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„Unangemessen sensationell“: Presserat spricht weitere Rügen gegen Bild aus

Der Presserat kontrolliert die Medien unter ethischen Gesichtspunkten
Der Presserat kontrolliert die Medien unter ethischen Gesichtspunkten

Bereits Mitte der Woche rügte der Presserat unter anderem den Spiegel und den stern für ihre Berichterstattung über das MH17-Unglück. Jetzt sprachen die Medienwächter weitere Rügen aus. Unter anderem traf es die Bild und den Tagesspiegel.

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So wurde die Online- und Print-Ausgabe der Bild für die Geschichte „Das Protokoll eines Messer-Mordes“ gerügt. In ihr zeigte die Redaktion eine Reihe von Bildern, die unter anderem das blutüberströmte, sterbende Opfer zeigen. Zudem wurde der Täter nicht unkenntlich gemacht. Aus Sicht des Beschwerdeausschusses gab es kein öffentliches Interesse daran den „Vorgang des Sterbens in diesem protokollarischen Detailreichtum“ zu schildern. Für den Presserat waren die Artikel „unangemessen sensationell“.

Im Tagesspiegel missfiel dem Presserat die Veröffentlichung eines Original-Papiers, das angeblich aus dem Büro der Vorsitzenden der Partei die Linke stammen sollte. Das Dokument erklärte, wer nach der Bundestagswahl eine Funktion in der neuen Fraktion haben und wer ausscheiden solle. Wie Medienwächter erklären, hatte sich dagegen ein einfacher Mitarbeiter eines Regionalbüros der Partei beschwert, der in dem Papier als „zu schützende Person“ namentlich genannt wurde. „Der Ausschuss war der Ansicht, dass die Veröffentlichung des Namens des Betroffenen seine informationelle Selbstbestimmung verletzt. Weil er kein politisches Mandat ausübt und nicht öffentlich in Erscheinung getreten ist, durfte er nicht genannt werden“, heißt es in der Begründung. Auch sollte die Ziffer 2 des Pressekodexes verletzt worden sein, „weil die Informationen vor der Veröffentlichung nicht mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft wurden“.

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Zudem rügte der Presserat die Zeitschrift L.A. Multimedia wegen eines Verstoßes gegen die Schleichwerberegeln und das Diabetes Journals wegen einer zu undeutlichen Trennung von Redaktion und Werbung. Nicht namentlich genannt wurde eine regionale Tageszeitung, die mehrere Pressemitteilungen unter dem Kürzel eines Redakteurs abedruckt haben soll. Dafür kassierte sie eine Missbilligung.

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