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„Verunsicherung, Sorgen und Appelle“: Reaktionen auf den Bertelsmann-G+J-Deal

Bertelsmann-CEO Thomas Rabe, Reaktionen auf den Gruner-Deal
Bertelsmann-CEO Thomas Rabe, Reaktionen auf den Gruner-Deal

Die Komplett-Übernahme von Gruner + Jahr durch Bertelsmann bewegt die Branche. Muss bei G+J jetzt bald noch mehr gespart werden? Oder bedeutet die Übernahme von Bertelsmann eine echte Chance für den gebeutelten Verlag und seine Mitarbeiter? MEEDIA dokumentiert erste Kommentare und Tweets zum Mega-Medien-Deal.

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Schnell meldete sich der Deutsche Journalisten Verband mit einem seiner Appelle zu Wort:

Der Deutsche Journalisten-Verband:
„Wir fordern Bertelsmann auf, die Tradition, für die die Verlegerfamilie Jahr steht, ohne Abstriche zu erhalten. Die guten sozialen Standards, die G+J gesetzt hat, müssen auch in Zukunft bestehen bleiben‘, forderte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Die positive Geschichte von G+J müsse auch nach Übernahme der Minderheitenanteile von der Familie Jahr fortgeschrieben werden. Zudem appellierte Konken an Bertelsmann, den bei G+J bereits angekündigten Abbau von 400 Arbeitsplätzen in den nächsten drei Jahren zu überdenken.“

Lorenz Wolf-Doettinchem, Managing Editor beim stern und G+J-Aufsichtsratmitglied freute sich, dass die News bis zur offiziellen Verkündung unterm Deckel blieb:

Tagesspiegel.de:

„Winfried Steeger, Geschäftsführer der Jahr Holding GmbH, betonte, Bertelsmann sei ‚der geeignete Eigentümer, um G+J in eine gute Zukunft zu führen‘. Ob diese Zukunft tatsächlich Bertelsmann heißt, wird jedoch von einigen Beobachtern bezweifelt (…). Noch größer ist allerdings die Sorge von G+J-Journalisten um den verlegerischen Anspruch nach dem Ausstieg der Jahr-Familie. Die Aussetzung des Henri-Nannen-Preises im nächsten Jahr galt vielen bereits als Menetekel für die neue Macht der Kaufmänner im Verlag.“

W&V:
„Es sei den Jahrs gegönnt. Aber dass hinter der am Montag bekannt gewordenen Komplett-Übernahme durch Bertelsmann ‚ein klares Bekenntnis zum Journalismus‘ steckt, dürfen wir unter Transaktionsprosa verbuchen. Es geht um profitable Digitalisierung und um den Totalumbau des Verlagsgeschäfts, eine teure, schwierige und manchmal auch schmutzige Aufgabe. Minderheitsgesellschafter mit Renditeerwartungen stören da nur.“

Der NDR hat den Bertelsmann-Experten Thomas Schuler befragt. Ergebnis:

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Zeit Online spricht von einer „großen Verunsicherung“:

„Wird Bertelsmann den Verlag weiter konsolidieren, also auf gut deutsch: mehr sparen? (…) Nur welche Sparmaßnahmen sind notwendig, um Journalismus weiter zu ermöglichen? Und welche Sparmaßnahmen werden getätigt, damit sich eine Investition lohnt? Das sind Fragen, die sich praktisch immer stellen, wenn ein Medienunternehmen in einen vorrangig ökonomischen Umbauprozess eingespeist wird. Auch jetzt.“

Horizont.net:
„Die Mitgründerfamilie Jahr schmeißt hin. Nostalgikern treibt dies Tränen in die Augen. Doch der Deal macht nicht nur für Bertelsmann Sinn. Auch den G+J-Geschäften kann der Verlust der Eigenständigkeit nutzen.“

Kann Bertelsmann bald auch beim Spiegel „durchregieren“?

Christian Thams, Managing Director bei der PR-Agentur Burson-Marsteller in Berlin findet den Deal gar nicht so schlecht:

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