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WSJ: HP will sich aufspalten

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Der Nächste, bitte: Nachdem eBay in der vergangenen Woche die Abspaltung von Paypal verkündete, zieht nun die Silicon Valley-Institution Hewlett-Packard nach. Das ehemalige Dow Jones-Mitglied, das eindeutig schon mal bessere Tage gesehen hat, will sich in zwei Unternehmensteile aufspalten, berichtet das Wall Street Journal – in die PC- und Druckersparte und in einen auf Geschäftskunden fokussierten IT-Dienstleister.

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Was wäre aus Steve Jobs geworden, wenn nicht Bill Hewlett gewesen wäre? Man kann heute nur spekulieren, aber Tatsache ist: Die enorme Karriere des Apple-Gründers bekam bereits als 12-Jähriger eine wegweisende Wendung:  Als kleiner Junge rief Jobs beim HP-Chef an, um nach Ersatzteilen für einen Frequenzzähler zu fragen, den er bauen wollte. Jobs bekam tatsächlich den Gründer von Hewlett-Packard ans Telefon – und einen Sommerjob.

Entsprechend groß blieb die Verbundenheit bis kurz vor seinem Tod, der sich am Wochenende bereits zum dritten Mal jährte: „Hewlett und Packard haben ein großartiges Unternehmen aufgebaut und dachten, sie ließen es in guten Händen zurück. Aber jetzt ist es zerrissen und zerstört. Es ist tragisch“, diktierte Jobs Biograf Walter Isaacson am Sterbebett.

Der frühere SAP-Gründer Leo Apotheker wollte Druckersparte bereits 2011 loswerden

Treffender kann man den Niedergang des 1939 in der Garage gegründeten Druckerherstellers kaum beschreiben. Hewlett-Packard ist so etwas wie die Blaupause aller später folgenden Computer- und Internet-Startups: HP erlebte vier erfolgreiche Jahrzehnte an der Börse und erreichte seinen absoluten Gipfel wie so viele Technologie-Unternehmen im Jahr 2000 bei Kursen von knapp 80 Dollar.

Heute notiert die Aktie bei 35 Dollar – und das ist schon ein ziemlicher Turnaround-Erfolg, der der früheren eBay-Chefin Meg Whitman zu verdanken ist, die den Kurs seit der Übernahme der Amtsgeschäfte vor zwei Jahren fast verdreifachte. Vorausgegangen war eine Irrfahrt unter dem  früheren SAP-Gründer Leo Apotheker, der für nicht mal ein Jahr den Vorstandsposten bei HP bekleidete und 2011 für enorme 11 Milliarden Dollar den Software-Anbieter Autonomy erworben hatte.

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Aufspaltung in Hardware- und Business-Unternehmen

Apothekers Vorhaben: Das margenträchtigere Software-Geschäft stärken, die Hardware-Unit, zu der das PC-Geschäft und die Druckersparte zählte, abzuspalten. 2011 jedoch war HP nicht bereit, mit seiner ruhmreichen Vergangenheit zu brechen – stattdessen musste Apotheker gehen.

Drei Jahre später kann sich Apotheker als rehabilitiert betrachten: Nach einem Bericht des Wall Street Journal will sich HP nun in zwei Teile aufspalten und damit offenbar doch das Traditionsgeschäft auslagern. Der eine Unternehmensteil umfasst die  PC- und Druckersparte, im zweiten, separat geführten Unternehmen werden die restlichen Geschäftstätigkeiten gebündelt: IT-Lösungen, die Software- und Server-, und Netzwerk-Sparte.

Die bisherige Vorstandschefin Meg Whitman soll künftig das auf Geschäftskunden fokussierte Unternehmen führen, HP-Manager Dion Weisler die Hardware-Unit. Eine Bestätigung seitens HP fehlt noch.

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