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Verlieren Spiegel TV und Focus TV Sat.1-Sendeplätze?

Steffen Haug, Chefredakteur von Spiegel TV und Mattias Pfeffer, Chefredakteur von Focus TV
Steffen Haug, Chefredakteur von Spiegel TV und Mattias Pfeffer, Chefredakteur von Focus TV

Wirbel um die Drittsendezeiten bei Sat.1: Nachdem das OVG Rheinland-Pfalz die Vergabe der lukrativen Sendeplätze an die DCTP und die Produktionsfirma News and Pictures gekippt hat, droht auch den Reportageformate von Spiegel TV und Focus TV das Aus. Noch für Mittwoch wird eine Entscheidung erwartet.

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Dienstagabend war bekannt geworden, dass die Sendung „Planetopia“ ab sofort nicht mehr ausgestrahlt wird. Am Mittwochmorgen folgte dann der K.o. für die Reportage-Formate von Spiegel TV und Focus TV. Auf MEEDIA-Anfrage nach der Zukunft der Reportagesendugen von Focus TV und Spiegel TV erklärte Sat.1-Sprecherin Diana Schardt: „Wir freuen uns, dass das OVG unserer Rechtsauffassung folgt. Die Drittsendezeitverpflichtung ist damit ab sofort ausgesetzt. Wir setzen diese erfreuliche  Entscheidung nach den Maßgaben des Gerichts sofort um. Daraus resultierende Programmänderungen kommunizieren wir zeitnah.“ Unklar ist zur Zeit, ob die Fensterformate komplett aus dem Programm genommen werden oder eventuell auf einen weniger lukrativen Sendeplatz verlegt werden. Am Mittwoch berieten sich die Sat.1-Verantwortlichen in der Sache, eine Entscheidung könnte noch am Abend bekannt gegeben werden.

Das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz hatte zuvor in einer Pressemitteilung seine Entscheidung in den anhängigen Eilverfahren dargelegt. Danach ist die Vergabe der Sendeplätze durch die Landesmedienzentrale Rheinland-Pfalz für den Zeitraum von 2013 bis 2018 rechtswidrig. Mehr noch: Bereits die Ausschreibung sei „nicht fair und ergebnisoffen erfolgt“. Anders als in den parallel geführten Rechtsvergaben für die Fensterlizenzen bei RTL (u.a. Spiegel TV Magazin und stern TV) hatte im Koblenzer Verfahren mit N24 nicht nur ein unterlegener Mitbewerber, sondern auch der Sender Sat.1 selbst geklagt.

Die unbefristete Aussetzung dürfte die Produktionsfirmen, die sich im Besitz eines über fünf Jahre laufenden Ausstrahlungsvertrags glaubten, empfindlich treffen. Betroffen ist das Mainzer Unternehmen News and Pictures („Planetopia“, „Weck up“) sowie die DCTP von Alexander Kluge („News & Stories“) und Focus TV sowie Spiegel TV (beide teilen sich halbjährlich den Reportage-Sendeplatz bei Sat.1). Das Gericht hatte in seiner Begründung darauf hingewiesen, dass man sich der „existenzbedrohenden Situation für News and Pictures bewusst sei“. Dies sei aber nicht eine Folge des jetzt ergangenen Eilbeschlusses, sondern „die Konsequenz der zuvor getroffenen Entscheidung der Produktionsfirma, die sich in ihrer Geschäftstätigkeit ausschließelich auf die weitere Zuteilung von Drittsendezeiten bei Sat.1 verlassen habe.“

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Da trotz der Hauptverfahren, die sich noch in der ersten Instanz befinden, nicht absehbar ist, ob und wann die Formate auf die Sendeplätze zurückkehren, dürften auch bei Spiegel TV und Focus TV betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen sein. Denn die jetzt im Eilverfahren verfügte „aufschiebende Wirkung“ gilt bis zum Abschluss der Hauptverfahren, die bei Ausschöpfung aller rechtlichen Möglichkeiten noch Jahre dauern können.

Update, 10.09., 14.10 Uhr: Wie aus dem Umfeld von Sat.1 verlautet, hat der Sender in Sachen Spiegel TV Reportage und Focus TV Reportage noch nicht final entschieden. Entsprechende Gespräche würden zur Zeit stattfinden, heißt es. MEEDIA hat die Berichterstattung in diesem Punkt angepasst.

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