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„Apple Watch ist kein Produkt, das ist ein Lifestyle“: Pressestimmen zur neuen Smartwatch

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Bei der Präsentation in Cupertino wurde die Apple Watch mit Standing Ovations gefeiert. Auch in den amerikanischen und deutschen Medien heimst die Uhr Lob in puncto Design und Features ein. Ob sie tatsächlich die nötige Innovationskraft besitzt, um zum "Must-Have" für die breite Masse zu werden, bleibt abzuwarten. Noch sind viele Fragen zur Funktionalität offen. MEEDIA hat die wichtigsten Pressestimmen gesammelt.

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Johan Schloemann, Süddeutsche.de:
„Wer Facebook und Amazon am Handgelenk hat, unterwirft sich noch weiter dem Takt der digitalen Ökonomie und Kommunikation – ganz abgesehen davon, dass neue Fragen der Etikette entstehen, wird doch der ungeduldige Blick auf die Uhr in Gesellschaft von anderen bislang als unhöflich empfunden. Und zugleich rückt die Smartwatch unserer sterblichen Körperlichkeit noch näher zu Leibe, als es die gewöhnliche Armbanduhr schon tat. (…) Die Sorge ums Stehenbleiben verschärft sich beiderseits. In der Gegenbewegung dazu wird, das darf man vermuten, das Geschäft mit teuren mechanischen Uhren weiter erblühen.“ 

Roland Lindner, Faz.net:
„Ob eine Digitaluhr von Apple zum großen Wurf werden kann, ist alles andere als gewiss. Wettbewerber wie Samsung haben schon solche Smartwatches herausgebracht. Die Begeisterung der Verbraucher hält sich aber bisher in Grenzen. Andererseits hat es Apple auch in der Vergangenheit oft geschafft, ganzen Produktkategorien einen entscheidenden Schub zu geben. So war das iPhone nicht das erste Smartphone, und das iPad war nicht der erste Tabletcomputer, aber in beiden Fällen hat Apple mit seinen Produkten die Tür zum Massenmarkt aufgestoßen.“

Sven Stein, Bild.de:
„Bis zum Verkaufsstart der Watch zu Beginn des nächsten Jahres wird Apple wohl noch reichlich Arbeit in die Watch stecken müssen, um aus ihr ein fertiges Produkt zu machen. Aber nach allem, was man jetzt von der Uhr gesehen hat, dürfte sich auch das (letzte) Warten darauf noch lohnen.“

Christian Stöcker, Spiegel-Online.de
„Die Apple-Smartwatch ist weder überraschend noch eine echte Innovation: Diverse Hersteller bieten derartige Geräte mittlerweile an, und mindestens Motorolas Moto 360 kann in Sachen Design durchaus mit Apples Watch mithalten. Durchgesetzt hat sich diese Geräteklasse bislang aber nicht – und das könnte Apple nun trotz allem ändern. (…) Sicher ist, dass Apple bis heute einen Vertrauensvorsprung hat, wenn es um die Einführung neuer Geräte geht. Steve Jobs versprach einst: Wenn wir etwas anfassen, dann machen wir es so, dass die Kunden es lieben werden. Löst die Apple Watch dieses Versprechen ein, dann kann sie einmal mehr einer Gerätekategorie zum Durchbruch verhelfen, bei denen andere die undankbare Vorreiterrolle übernommen haben.“

Marco Engelien, Christian Blum, Computer-Bild:
„Man merkt, dass Apple sich nicht nur für die Technik, sondern auch sehr für die Verpackung interessiert. Was das Design angeht, ist es ein wirklich gelungenes Gerät. Das Gehäuse ist einwandfrei verarbeitet und die Uhr liegt gut auf dem Handgelenk. Leider ist der Schmuck etwas schwer für zierliche Ärmchen, aber wer schön sein will, muss eben leiden. Die digitale Krone, also quasi die Steuerzentrale der Uhr, ist gut durchdacht. Insgesamt ist es Apple gelungen, die Uhr intuitiv zu gestalten und an vieles zu denken, was andere vermissen lassen. Der Touchscreen fügt sich gut ins Konzept und man versteht schnell, warum Apple Funktionen wie das Zoomen ausgelagert hat. Irgendwie erweckt die Apple Watch den Eindruck eines rundum gelungenen Einstiegs in die Welt der Wearables.“

