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Thomas Pyczak verlässt Chip: Koelzer wird neuer CEO der Burda-Tochter

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Seit 1999 hatte Thomas Pyczak als Chefredakteur, Geschäftsführer und CEO Chip zu einer der größten deutschen Medienmarken rund um Digitalthemen ausgebaut. Jetzt ist für den 54-Jährigen Schluss bei der Burda-Tochter. Seit dem heutigen Mittwoch ist Thomas Koelzer neuer CEO von Chip.

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Seit Mai 2013 ist der 47-Jährige bereits als CTO Teil der Geschäftsführungen von Chip sowie der Cyberport GmbH in Dresden. Seinen Job in Dresden gibt der Diplomingenieur auf.

Im Zusammenhang mit der veränderten Führungsspitze krempelt Burda die gesamte Tochter um. So besteht Chip künftig aus den vier Business Units „Test und Kaufberatung“, „Download und Apps“, „News und How to“ sowie „Magazine und Customized Media“. Der bisherige CFO Markus Scheuermann wird als COO die beiden letztgenannten Geschäftsbereiche zusätzlich zu seinem bisherigen Verantwortungsbereich übernehmen.

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Das bedeutet auch, dass neben Pyczak auch Georg Pagensted Chip verlassen wird. Laut Verlagsmitteilung ziehe „es ihm aus privaten Gründen wieder Richtung Norddeutschland“. Diese geographische Angabe ist sehr weit gefasst. Denn nach MEEDIA-Infos geht Pagenstedt nach Berlin, um dort zu Jahresbeginn als COO beim Inkubator 6minutes media (u.a. mydealz und urlaubspiraten) anzufangen. Der bisherige CEO geht dagegen, um „sich neuen unternehmerischen Aufgaben zuzuwenden“.

Das Ziel der neuen Struktur ist es laut Koelzer – „flexibler auf den Markt reagieren zu können“. So soll die „Umsetzungsgeschwindigkeit bei der Entwicklung innovativer Produkte“ erhöht werden und „schlankere Prozesse“ etabliert werden.“ Damit stellen wir den Kundennutzen noch mehr in den Fokus und richten uns verstärkt nach den Bedürfnissen der Endverbraucher aus – egal, ob Print oder Digital“.

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Alle Kommentare

  1. „…wenn dort einfach mal so rund 15 Leute sozialverträglich auf die Straße gesetzt werden…“

    Diese Personalpolitik (sozialverträgliche Entlassungen, keine Mitarbeiterwertschätzung) betreibt Burda nicht nur bei der Chip, sondern auch in anderen zum Konzern gehörenden Unternehmen, jetzt schreiben zum Beispiel auch Computeruniverse, Cyberport und andere Beteiligungen rote Zahlen und verzeichnen eine hohe Mitarbeiterfluktuation.

  2. Naja, Chip hat nicht nur im Management einen Wasserkopf (der bleibt ja anscheinend auch), sondern auch in de Redaktionen. Die allermeisten anderen Online-Redaktionen haben weniger Redakteure, damit die „lousy pennies“ auch reichen. Hinzu kommt, dass viel traffic bei Chip über die Downloads kommt – besser gesagt kam. Denn dank Apps und Mobile Web werden die Downloads immer unwichtiger, gleichzeitig das Anzeigengeschäft immer schwieriger. Und dann noch das siechende Printgeschäft mit teilweise unter 40.000 “ harten“ Käufern…
    Pyczak hat halt versprochen, dass er beide Geschäftsmodelle renditestark zusammenlegen kann, dafür musste Plieker gehen. Aber wenn man dann statt mehr Umsatz weniger macht, hat man es in jedem Unternehmen schwer.

    1. Es gibt ein paar Veränderungen im Markt, die es der Chip sicher noch extrem schwer machen werden.

      1) Google: Downloads, Preisvergleiche und anderer „dünner“ Content wird immer stärker weggefiltert. Echter Content ist jedoch teuer und lässt sich nur dann hochpreisig vermarkten, wenn man ein eigenes Vertriebsteam hat. Das ist aber im Aufbau sehr teuer und würde zudem dem Konzernvertrieb Konkurrenz machen.

