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„Geklaute Nackt-Fotos“ von Emma Watson: alles nur ein Marketing-Stunt

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Die Nachricht des Emma-Watson-Nackt-Countdown ging um die ganze Welt. Die Website Emmayouarenext.com drohte damit, zu einem festgelegten Zeitpunkt intime Fotos der Schauspielerin zu veröffentlichen, die im Zuge der gehackten Promi-Nackt-Bilder ebenfalls erbeutet wurden. Wie sich mittlerweile allerdings herausstellte, war die ganze Aktion ein ausgeklügelter Marketing-Stunt einer Social-Media-Agentur, um die umstrittene Web-Plattform 4Chan in Verruf zu bringen. Angeblicher Auftraggeber: eine Gruppe von US-Celebrities.

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Die erste Version dieser – angeblichen – Skandalgeschichte ging so: Die Website Emmayouarenext.com war eine Reaktion auf Watsons Rede zum Thema Gleichberechtigung vor den Vereinten Nationen.  Ein oder mehrere 4Chan-Nutzer haben sich dabei derart über die Aussagen der 24-Jährigen geärgert, dass sie flugs die Droh-Homepage online stellten. Auf ihr war das Gesicht der Schauspielerin zu sehen. Dazu ein Logo von 4Chan plus einer Countdown-Uhr, die fünf Tage abzählte.  Am Samstagmittag 12 Uhr, also High Noon, wäre die Uhr abgelaufen. Diese Version der Geschichte ging um die Welt.

Allerdings blieb die Countdown-Uhr kurz nach dem erreichen der Drei-Tages-Marke stehen. Stattdessen werden die Besucher nun auf Rantic.com umgeleitete. Auf dieser Seite ist nun als erstes in großen Lettern zu lesen: „#Shotdown4chan“. Tatsächlich soll Emmayouarenext.com der Auftakt einer Kampagne gegen 4Chan sein und helfen, dass künftig keine privaten Star-Fotos mehr geleaked werden.

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Die vermeintliche Countdown-Uhr

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Wichtigster Bestandteil der neuen Seite ist jedoch ein offener Brief an den US-Präsidenten Barack Obama. Darin erklärt Rantic, dass man eine Social-Media-Marketing-Agentur sei, die von einer Gruppe von Celebrities beauftragt wurde, die „ekelhaften“ Machenschaften von 4Chan stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken und dass das Internet mehr Zensur benötige.

Ihre Aktion mit der vermeintlichen Erpresser-Seite feiern die Macher als großen Erfolg. So soll Emmayourarenext.com über 48 Millionen mal angeklickt worden sein, sieben Millionen Facebook-Shares und drei Millionen Twitter Mentions eingesammelt haben.

Update (24. September, 21.00 Uhr):
Wie Christian Stöcker von Spiegel Online mittlerweile recherchiert hat, ist Rantic gar keine Marketing-Firma mit namhaften Kunden, „wie auf der Seite vorübergehend behauptet wurde, sondern offenbar nur die elaborierte Schöpfung eines sehr ehrgeizigen Trolls“.

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