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Springer erhöht Beteiligung an Online-Magazin OZY.com auf 20 Millionen Dollar

Springer-CEO Mathias Döpfner mag OZY
Springer-CEO Mathias Döpfner mag OZY

Im März hatte sich Axel Springer bereits mit 300.000 US-Dollar am Online-Magazin OZY beteiligt. Jetzt stockt der Medienkonzern sein Investment auf: Springer übernimmt 16 Prozent der Anteile an dem Startup, und Mathias Döpfner wird Mitglied im Verwaltungsrat. Davon verspricht sich Springer auch mehr publizistischen Einfluss im englischen Sprachraum.

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von Mark Heywinkel

Über OZY-Mitgründer Carlos Watson sagte Anton Waitz, Geschäftsführer von Axel Springer Digital Ventures Inc., der New York Times: „Wenn man Carlos trifft, will man einfach mit ihm zusammenarbeiten. Er ist sehr überzeugend mit dem, was er tut.“ Wie überzeugend Carlos Watson tatsächlich ist, offenbart sich jetzt: Im März gewann der 45-Jährige Springer zunächst für ein Investment von 300.000 US-Dollar. Jetzt ist es ihm gelungen, eine Erhöhung auf 20 Millionen Dollar zu erhalten. Dafür hält Springer nun nicht mehr nur 0,6, sondern 16 Prozent der Anteile an dem US-Startup. Mathias Döpfner übernimmt zudem einen Platz im Verwaltungsrat.

Neben Rendite erhofft sich Springer von der Investitionsspritze auch mehr publizistisches Gehör im englischen Sprachraum. „Ländergrenzen existieren im Netz nicht mehr“, sagte Mathias Döpfner am Montag bei einem Pressegespräch. „Jedes Medium ist nur einen Klick entfernt. Aber Deutsch ist nun mal keine Weltsprache.“ Mit OZY,com werde man eine globale Zielgruppe ansprechen können. Diese bezeichnen die Startup-Gründer Carlos Watson und Samir Rao als „Change Generation“ – 25- bis 49-Jährige mit hohem Bildungsgrad, Stil und Interesse am Aufgefallenen. Ihnen bereitet das Online-Magazin täglich zwischen fünf und zehn Artikel auf, die über das Neueste aus der Welt und Kultur berichten, spannende Kreative porträtieren oder außergewöhnliche Reiseziele empfehlen.

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Hinter dieser zunächst überschaubaren Content-Menge steckt ein ambitionierter Plan, in den Carlos Watson in Berlin einen kurzen Einblick gab. „OZY wird nicht die einzige Anlaufstelle für Nachrichten werden, aber sie soll die erste sein, die aufgerufen wird. Wir wollen das Leserliebling werden.“ Wie es etwa Apple für MP3-Player-Käufer oder HBO für TV-Zuschauer in den USA sei. Watson verstehe OZY nicht nur als Nachrichtenportal, sondern als Bewegung. Er betonte aber auch: „Man muss groß denken, aber bescheiden bleiben.“ Die Bescheidenheit findet sich bei OZY im Design wieder: Jeweils nur acht bis zehn Artikel finden sich am Tag auf der Seite. Allesamt minimalistisch und auf den Punkt gestaltet. „Wir verstehen uns als Premium-Produkt, wollen aber die Massen anziehen“, erklärte Watson.

Aktuellen Zahlen nach gelingt Watsons Team dieser Spagat: Zum Start im September 2013 verzeichnete OZY noch 500.000 Unique Visitors. Dank Content-Partnerschaften mit CNN, USA Today, National Geographic, aber auch der Welt erreiche man inzwischen über fünf Millionen Leser pro Monat. Zwei Drittel der User lese OZY auf mobilen Endgeräten. Über bisherige Einnahmen schwieg sich Watson indes aus. Mit Emirates, Visa und Burberry habe man bisher gut zusammengearbeitet und Video-Ad-Kampagnen umgesetzt. Im kommenden Jahr wolle man die Rubrik „The Presidential Daily Brief“ nur noch zahlenden Lesern zugänglich machen. Auch Veranstaltungen, Fortbildungskurse und TV-Dokus seien als Einnahmequellen angedacht. „Die Gewinnschwelle werden wir wohl innerhalb der kommenden fünf Jahre erreichen“, erklärte Watson.

Mit der Springer-Investition will Watson weiter in Qualität investieren: „Wir wollen mehr Videos, Audios und Infografiken produzieren“, sagte Watson. Außerdem solle das Team von derzeit 25 Festangestellten und 25 freien Mitarbeitern aufgestockt werden. Ganz unmittelbar sei zunächst ein Relaunch der Website geplant. „In Kürze schalten wir Version 3.0 von OZY frei“, sagte Watson. „Und so soll es weitergehen: Wir wollen das Magazin einmal im Jahr updaten, um unsere Leser fortlaufend in Spannung zu versetzen.“

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