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„Project Umbrella“: Bezos macht ernst und verzahnt Washington Post mit Amazons Kindle HDX

Amazon-Gründer Jeff Bezos
Amazon-Gründer Jeff Bezos

Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul: So oder so ähnlich dürfte es Nutzern des neuen Amazon Tablets Kindle Fire HDX gehen, die eine neue Nachrichten-App vorinstalliert finden – die der Washington Post. Jeff Bezos macht damit nur ein Jahr nach der Übernahme der Traditionszeitung ernst: Das 1877 gegründete Renommeeblatt wird zum Kaufanreiz für Amazons Hochglanz-Tablet.

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Und sie verzahnen sich doch! Wer vor einem Jahr dachte, dass die Übernahme der Washington Post nichts weiter als ein Hobby wäre, das sich der Philantrop Bezos mit gerade mal einem Prozent seines Vermögens leistet, der sieht sich 14 Monaten später getäuscht. Schon vor sechs Wochen gab es erste Anzeichen, als in der Online-Ausgabe der Washington Post in einer Buchrezension Shop-Links zu Amazon auftauchten.

Nun macht Bezos ernst, denn er braucht Argumente für den Kauf seines iPad-Killers. Nicht die Billig-Geräte Kindle Fire HD6 und HD7, die ab 99 Euro angeboten werden, sondern das Highend-Gerät Kindle HDX, das in 8,9 Zoll für stolze 379 Euro zu haben ist, bekommt nun einen zusätzlichen Kaufanreiz: Die vorinstallierte App der Washington Post – Premium Content für ein Premium Produkt.

„Project Umbrella“: Win-Win für beide Seiten?
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Nach Angaben von Bloomberg Reporter Brad Stone, der den Coup vermeldete, wird die Washington Post App in kuratierter Form Inhalte anbieten, die für Kindle HDX-Käufer kostenlos sind und möglicherweise auch auf andere Kindle-Käufer ausgeweitet werden. Die App soll auch auf anderen Plattformen wie iOS und Android angeboten werden – dort dann aber kostenpflichtig.

Für die digitale Bereitstellung der Inhalte der Washington Post wurde der frühere Salon.com-Chefredakteur Kerry Lauerman verpflichtet. Das Projekt, das intern unter dem Codeman „Project Umbrella“ läuft, soll ein Win-Win für beide Seiten werden: Amazon erweitert sein Contentangebot, in das zuletzt ohnehin schon kräftig investiert wurde, und liefert damit weitere Argumente für den Kauf seiner Geräte und den Dienst Prime, während sich die Washington Post über die App neue Abonnenten erhofft. Bleibt die Frage, was die Redaktion des 137 Jahre alten Renommeeblatts von der neuen Verbreitungsform der Inhalte hält.

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