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Odenwaldschule-Film: Kanzlei Schertz geht gegen WDR vor

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Der WDR in Köln

Am kommenden Mittwoch soll im Ersten Aufarbeitung stattfinden. Regisseur Christoph Röhl verfilmte das Drama der Odenwaldschule, wo sich in den 70er und 80er Jahren Schreckliches abspielte. Über zwei Jahrzehnte lang verging sich Lehrpersonal an den Schülern des Internats. Ein Opfer, das sich im Film wiederkennt, will die Ausstrahlung nun aufhalten. Anwalt Christian Schertz sieht laut Spiegel die Persönlichkeitsrechte seines Mandanten verletzt.

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Christian Huckele, der sein Leiden für die Fankfurter Rundschau aufschrieb und unter einem Pseudonym sogar ein eigenes Buch über die Geschehnisse verfasste, erkennt im ARD-Streifen Parallelen zur Realität, wie sie ihm widerfahren ist. Dass dies am kommenden Mittwoch im Fernsehen zu sehen sein soll, wolle er unterbinden, berichtet das Nachrichtenmagazin Spiegel. Die Persönlichkeitsrechte des Mannes würden „aufs Schwerste“ verletzt, so Medienrechtler Christian Schertz. WDR-Intendant Tom Buhrow soll eine schnelle Lösung herbeiführen. Notfalls wolle sein Mandant auch gerichtliche Schritte gegen die Anstalt einleiten.

Huckele sieht nicht nur Parallelen zur Realität, sondern auch äußerliche Ähnlichkeiten mit seinem alter Ego wieder. So sei der Schauspieler Frank Hoffmann dem damaligen Opfer wie aus dem Gesicht geschnitten und auch das Internatszimmer sei eingerichtet wie seines damals.

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Seitens des WDR heißt es gegenüber dem Spiegel, man habe „ganz bewusst kein biografisches Einzelschicksal“ nachzeichnen wollen. „Der Vorgang“ werde aktuell juristisch geprüft. Neben Huckele will auch sein damaliger Zimmernachbar Till Boße gegen den öffentlich-rechtlichen Sender vorgehen. Er selbst wurde damals kein Opfer des Missbrauchs, wehre sich nun allerdings dagegen, dass er im Film zu einem gemacht worden sei. Laut Spiegel sei die Wahrscheinlichkeit, dass es sich im Film nicht um Boße handele, sehr gering. Denn auch dieser Charakter sei im Film nahezu identisch zum damaligen Schüler.

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Alle Kommentare

  1. Das eine genannte Opfer schreibt selber für die Zeitung und ein Buch. Sieht aber JETZT durch den Filme seine Persönlichkeitsrechte verletzt. ?

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