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FAZ zollt sinkenden Erlösen Tribut: Jedes Jahr werden 20 Mio. Euro gespart

FAZ-Geschäftsführer Thomas Lindner
FAZ-Geschäftsführer Thomas Lindner

Der Verlag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat am Dienstag erhebliche Sparmaßnahmen bis 2017 angekündigt. Mehr als 20 Millionen Euro sollen jährlich eingespart werden. 200 von 900 Stellen werden abgebaut. Auch die FAZ, sagt Geschäftsführer Thomas Lindner, müsse den "neuen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Tribut zollen".

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„Wir müssen unsere Strukturkosten der veränderten Erlössituation anpassen, denn wir wollen die FAZ in den kommenden Jahren in eine nachhaltig stabile Wirtschaftlichkeit führen“, so Lindner in einer Mitteilung des Verlags. Der Verlagsmanager trat seinen Posten Ende des vergangenen Jahres an. Geholt hatte ihn der Aufsichtsratsvorsitzende der FAZ, der ehemalige Spiegel-Manager Karl-Dietrich Seikel. Wohl wissend, dass der Verlag Verluste schreibt.

Lindner wusste vermutlich bei seinem Antritt, dass er hart durchgreifen muss. Das Problem: Die FAZ schreibt zwar seit zwei jahren Verluste, aber sie hat über ihre Stiftung noch eine dreistellige Millionensumme als Polster. Doch die Zeitung selbst muss am Ende des Tages operativ profitabel arbeiten, will sie nicht zu einem deutschen Guardian werden (das britische Blatt schreibt ebenfalls hohe Verluste, wird maßgeblich von einem Trust alimentiert).

Lindner seinerseits hatte dann die Berater von Roland Berger in die Hellerhofstraße geholt. Die Analyse „sämtlicher Verlagsstrukturen und Prozesse“ haben nun die kommunizierten Konsequenzen ergeben. Der Verlag baut in den kommenden zwei bis drei Jahren 160 Stellen ab. Auch betriebsbedingte Kündigungen seien möglich. Mit dem Betriebsrat werde verhandelt. 20 Millionen Euro Kosten sollen insgesamt wegfallen.

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Zusätzlich werden in den kommenden jahren „voraussichtlich“ bis zu 40 Stellen eingespart werden. Der Abbau soll über natürliche Fluktuation, Altersteilzeit und sozialverträgliche Regelungen erfolgen. Bei der FAZ, der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und FAZ.net arbeiten knapp 400 festangestellte Redakteure.

Lindner sagte, der Verlag brauche „Bewegungsspielraum zur Entwicklung neuer Produkte und Angebote und damit auch für die Zukunftsstrategie unseres Hauses.“ Man schaffe durch die Einsparungen ein „solides Fundament für den beispielhaften, unabhängigen Journalismus der FAZ“.

 

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Alle Kommentare

  1. Die FAZ muss sich ihre Leserschaft im digitalen Zeitalter über die mobilen Inhalte sichern. Voraussetzung hierfür ist ein nutzerfreundlicher, medialer Auftritt, an dem es bislang fehlt.

  2. Joa, wenn ich in der FAS an drei Sonntagen hintereinander Auto-Artikel von Tom Debus, Tom Grünweg oder wie auch immer er sich nennt, lese, dann frage ich mich schon, was die Herren Schmidt, Appel, Peters und Co. so die ganze Zeit machen.

    Werden nicht die letzten Sparmaßnahmen sein.

    1. Ich beschreibe in meinem neuen Buch „Gekaufte Journalisten“ die Hintergründe der Entwicklung bei der FAZ, wer wo wie von wem geschmiert wurde und geschmiert wird bei der Berichterstattung. Und ich beschreibe es nicht nur in Hinblick auf die FAZ… mit voller Namensnennung… seit einer Woche auf dem Markt. Und noch die ungeschwärzte Auflage…

      http://www.gekaufte-journalisten.de/

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