WDR-Intendant Buhrow wehrt sich gegen Kritik an Ukraine-Berichterstattung

„Geht gegen journalistische Ehre“: WDR-Chef Tom Buhrow wehrt sich gegen Kritik an Ukraine-Berichterstattung
"Geht gegen journalistische Ehre": WDR-Chef Tom Buhrow wehrt sich gegen Kritik an Ukraine-Berichterstattung

Der von dem Online-Magazin Telepolis veröffentlichte Bericht, in dem der ARD Programmbeirat massive Kritik an der Ukraine-Berichterstattung der ARD übt, schlägt im Senderverbund hohe Wellen. Wie Spiegel Online berichtet, hat WDR-Intendant Tom Buhrow im Intranet  seines Senders die Kritik zurückgewiesen und seinen Redaktionen den Rücken gestärkt. Auch in anderen ARD-Anstalten regt sich Unmut.

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Es waren ungewöhnlich harte Worte, die da in einem Resümee eines Programmbeirat-Protokolls standen, das Telepolis veröffentlicht hat. „Einseiting, lückenhaft und voreingenommen“ sei die Berichterstattung der ARD in Sachen Ukraine-Krise gewesen, war da zu lesen. Wesentliche Aspekte des Konflikts seien “nicht oder nur unzureichend beleuchtet” worden, Inhalte seien  “tendenziell gegen Russland und die russischen Positionen” gerichtet gewesen. Wer Autor des von Telepolis veröffentlichten Protokoll-Resümees ist, ist nicht bekannt. Nunheißt es, das veröffentlichte, vierseitige Resümee sei aus dem Zusammenhang gerissen gewesen. Im kompletten Sitzungsprotokoll sei die Kritik an der Ukraine-Berichterstattung „deutlich abwägender formuliert“, so berichtet Spiegel Online.

In der ARD sind sie nun mächtig sauer auf den Programmbeirat und die Durchstecherei. Schon kurz nach der Veröffentlichung meldete sich ARD-Chefredakteur Thomas Baumann zu Wort und wies den „Vorwurf einer einseitigen und tendenziösen Berichterstattung über den Ukraine-Konflikt weise ich energisch zurück.“ Baumann: „Es gab und es gibt zahlreiche Beiträge, Sendungen und Sondersendungen im Ersten Programm, die in der Summe die Lage in der Ukraine und die Ursachen der Krise differenziert und unter verschiedenen Aspekten thematisiert haben und thematisieren.“ Ins gleiche Horn stößt nun WDR-Intendant Tom Buhrow. Im Intranet des Senders schreibt er laut Spiegel Online: „Unsere Kolleginnen und Kollegen leisten exzellente Arbeit.“ Den Vorwurf einseitiger Berichte will Buhrow nicht auf sich sitzen lassen: „Das geht an die journalistische Ehre.“ Andere ARD-Intendanten denken offenbar ähnlich.

Der Programmbeirat hat lediglich eine beratende Funktion. In dem Gremium sitzen Vertreter verschiedener gesellschaftlicher Gruppierungen und Parteien, die in der Regel auch in den Rundfunkräten einzelner ARD-Anstalten Mitglied sind. Aufgabe des neunköpfigen Programmbeirats ist es, dafür zu Sorgen, dass die ARD dem öffentlich-rechtlichen Programmauftrag gerecht wird. Vorsitzender des Programmbeirats ist Paul Siebertz, ein Rechtsanwalt, der vom Bayerischen Rundfunk entsandt wurde.

 

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