Anzeige

(Ge)-LinkedIn – Nepper, Schlepper, Bauernfänger in der Business-Community

Linked-in1.jpg

Das weltweite Business-Netzwerk LinkedIn ist eine Erfolgsgeschichte. Das Netzwerk hat über 277 Mio. Mitglieder in über 200 Ländern und wächst stetig und mit hohem Tempo weiter. Das Unternehmen ist zudem profitabel, machte 2013 einen Netto-Gewinn von 26 Mio. US-Dollar. Mit der Größe wächst aber auch die Attraktivität für lichtscheues Gesindel, wie ein aktuelles Beispiel zeigt.

Anzeige
Anzeige

Überprüfen Sie eigentlich genau, wer mit Ihnen bei LinkedIn so alles vernetzt sein möchte? Kam es nicht auch schon mal vor, dass Sie Anfragen von völlig unbekannten Personen aus Branchen, mit denen Sie noch nie im Leben zu tun hatten, einfach so akzeptiert haben? Man weiß ja nie wofür es gut ist und Kontakte hat man prinzipiell auch nie genug. Ein wesentlicher Teil der Strategie von LinkedIn ist das Wachstum der Mitgliederzahl und der Grad der Vernetzung. LinkedIn macht es Nutzern sehr leicht, sich zu vernetzen. Wer nicht aufpasst und auf ein falsches Icon drückt, kann auch schon mal Kontakt-Anfragen aus versehentlich an seine gesamten E-Mail-Kontakte abschicken.

Was aber ist davon zu halten, wenn man von einer Person wie einem gewissen Zulfiquar Ali Sulaiman, der angeblich bei der FGB Bank in den Vereinigten Arabischen Emiraten arbeitet, eine Kontaktanfrage bekommt? Und wenn dieser Herr Sulaiman einem kurz nach dem Bestätigen der Anfrage eine längliche Nachricht schickt, die einem dann doch seltsam bekannt vorkommt.

Linked-in

Kurz gesagt: Herr Sulaiman sucht jemanden, der rein zufällig genau den eigenen Nachnamen trägt. Ein Kunde seiner Bank, der zufällig genauso hieß wie man selbst, kam nämlich tragischerweise bei einem Erdbeben ums Leben. Dieser bis dato unbekannte Namensvetter hat bei der FGB-Bank das nette Sümmchen von 26,7 Millionen US-Dollar hinterlegt und Herr Sulaiman schlägt jetzt treuherzig vor, man könne doch so tun, als sei man selbst der Erbe – der Name ist ja derselbe – und macht fein Halbe-Halbe bei den Milliönchen. Sonst – so Herr Sulaiman kennerhaft, würden sich doch nur nur seine Bankdirektoren die schönen Millionen selbst einstecken. Dass er einen auf LinkedIn getroffen hat, wo man “zufällig “ denselben Namen hat wie sein verstorbener Kunde … Herr Sulaiman ist sich sicher: “I believe it is the wish of God for me to come across you now.” Allah sei Dank.

Anzeige

Natürlich ist dieses Schreiben eine windige Masche, genauso wie es früher die Mails aus vorzugsweise afrikanischen Ländern waren, in denen irgendwelche Millionen von Geschäftsleuten unter arglosen Mail-Empfängern angeblich verteilt werden sollte. Diese Abzockschreiben wurden bekannt unter dem Schlagwort Nigeria-Connection und waren in derart radebrechendem Englisch abgefasst, dass eigentlich kein Mensch mit einem Funken Verstand darauf hätte hereinfallen dürfen. Das passierte aber doch. Wie der Spiegel damals berichtete wollte einmal sogar ein argloser Kämmerer aus NRW das Stadtsäckel mit den Millionen der Nigeria-Connection auffüllen.

Nun sind die Online-Nepper-Schlepper-Bauernfänger wieder da und haben es sich augenscheinlich bei LinkedIn gemütlich gemacht. Neu an der aktuellen Abzockmasche ist, dass das Englisch fehlerfrei ist und das Anschreiben mit einer personalisiert wirkenden Geschichte (die Namensgleichheit) verknüpft wird. Und: Zulfiquar Ali Sulaiman gibt es wirklich und er arbeitet auch tatsächlich bei der First Gulf Bank (FGB) in Abu Dhabi. Eine Suche bei LinkedIn ergibt allerdings auch, dass dort mindestens vier Sulaimans der FGB Bank unterwegs sind.

Bildschirmfoto 2014-09-23 um 15.04.58

Die Vermutung liegt nahe, dass hier Betrüger im Namen von tatsächlich existierenden Bank-Mitarbeitern unterwegs sind. Dazu passt, dass der falsche Bank-Mann darauf dringt, man möge ihn um Himmelswillen nur unter seiner privaten Mailadresse kontaktieren. Die Abzockversuche der LinkedIn-Connection sind durchaus ausgefeilter als jene der Nigeria-Connection und sie wirken authentischer. So ein bisschen jedenfalls …

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Die Ausschnüffelei an meinen Daten, Mein E- Mail wurde versehentlich einen anderen user zu geschickt. Jobbörse mit Sex- und-Partnerbörse verwechselt. Jobs mit Erfolg beworben,ge schrieben, bekam ich, aber nie einen Job. Als ein Fake pur.Sie kennen auch keine Knigge, Intimsphäre und Menschenwürde ist den Wurscht! Menschen sind Ware.

    Mit freundlichen Grüßen

    Z. Tripoli

  2. Gerade wollte ich diesen Fall, von dem auch ich betroffen bin, bei Linkedin als Betrug melden, da stoße ich auf diese Seite. Ich hatte die harmlos erscheinende Kontaktanfrage angenommen und erhielt wie hier beschrieben auch gleich jene E-Mail. Darauf habe ich nicht geantwortet und stattdessen den Kontakt sofort gelöscht.

  3. Wenn es nur „Next of kin“ wäre, was sich in linke DIN aus dem Bereich 419 Nigeria connection dort rum treibt wäre es ja fast zu einfach. Es gibt haufenweise military / military-Romane scam dort und auch noch diverse andere der gängigen scam Arten sind vertreten, aktuell habe ich von dort noch General Curtis Michael Scaparrotti der seit ca. 1 Jahr sich immer wieder regelmäßig in Erinnerung bringt und seinen angeblichen Bank Manager findet man auf Facebook ohne Probleme – IP von den Mails Ghana, angeblicher Bank Manager auch und passt super zum Facebook Profil mit dem jungen Bübelchen

  4. Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    na, dann schaut euch mal auf XI*G um, wer sich da mit was für dubiosen Postings so alles tummelt. Connections. Kredite. Mal eben 5.000 – 50.000.000 Euro. Kein Problem.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*