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Economist liest Google-Phobikern à la Springer die Leviten

Laut The Economist ist Springer CEO Döpfner ein Google-Phobiker
Laut The Economist ist Springer CEO Döpfner ein Google-Phobiker

Der britische Economist hat sich in seiner aktuellen Ausgabe die deutschen Google-Phobiker in Politik und Verlagen zur Brust genommen. Vor allem Axel Springer und dessen CEO Mathias Döpfner werden für ihren Anti-Google Kurs kritisiert. Axel Springer habe in Berlin weitaus größeren Einfluss als jeder amerikanische Mogul in Washington, so der Economist. Statt zu versuchen, Google in eine Zwangsjacke zu stecken, sollte die deutsche Politik lieber bestehende Hindernisse für europäische Startups aus dem Weg räumen.

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Google werde in deutschen Medien gerne als Oktopus mit vielen Tentakeln dargestellt: die berühmt, berüchtigte Datenkrake. Springer-Chef Döpfner habe Google gar mit dem Drachen Fafner aus dem „Ring der Nibelungen verglichen“. Die Kritik, die aus Deutschland an Google geäußert wird, bezeichnet der Economist als „zunehmend hysterisch“. Der Economist schreibt: „Falls Google seine Macht missbraucht, sollte es bestraft werden. (…) Es gibt aber keinen Grund, dass die eher dramatischen Maßnahmen, die deutsche Politiker wollen – dass Google als „systemrelevant“ behandelt wird wie Gas- oder Elektrizitätsnetzwerke oder dass es zerschlagen werden sollte – Konsumenten zugute kämen.“

Es sei auch legitim, so der Economist weiter, sich über Fragen der Privatsphäre Gedanken zu machen. Es sei verständlich, dass ein Land, das unter den Nazis und der Stasi unter staatlicher Überwachung litt, hier besonders empfindlich ist. Aber es sollte auch akzeptiert werden, dass Konsumenten ihre Daten freiwillig herausgeben und dafür auch etwas bekommen. „Und Deutschlands Digital-Phobie rührt nicht nur aus dem kulturellen Gedächtnis, sondern auch daher, dass Firmen wollen, dass der Staat ihre Geschäftsmodelle schützt und Wettbewerber fernhält.“

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Statt die Europäische Kommission zu bearbeiten, Google in die Schranken zu weisen, sollte Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker laut Economist gedrängt werden, einen einheitlichen EU-Wirtschaftsraum für digitale Dienstleistungen zu schaffen. „Regulierungen zuhause abzuschaffen wäre ein besserer Weg, um Deutschlands digitale Zukunft zu sichern, statt Innovatoren von außerhalb schlechtzumachen, nur weil sie groß und amerikanisch sind.“

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