      2) Burda/Google News: da schießt man sich selbst ins Knie mit dem Leistungsschutzrecht. Hier hat der Konzern fast alles auf eine Karte gesetzt und steht nun vor einem Scherbenhaufen. Was auch nicht bedacht wurde: Google könnte Google News jederzeit einfach dichtmachen und würde keine Einnahmen verlieren (jedoch Kosten reduzieren). Für die Verlage wäre das eine Katastrophe, weil sie nur in Google richtig gut dastehen. In Facebook & Co. sind Medienmarken nicht so stark präsent (und geliebt).

      3) Download.com: hat eine deutsche Version gestartet (http://de.download.cnet.com/) – war ja lange das große Vorbild, das man in Europa ohne Probleme nachahmen konnte. Jetzt machen die das aber selber und sind damit in Google eine echte Konkurrenz geworden.

      4) Mindestlohn: reduziert die Möglichkeit mit Praktikanten preiswerter zu produzieren deutlich.

      5) Amazon: bietet effektive Werbung zu unschlagbaren Preisen und mit Wirkungsnachweis = Abverkauf auf Amazon.de. Das war früher eine Domäne der Chip über Testberichte –> Preisvergleich –> Online-Shops gleich mehrfach zu verdienen. Jetzt sitzt man weiter auf den Test-Kosten, verdient kaum noch am Preisvergleich (siehe 1) und die eigenen Shops sind ja lt. Bundesanzeiger eher margenschwach. Auch hier sitzt dann Amazon wieder am längeren Hebel.

  3. Es geht nur weiter was vor Jahren schon begonnen hat.
    Was man zu dieser Provinzposse im Stile einer Reise nach Jerusalem verstehen muss:

    Als Burda bei Chip komplett eingestiegen war, hatte der Laden noch im Onlinegeschäft so etwas wie schwarze Zahlen geschrieben und war zusätzlich noch einer der wenigen die es im Burda-Konzern hinbekommen haben aus Digital so etwas wie ein Geschäftsmodell zu machen, welches sich trägt. Die Trennung der beiden „Abteilungen“ nach Online und Print spielte hier eine große Rolle. Eine tolle Entwicklung, wenn man sieht das ein Ableger „Online“ plötzlich zum Zugpferd entwickelt und der Effekt sich umdreht.

    Das dann mit Pyzcak ein Offliner der ersten Stunde das Zepter in die Hand bekommt ist nur dem Umstand zuzurechnen, dass die Burda alle „Gestalten“ aus dem Online-Bereich schon erfolgreich entfernt hat und er wohl noch am meisten bereit war die Konzerndoktrin zu befolgen.

    Das Geschäftsmodell von Chip Online (ich schreibe mal im Präsens und hoffe für alle Mitarbeiter, dass dieses noch da ist) existierte nicht wegen Burda, sondern TROTZ Burda. Was haben wir gelacht als es um „Lousy Pennies“ ging beim DLD. Klar kamen Informationen aus dem „Konzern“, die waren aber leider nicht zu gebrauchen. „From the crew who produced Leistungsschutzrecht und unterbezahlte Praktika“ sag ich da nur. Auf solchen Annahmen kann man keine Produkte bauen und auch Innovationen haben es da schwer. Das war alles saupessimistisch und darauf ausgelegt einen riesen Wasserkopf an Vorständen etc. pp. mit durchziehen.

    Man kann sich ja mal die diversen Rankings aus diversen Jahren vor der 10 ansehen: Da schwimmt Chip Online noch recht vorne mit. Wenn man mal die Abrufzahlen (bzw. der ermittelte Gewinn auf eine Zeitleiste) mit den Personalentscheidungen auf eine Zeitleiste gelegt wird, dann bricht es halt da weg wo die willfährigen Vorstände, CirgendwasO oder was weiss ich auch immer aus dem Burda Konzern, installiert und alte Mannschaften aufgelöst wurden.

    Chip hatte alles: Die Teams, die Produkte und eine Menge Traffic. Wenn das heute nicht mehr existiert und einfach so dahinscheidet, dann geschieht das übrigens auch in einem recht wahrnehmungsfreien Raum. Es werden seit Monaten nur noch Personalentscheidungen berichtet, die wohl alle per Pressemitteilungen reinkamen, aber keiner schreibt was, wenn dort einfach mal so rund 15 Leute sozialverträglich auf die Straße gesetzt werden. Wahrscheinlich geht dann keine Pressemitteilung raus.

