Schirrmacher-Nachfolge: Wunschkandidat Floran Illies wird nicht FAZ-Herausgeber

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Florian Illies geht nicht zurück zur FAZ

Publishing Floran Illies wird nicht der Nachfolger von Frank Schirrmacher als FAZ-Herausgeber. Auf eine Anfrage von MEEDIA antwortete Illies am Donnerstagabend, das Kunst-Auktionshaus Villa Grisebach sei zu seiner "beruflichen Heimat" geworden. Illies war nach MEEDIA-Infos der Wunschkandidat der Frankfurter.

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MEEDIA hatte Mitte Juli über die Suche nach einem Nachfolger für den überraschend verstorbenen FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher berichtet. Illies, der lange bei der FAZ gearbeitet hat, wäre eine Idealbesetzung gewesen. Er kennt die Frankfurter, hatte sich aber bereits vor Jahren schon freigeschwommen.

Für die FAZ hat sich Mit-Herausgeber Günter Nonnenmacher auf die Suche nach einem Nachfolger gemacht. Illies war dem Vernehmen nach sein Wunschkandidat. Der Spiegel nannte den Autoren (u.a. „Generation Golf“, „1913“) Mitte Juli als Favoriten für den Herausgeberposten.

Illies wurde mit 26 Jahren FAZ-Feuilletonist, er war Chef der legendären Berliner Seiten und Ressortleiter des Feuilletons der Sonntagszeitung FAS. Er gründete 2004 das unabhängige Kunstmagazin Monopol, verkaufte es an Ringier und ging als Co-Feuilletonchef zur Zeit. Dann der Ausstieg aus dem aktiven Tagesjournalismus – Illies wurde Geschäftsführender Gesellschafter des Kunst-Auktionshauses Villa Grisebach.

Kurz, aber deutlich äußerte sich Illies nun schriftlich gegenüber MEEDIA: „Es ist sehr ehrenvoll, als Kandidat für das Amt des FAZ-Herausgebers genannt worden zu sein. Aber die Villa Grisebach ist zu meiner beruflichen Heimat geworden.“

Illies‘ Absage in Richtung Frankfurt macht eine interne Nachfolge für den Feuilleton-Herausgeberposten wahrscheinlicher. Als Kandidaten werden noch Felicitas von Lovenberg und Nils Minkmar gehandelt. Beides versierte, profilierte Journalisten. Die Berliner Zeitung ernannte Literaturchefin Lovenberg kürzlich zur Favoritin. Es sei gar eine „Revolution“, würde eine Frau erstmals zur Mit-Herausgeberin ernannt.

Man wird sehen. Illies‘ Entscheidung für die Kunstwelt darf sicher auch als ein Bekenntnis zu seinem Ausstieg aus der Medienbranche interpretiert werden. Keine Frage: Die FAZ steht vor ganz schweren Zeiten, vor wenigen Tagen wurde ein Sparprogramm verkündet. Das Amt des FAZ-Herausgebers wird zwar nach wie vor ausgezeichnet honoriert, aber der Posten ist auch kein Traumjob mehr.

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