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Zalando: An der Börse unter Druck von Tag eins an

Bullish: Der Zalando-Vorstand mit David Schneider (l-r), Robert Gentz und Rubin Ritter
Bullish: Der Zalando-Vorstand mit David Schneider (l-r), Robert Gentz und Rubin Ritter

Kein Samwer-Bonus an den Aktienmärkten: Das Börsendebüt von Europas größtem Online-Modeversender Zalando geriet gestern zur Enttäuschung. Nur mit größter Mühe konnte in der letzten Handelsstunde der Ausgabekurs gehalten werden. 


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Ob am Ende des ersten Handelstages die ersten Angstschreie ausgestoßen wurden, ist nicht überliefert – fest steht jedoch: Einen Anlass, vor Glück zu schreien, gab es für Zeichner der Zalando-Aktie am ersten Handelstag nicht. Es sei denn, sie verkauften die ihnen zugeteilten Anteilsscheine in den Sekunden nach der Erstnotiz.

Bei über 24 Euro leuchtete der erste Kurs um kurz nach 9 Uhr auf, es sollte der Höchstkurs für den ganzen Tag bleiben. Man hat das Phänomen oft bei hochgehypten Internet-IPOs erlebt: Im Vorfeld ist die Begeisterung am Graumarkt groß, beim Gang aufs Börsenparket leuchten zunächst noch zweistellige Kursgewinne auf, doch am Ende fehlt Käufern und Zeichner gleichermaßen der Mut, und Banken müssen gar Kurspflege betreiben, um Kursverluste am ersten Handelstag zu vermeiden.

Analysten sehen „verpatzten Start“

So war es am ersten Handelstag von Facebook, und es spricht einiges dafür, dass sie unsichtbare Hand des Marktes auch dafür sorgte, dass der Zalando-Kurs ja auch nicht nur um einen Cent unter den Ausgabekurs von 21,50 Euro sank. Der Xetra-Handel um 17.30 Uhr endete dann exakt dort, wo er um 9:21 Uhr zuvor begonnen hatte.

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Angesichts der Euphorie, die die Zalando-Aktie im Vorfeld mutmaßlich entfacht hatte, kann man das schon als veritable Enttäuschung bezeichnen – nichts war es mit dem fest eingeplanten Kursplus zum Börsenstart.  Analyst Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel wertete Zalandos Börsendebüt gegenüber dem Wall Street Journal dann auch als „verpatzten Start“.

Trotz Börsenenttäuschung wertvoller als zwei Dax-Konzerne

Ähnliche Worte wählte auch Oliver Roth, Chefhändler bei Close Brothers Seydler, gegenüber Reuters: „Man kann sagen: schwach angefangen und dann stark nachgelassen“. Dennoch: Aus dem Stand ist Zalando nun zum erwarteten 5-Milliarden-Schwergewicht aufgestiegen – und damit an den Kapitalmärkten nun schon wertvoller als die Dax-Konzerne K+S oder Lanxess.

Die echte Bewährungsprobe indes beginnt heute, wenn die konsortialführenden Banken keine Rolle mehr spielen und Zalando beweisen muss, dass es den Ausgabekurs halten kann – ansonsten könnten sich die Glücksschreie der Mode-Käufer tatsächlich in Angstschreie der Anleger verwandeln.

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