erzählt er freimütig, dass er auch während seiner Zeit beim stern für andere Blätter unter Pseudonym schrieb: „Ich habe angefangen – jetzt ist es ja verjährt – als ich beim stern Leiter der Düsseldorfer Redaktion war. Ich hatte einen Exklusiv-Vertrag. Nur war im stern nicht genug Platz für mich. Also schrieb ich unter Pseudonym auch für den Kölner Stadt-Anzeiger und die Welt am Sonntag. Kurzgeschichten von mir kamen wiederum unter einem anderen Namen heraus. Ich habe mich an dem großen Kurt Tucholsky orientiert.“

Nur ein stern – das ist einem Markwort natürlich nicht genug. Die Hybris, die aus seinen Worten spricht, scheint Helmut Markwort nicht bewusst zu sein.

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Alle Kommentare

  1. Na dann schreibe ich auch unter Pseudonym …. An HMs Stelle würde ich mich auch daran „erinnern“, gebeten worden zu sein. Tatsächlich war es anders herum. Er hat sich aufgedrängt und Belanglosigkeiten durchgegeben, die eher peinlich und eher nicht veröffentlichungswürdig waren. Auch nicht witzig. Nach dem 0:4 kam leider gar nichts mehr – schade, denn die Wahrnehmung eines Insiders wäre hier besonders wertvoll gewesen.

  2. Fakten, Fakten, Fakten – dreh ich mir, wie sie gerade passen. Sehr gut, alter Mann – wenigstens Tradititon wird groß geschrieben.

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