Anzeige

„Lobbyjude“ Henryk M. Broder sucht Geld-Paten für Autorenblog „Die Achse des Guten“

Der Publizist Henryk M. Broder

Das von Henryk M. Broder, Dirk Maxeiner und Michael Miersch 2004 gegründete Autoren-Weblog „Die Achse des Guten“ wandelt auf Krautreporter-Pfaden. Zumindest was die Finanzierung angeht. Die Macher des umstrittenen Blogs suchen jetzt mit einer Aktion Paten, die knapp 60 Euro pro Jahr zahlen, damit die „Achse des Guten“ weiter publizieren kann. Dabei kokettieren die Achsen-Macher mit ihrem polarisierenden Image.

Anzeige

Die Seite zur Paten-Kampagne zeigt einige der bekannten Achse-Autoren samt polemischen Schlagworten, mit denen sie schon bedacht wurden. Henryk M. Broder etwa grüßt  als „Lobbyjude“, der Komiker-Physiker Vince Bert schlicht als „Clown“. 5.000 Patenschaften zu je 59,50 Euro pro Jahr wollen die Macher sammeln, damit die „Achse des Guten“ weiter für Leser frei verfügbar publizieren kann. Oder, wie sich die Achsen-Macher ausdrücken: „Mit 59,50 Euro jährlich sorgen Sie dafür, dass wir weiterhin beschimpft werden.“ Die Blog-Macher kokettieren hier mit dem selbst auferlegten Image der Political Incorrectness. Bei der „Achse des Guten“ geht es häufig um Islamismus, Antisemitismus, die globale Erwärmung (die von einigen Achse-Autoren angezweifelt wird) und gesellschaftliche Fragen, die meist in polarisierend-polemischem Stil behandelt werden. Die Macher nehmen für sich in Anspruch, gegen einen wie auch immer gearteten „Mainstream“ anzupublizieren.

Dementsprechend zieht die „Achse des Guten“ auch regelmäßig harsche Kritik auf sich, wird von Einigen als Hort eines rechtskonservativen, blind pro-amerikanischen, neo-liberalen Gedankenguts gesehen. Auch der Hass-Autor  Akif Pirinçci („Deutschland von Sinnen“) war zeitweise regelmäßiger Autor bei der „Achse des Guten“. Wie die Macher schreiben, verzeichne die „Achse des Guten“ mittlerweile über eine Million  unique Visits pro Monat und erfordere einen Arbeitsaufwand, der nicht mehr nebenbei betrieben werden könne. Achse-Mitgründer Miersch: „Wir brauchen mehr Mittel, wollen jedoch unsere Leser weder mit zu viel nerviger Werbung malträtieren, noch eine Bezahlschranke einführen, die viele, gerade jüngere Nutzer, ausschließen würde.“

Von einem Finanzierungsmodell über Anzeigen halten die Macher nichts. Werbekunden würde ihre Publikum auch bei Amazon oder Google finden. „Die brauchen keinen Journalismus. Und schon gar keinen, der polarisiert und für Kontroversen sorgt“, so Broder.

Anzeige