Anzeige

DuMont bestätigt Abbau von zehn Stellen bei der Hamburger Morgenpost

Mopo-Geschäftsführerin Susan Molzow: „Fokussierung auf den Digitalbereich“
Mopo-Geschäftsführerin Susan Molzow: "Fokussierung auf den Digitalbereich"

Noch am Vortag hatte das Medienhaus M. DuMont Schauberg erklärt, es gebe keinen Anlass zu Spekulationen über einen Personalabbau bei der Hamburger Morgenpost. Am Dienstag folgte dann die offizielle Mitteilung: Beim Boulevard-Blatt werden in Redaktion und Anzeigenabteilung zehn Jobs gestrichen.

Anzeige
Anzeige

Damit bestätigte die Mediengruppe mit Sitz in Köln weitgehend einen Bericht des Handelsblatts von Montag, nur verpackt die Verlagsmitteilung die massiven Einschnitte als Zukunftsprogramm. Dort heißt es: „Um die Erfordernisse des sich schnell verändernden Werbemarktes über alle Medienkanäle hinweg optimal bedienen zu können, gründet die Morgenpost Verlag GmbH eine eigenständige Vermarktungsgesellschaft, die innovative Ideen und multimediale Formate entwickelt.“ ‚Und weiter: „Die Fokussierung auf den Digitalbereich führt zu organisatorischen Änderungen im Redaktionsbetrieb und zu einem Verlust von 4,4 Arbeitsplätzen, davon 1,4 Redakteursstellen.“ Weitere 5,8 Vollzeitstellen werden im Rahmen einer Konzernsynergie abgebaut. So soll die Anzeigenverwaltung der „Mopo“ künftig von der MZ Dialog GmbH, einer Tochter des Mitteldeutschen Druck- und Verlagshauses in Halle, erledigt werden.

Die Geschäftsführerin der Hamburger Morgenpost, Susan Molzow, erklärte dazu: „Unsere Werbepartner im Hamburger Markt erwarten 360 Grad-Angebote aus einer Hand, die möglichst alle Kanäle und Mediengattungen abdecken.“ Offen ließ der Verlag, ob wie vom Handelsblatt gemeldet, auch mehrere Betriebsräte im Zuge des Sparprogramms betriebsbedingt gekündigt werden. „Welche Mitarbeiter von Kündigungen betroffen sein werden“, so M. DuMont Schauberg, werde sich nach der Sozialauswahl herausstellen, „wobei sich die Hamburger Morgenpost der besonderen Verpflichtung gegenüber Betriebsräten bewusst ist, die in der betroffenen Abteilung tätig sind.“

Der Betriebsrat der Hamburger Morgenpost wehrt sich in einem Schreiben gegen die der Belegschaft am Morgen verkündeten Maßnahmen. Man gehe davon aus, dass 12 Kündigungen ausgesprochen werden. Das Sparpaket sei „Teil eines konzernweiten Restrukturierungsprogramms“ bei MDS, das bei der Mopo „rücksichtslos“ durchgesetzt würde und führe zur „größten Kündigungswelle seit 1979“, obwohl die Zeitung 2014 auf Kurs sei, Gewinne einzufahren.

Anzeige

Als „ganz peinlich“und eine „gewaltige Blamage“ wertet der Betriebsrat, dass angeblich die Veranstaltung für die 65-Jahr-Feier des Blattes in der kommenden Woche im Hamburger Grand Elysee Hotel kurzfristig abgesagt und alle Gäste wieder ausgeladen worden seien. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es noch nicht. Der Betriebsrat kündigte indes Widerstand gegen den Personalabbau an – wie der aussehen soll, ist nicht bekannt.

Update, 09.09., 15.40 Uhr: Aus dem Umfeld der Hamburger Morgenpost verlautet, die Feier zum 65-jährigen Bestehen werde entgegen den Behauptungen des Betriebsrats wie geplant stattfinden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*