Axel Postinett, Handelsblatt.de:
„Ist das alles genug, um den Hype der alten Zeit wieder anzufachen? Uhrenliebhaber und Apple-Fanboy Om Malik, Gründer des angesehenen Silicon-Valley-Blogs Gigaom hat eine klare Antwort: „Nein“. Das sei das erste Apple-Gerät, „das ich nicht direkt haben muss“, erklärte er auf Bloomberg TV. „Das hat nichts, was mich anspricht“. Vielleicht wird es mit der nächsten Version was, hofft er.
 Optimistischer ist Forrester-Analyst James McQuivey: „Mit Apples Einstieg ist der Markt der Smartwatches fest etabliert. Möchtegern-Konkurrenten sollten die Zeit bis zu ihrem Erscheinen gut nutzen. Sie haben eine Menge Arbeit vor sich. Apple Watch ist kein Produkt, das ist ein Lifestyle.“

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Patrick Beuth, Zeit.de:
„Etwas überraschend setzt das Unternehmen eher auf eine breite Palette von Funktionen als auf ein ungewöhnliches Design. Offensichtlich geht Apple davon aus, dass die Menschen viel Freude daran haben werden, an ihrem Handgelenk herumzuspielen. (…) Äußerlich ist die Apple Watch nicht sonderlich beeindruckend, zumindest nicht aus der Ferne, und den Bildern und Videos nach zu urteilen. Es wird sie in verschiedenen Ausführungen und zwei Größen geben, trotz der abgerundeten Ecken kann man beide Ausführungen klobig finden. (…) Mutig wirkt das Bedienkonzept, denn es setzt voraus, dass die Nutzer viel auf die Uhr schauen und aktiv damit umgehen wollen, statt nur mal kurz einen Blick darauf zu werfen.“

Heise.de
„Und wenn man den des iPhone sowieso braucht, ergibt es wenig Sinn, den Vorgang über die Uhr anzustoßen, außer, dass es vielleicht bequemer ist.“

Farhaad Manjoo, New York Times:
Kolumnist Farhad Manjoo lobt, dass die Apple Watch auf jeden Fall besser gelungen sei als die Smartwatches, die die Konkurrenz bisher auf den Markt gebracht hat. Die Hardware sei beeindruckender und die Software leichter zu bedienen. Außerdem bewundert er das Design: „The device is stunning to look at, with a variety of faces and watchbands that bear more in common with luxury jewelry than with gadgets.“

Edward C. Baig, USA Today:
„Die Zeit wird zeigen, ob sich die Apple Watch zum neuen Must-Have für die breite Masse entwickelt“, schreibt Technik-Kolumnist Baig. Doch sie sei so oder so die schönste Uhr, die er jemals gesehen habe. „Apple has paid more attention to style and aesthetics in its new products than rivals, or at least it often seems so. Such detail work is especially important in something you’re supposed to wear on your wrist“. Baig bemängelt jedoch, dass Apple einige grundlegende Fragen zur Uhr noch nicht beantwortet hat: „Are the lightweight apps inside the device — responding to message notifications or calls, tracking your pulse and other fitness goals — enough for such a watch to go mainstream? What will battery life be like? I also want to see what the display looks like in direct sun.“

Nathan Olivarez-Giles, Wall Street Journal:
Eine ähnliche Position wie Edward C. Baig bezieht Olivarez-Giles vom Wall Street Journal. Auch er lobt das Design und bemängelt, dass einige wichtige Details zur Funktionalität noch nicht angesprochen wurden: „While our reviews won’t come until early 2015, when the watch is set to go on sale, our first look on Tuesday suggests that this is, at the very least, the best looking smartwatch we’ve seen so far. (…)There were a few key details Apple didn’t mention today, such as battery life, water resistance, and how well it holds up in direct sunlight.“

Brian Colello, Morningstar
Brian Colello formuliert seine Zweifel bezüglich der Akkulaufzeit konkreter: „It might be a trade-off with battery life. They didn’t disclose how long it will last. We fear it might be 24 hours; hopefully it’s not much worse than that.“ Doch Colello stellt auch klar: „It puts to rest a lot of the concerns that Apple is no longer innovating.“

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