Anzeige

Nach Shitstorm: Apple erklärt, wie man das Gratis-U2-Album wieder los wird

U2-Tweets.jpg

Geschenkt war noch zu teuer: Nach einem Shitstorm, der einfach nicht abschwellen wollte, zieht Apple nun die Notbremse und hilft Nutzern, ihr kostenloses U2-Album schnell wieder zu entsorgen. Mit einem Klick hat der Rock-Albtraum ein Ende.

Anzeige
Anzeige

Das hatten sich die Rock-Ikonen von U2 sicher anders vorgestellt. Zehn Jahre, nachdem sie mit Steve Jobs bei der Enthüllung eines eigenen iPods und der Bereitstellung ihres gesamten Backkatalogs Musikgeschichte geschrieben hatten, rückten Bono, The Edge & Co vergangene Woche erneut  in den Fokus einer Apple-Keynote.

Doch der Apple-CEO war ein anderer – und die gealterten Rock-Heroen, die zwar noch Stadien füllen, aber seit fünf Jahren kein Album mehr veröffentlicht, geschweige denn eine Hit-Single platziert hatten, irgendwie auch. Trotzdem war dem Kultkonzern aus Cupertino der verklärte Brückenschlag in die Vergangenheit kolportierte 100 Millionen Dollar wert.

Ungewolltes Geschenk: nur 2 Millionen Downloads des U2 Albums

So hoch war das Budget für einen der seltenen Marketing-Fehlschläge Cupertinos. Denn als Fehlschlag muss man den kostenlosen Push des neuen U2-Albums „Songs of Innocence“ an die 500 Millionen iTunes -Kunden wohl bezeichnen. Auch wenn es für eingefleischte Fans der in die Jahre gekommenen irischen Stadionrocker schwer nachzuvollziehen sein mag: Das Geschenk, das im Einkaufsordner der iTunes-Kunden auftauchte, gefiel nicht jedem.

Tatsächlich schwoll der Shitstorm seit der Keynote vor einer Woche, als Tim Cook und Bono die popkulturelle Allianz mit einer unfreiwillig komischen, E.T.-ähnlichen Geste besiegelten, von Tag zu Tag an. Irgendwann müssen Tim Cook und Phil Schiller eingesehen haben: die 100 Millionen Dollar wären anders sicher besser investiert worden. Zum Erfolg würde das verschenkte U2-Album kaum mehr werden, gerade mal 2 Millionen der 500 Millionen Nutzer hatten bislang von der Download-Option Gebrauch gemacht – es ging tatsächlich nur noch darum, den Schaden irgendwie zu begrenzen.

Anzeige

Schadensbegrenzung: Apple launcht Lösch-Webseite

Und das gelingt am besten mit einem einfachen Button: Löschen, einfach nur weg damit. Die Alleinleitung zur U2-Entsorgung liefert Apple nun in einer speziell anlegten Support-Seite, die in wenigen Worten erklärt, wie Nutzer das Album, das sie gerade erst geschenkt bekommen haben, auch wirklich und endgültig wieder von ihrem iGerät entfernen.  Nur noch ein einziger Klick ist nötig, um die „Songs of Innocence“ wieder loszuwerden.

Schmerzhaft haben Tim Cook und U2 damit erfahren, dass sich die Vergangenheit nicht immer wiederholen lässt. Bono, der selbst Millionen mit dem Facebook-IPO verdiente, aber trotzdem seine Steuern nicht in Dublin, sondern lieber im Steuerparadies Holland zahlt, wird es egal sein: Den dicken Scheck haben die Iren von Apple für die Album-Veröffentlichung natürlich im Vorfeld kassiert.

Da kann man sich schon mal artig vor Tim Cook verbeugen und den Apple-CEO als „Zenmeister“ huldigen, selbst wenn sich U2 die letzte Tour vom damaligen iPhone-Konkurrenten Blackberry sponsern ließen. Frei nach den Minnesängern:  „Wes’ Brot ich ess, des’ Lied ich sing…“

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*