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Zalandos Börsen-Start: Noch schreien die Händler nicht vor Glück

Bullish: Der Zalando-Vorstand mit David Schneider (l-r), Robert Gentz und Rubin Ritter
Bullish: Der Zalando-Vorstand mit David Schneider (l-r), Robert Gentz und Rubin Ritter

Die PR-Aktion zum Verkaufsstart war schon einmal gelungen: Die Glocke, mit der in Frankfurt traditionell der Start eines neuen Papieres eingeläutet wird, musste am heutigen Mittwoch erst einmal aus einem Zalando-Paket ausgepackt werden. Überhaupt war das Parkett hübsch mit Paketen des Web-Versenders dekoriert. Was die Händler dann sahen, dürfte sie jedoch nur so halb erfreut haben. Die hochgewettete Aktie des Online-Stars "enttäuschte" nach Einschätzung einiger Beobachter sogar.

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Den frühen Morgen über hatte es noch so ausgesehen, als ob den Berlinern ein furioser Start gelingen könnte. Im vorbörslichen Handel lagen die neuen Papiere bereits bei einem Plus von 30 Prozent. Der erste Parkett-Preis lag dann um 9.21 Uhr vor und war unter den Erwartungen: Mit 24,10 Euro übertraf die Erstnotiz den Emissionspreis von 21,50 Euro zwar um zwölf Prozent, doch in Anbetracht der Werte vom frühen Morgen machte sich offenbar schnell eine erste Enttäuschung breit.

Um den Mittag pendelte sich der Kurs bei 22,75 Euro ein.

„Richtig Glück haben Anleger gehabt, die Zalando-Aktien bekommen haben und sie heute morgen direkt wieder verkauft haben. Die konnten sich über einen schönen, schnellen Zeichnungsgewinn freuen“, zitiert das Handelsblatt einen Händler.

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Zum Börsenstart verwandelte Zalando das Parkett zudem in einen Laufsteg

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In einer ersten Stellungnahme wertete Zalando-Vorstand Rubin Ritter den Start als Erfolg. So spiegele er die hohe Nachfrage der Investoren und deren „großes Interesse an Zalando“ wider. Der Web-Versender platzierte 11,3 Prozent seiner Anteile. Damit sammelte Zalando rund 604 Millionen Euro ein. Über die Hälfte der 500 zeichnungswilligen Anleger soll bei der Zuteilung komplett leer ausgegangen sein, teilte die begleitende Bank Credit Suisse mit. Zwei Drittel der Aktien gingen an 20 große Investoren. Ein Fünftel der Papiere waren schon im Voraus Anlegern versprochen worden, die unabhängig vom Preis gezeichnet hatten.

Das öffentliche Interesse an dem Börsengang erinnert einige Händler zudem an ganz andere Zeiten. „Das letzte Mal, dass hier auf dem Parkett mehr Journalisten als Händler waren, war während der Eurokrise. Bei einem Börsengang habe ich das zuletzt bei der Telekom erlebt“, zitiert das Manager Magazin Robert Halver, Händler bei der Baader-Bank.

Das Interesse dürfte am morgigen Donnerstag noch höher werden. Dann will Rocket Internet an die Börse. Die zweite große Firma der Samwer-Brüder gibt sich allerdings nicht mit einem Emissionserlös von 604 Millionen Euro zufrieden, sondern hofft auf rund 1,6 Milliarden Euro.

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