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Neue Börsen-Details: Rocket Internet will jetzt doch einen Milliarden-Börsengang

Rocket Internet-Chef Oliver Samwer
Rocket Internet-Chef Oliver Samwer

Die Samwers wollen immer mehr als erwartet: Bislang hieß es, dass Rocket Internet mit seinem Börsengang rund 750 Millionen Euro einnehmen will. Wie das Handelsblatt allerdings nun berichtet gehen die internen Planungen eher von 1,61 Milliarden Euro aus. Die Preisspanne für die bis zu 37,9 Millionen neuen Aktien wurde am Dienstag auf 35,50 bis 42,50 Euro festgesetzt.

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Das Unternehmen wird damit mit bis zu 6,7 Milliarden Euro bewertet. Bissig kommentiert Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart dazu in seinem Morningbriefing: „Damit wäre das Start-up dann mehr wert als die Deutsche Lufthansa. Offenbar muss man heute Verluste schreiben, um die Welt zu beeindrucken.“

Die in mehr als 100 Staaten aktiven Firmen sind im Schnitt erst zwei Jahre alt. Die Palette reicht vom Online-Möbelhändler über Essen-Lieferdienste bis zu Internet-Zahlungsabwicklern. „Wir sind überzeugt, dass Rocket eine einmalige Chance hat, am Wachstum des Internethandels in Schwellenländern teilzuhaben“, erklärte Oliver Samwer.

Doch der Börsengang, der von der Hamburger Berenberg Bank, J.P. Morgan und Morgan Stanley angeführt wird, wirft einige Fragen auf. Verrückt: Bis heute liegt von Rocket Internet kein Börsenprospekt vor, der die bisherige Geschäftsentwicklung dokumentiert bzw. auf Geschäftsrisiken hinweist. Nach Zustimmung der BaFin werde er im Download-Bereich bereitstehen, teilt Rocket Internet auf seiner Webseite zum IPO mit.

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Möglich wird die aufreizende Verschwiegenheit des Internet-Inkubators durch die ungewöhnliche Wahl des Börsenlistings: Nicht wie für ein Unternehmen in der Größenordnung gewöhnlich, im Prime Standard, sondern im Entry Standard will Rocket Internet debütieren.

Der Vorteil für die Samwers: Die lästigen Quartalsberichte, bei denen die Seriengründer die Hosen vor Investoren runterlassen müssten, stehen im Entry Standard ebenso wenig an der Tagesordnung wie Pflicht zur Ad-hoc-Meldung bei kursrelevanten Geschäftsentwicklungen oder Personalien.

Aktionärsschützer können die mangelnde Transparenz der milliardenschweren Börsenkandidaten nicht nachvollziehen. “Das sollte allen Anlegern eine Warnung sein”, erklärte etwa Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) gegenüber Welt Online.

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