    Chip Online hat heute organisatorisch genau die Zahlen die Burda will das es hat, dies wird durch Investitionen gesteuert und nicht durch irgend ein Glück am Markt. Und es hat auch die Manager und Führungspersönlichkeiten die Burda da haben will. Den Erfolg dessen kann man an der Kündigungswelle, dem immer kürzeren Verbleib von Mitarbeitern im Unternehmen oder auch den Abrufzahlen messen. In keiner dieser Metriken stehen die Herren gut da. Und ich glaube, ich spreche nicht nur für mich selbst: Für den Burda-Konzern tut es kaum einem der Beteiligten leid. Der hat ja erst mal auch nur das Wohl seiner Vorstände und Manager im Kopf und nicht ein tolles Produkt für seine Kunden. Wäre dem so, hätte der Konzern vor 5 Jahren anders abbiegen müssen. Chip Online ist jetzt eines von vielen Burda „Produkten“ so individuell und innovativ wie Bunte oder Focus.

      1. Diesen Kommentar finde ich äußerst fragwürdig. Was bedeutet „Ich habe dich erkannt“ ? Wird man dafür angeklagt die Wahrheit zu sagen? Auch wenn alles ein wenig übertrieben klingt, es steckt viel Wahrheit drin. Die letzten Jahre bei CHIP waren sehr erlebnisreich. Die alte Geschäftsführung, die für die Erfolge von Beginn (sei es Print oder Online) an verantwortlich war, wurde filmreif von BURDA aus dem Unternehmen gekehrt, es gab äußerst fragwürdige Entscheidungen in der Personalpolitik, sei es Einstellungen im mittleren Management nach persönlichem Befinden der Geschäftsführung oder von äußerst unsozialen Entlassungen der einfachen Belegschaft, welche nicht als Entlassungen sondern als „Angebote“ deklariert wurden. Die Erfolge dieser gegangenen und „gegangen wordenen“ Mitarbeiter, auch wenn Sie vielleicht klein waren, werden nun als die eigenen gefeiert (traurig aber wahr).
        An diesen Entscheidungen ist Herr Pyczak sicherlich nicht unbeteiligt, deshalb verstehe ich auch nicht warum man ihn jetzt „feiern“ sollte, auch wenn er viel für Print, allerdings nichts für Online getan hat, da ihm ehrlich gesagt die Kompetenzen fehlten.
        Leider klebt das Obere und Mittlere Management zu sehr am Konzern, die Eigenständigkeit und Innovationsfreude, welche derzeit leider nur von der einfachen Belegschaft „unter dem Radar“ gelebt wird ist schon länger dahin.
        CHIP weiß seine Mitarbeiter nicht zu motivieren, sei es durch Belohnungen jeglicher Art oder einfach durch spannende Aufgaben und Recherchen.
        Texte und Videos zu kopieren ist nicht spannend, eigenständig oder innovativ. Unzählige Softwarekomponenten von Drittanbietern zu integrieren, die das Portal zu dem machen was Sie ist, ebenso nicht. Deshalb ist die Fluktuation (vermehrt Weggang) derzeit so hoch. Man hat sich in den Teufelskreis bewegt in dem kein Mitarbeiter den anderen kennt oder ihm vertraut.
        Leider ist der Druck im Markt so hoch, dass für Innovation wahrscheinlich keine Zeit da ist. Allerdings wird uns das ganze Konstrukt früher oder später auf die Füße fallen.
        Ob Thomas Koelzer nun in der Lage ist das Ruder rumzureißen ist wohl „in die Sterne geschrieben“. Problem an Führungspersönlichkeiten ist, das sie Mitarbeiter führen müssen, für Mitarbeiter da sein müssen und Sie nicht wie kleiner Kinder behandeln können. Dazu müsste man sich allerdings auch nach ganz unten und über das Mittlere Management hinweg bewegen (was meiner persönlichen Meinung nach, teilweise wirklich fehl am Platz ist). Etwas weniger Reden und in der Weltgeschichte rumreisen, global zu denken obwohl es lokal nicht mehr so funktioniert würde auch helfen.
        Die Zahlen sind relativ gut, bleibt zu hoffen das Sie besser werden, oder zumindest so bleiben.

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