Felicitas von Lovenberg: Das ist die Frau, die Schirrmachers Nachfolge antreten könnte

Publishing Bislang ist das Herausgebergremium der Frankfurter Allgemeinen Zeitung eine Männerdomäne. Als mögliche Nachfolgerin von Frank Schirrmacher wird seit einiger Zeit auch Felicitas von Lovenberg gehandelt. Wer ist die Frau, die die erste weibliche Herausgeberin der FAZ werden könnte?

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Bis Juni 2014 bildeten fünf Männer das Herausgebergremium der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: Frank Schirrmacher, Berthold Kohler, Holger Steltzner, Günther Nonnenmacher und Werner d’Inka. Anfang des Jahres verkündete Nonnenmacher, dass er Ende Juni in Ruhestand gehen wolle und das Gremium damit auf vier Personen verkleinert werde. Doch nach Schirrmachers plötzlichem Tod blieb er kommissarisch weiterhin im Amt. Zu seinem Auftrag gehört auch, einen Schirrmacher-Nachfolger ausfindig zu machen, einen Nachfolger für den Mann, der unersetzbar ist.

Die möglichen Nachfolger Frank Schirrmachers

Als mögliche Kandidaten für die Nachfolge von Frank Schirrmacher handelte der Spiegel schon vor einigen Wochen den bekannten Autoren und ehemaligen FAZ-Star Florian Illies, FAS-Feuilletonchef Nils Minkmar – und FAZ-Literaturchefin Felicitas von Lovenberg. Nach Angaben der Berliner Zeitung scheinen sich diese Spekulationen nun zu verdichten: Offenbar werden sich die Herausgeber noch in diesem September auf einen Nachfolger einigen, bis zur offiziellen Bekanntgabe kann es allerdings noch dauern. Wenn die finale Entscheidung auf Felicitas von Lovenberg fallen sollte, sei dies, wie die Berliner Zeitung schreibt, „revolutionär“: denn mit von Lovenberg könnte erstmalig eine Frau in das Herausgebergremium berufen werden.

Literaturkritikerin, Buchautorin – und jetzt Herausgeberin?

Wer ist die Frau, die zur ersten weiblichen Herausgeberin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung werden könnte? Eine Frau, die sich der Literatur verschrieben hat: Felicitas von Lovenberg ist vor allem für ihre Kritiken bekannt: 2003 erhielt sie für ihre Arbeit den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik, 2011 den Hildegard-von-Bingen-Preis für Publizistik und 2013 den Julius-Campe-Preis für Kritik.

Ihren Weg zur FAZ fand die heute 40-Jährige im Jahr 1998 nach einem Praktikum bei der Süddeutschen. In Frankfurt war sie zunächst im Kulturessort tätig. Bis 2001 schrieb sie für den Kunstmarkt, danach wechselte sie in das Literaturressort. Seit 2008 leitet sie als erste Literaturchefin der FAZ das Ressort Literatur und Literarisches Leben. Neben ihren Literaturkritiken schrieb von Lovenberg bereits mehrere Bücher: unter anderem erschien 2005 „Verliebe dich oft, verlobe dich selten, heirate nie?“. In diesem Jahr veröffentlichte sie „Und plötzlich war ich zu sechst. Aus dem Leben einer ganz normalen Patchwork-Familie“. Im SWR moderiert sie außerdem seit 2008 regelmäßig die Literatur-Sendung „lesenswert“

Jetzt könnte der nächste Schritt folgen. Felicitas von Lovenberg wird Ende des Jahres aus der Elternzeit zurückkehren – gegebenenfalls mit einer neuen Position.

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Alle Kommentare

  1. ich habe frau lovenberg im literaturhaus münchen erlebt insgesamt ganz o.k.
    a b e r hat sie es wirklich nötig – huch ich bin ja so gebildet – zweimal meint sie philemon und baucis ins gespräch einbringen zu müssen völlig überflüssig – obercool die reaktion von kazuo ishiguro er schaut madam kurz und nur scheinbar irritiert an „well,i am not that well read“ großartig!

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