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Projekt „Neo“: NZZ will mit Qualität wachsen – und macht dafür die Zeitung dünner

Veit Dengler, CEO der NZZ-Mediengruppe, will seinen Lesern unabhängig vom Kanal das bieten, was sie wollen.
Veit Dengler, CEO der NZZ-Mediengruppe, will seinen Lesern unabhängig vom Kanal das bieten, was sie wollen.

Die Neue Zürcher Zeitung sich dem digitalen Wandel stellen: Das Konzept "Neo" sieht vor, aktuelle Nachrichten tendenziell Online, Hintergründiges dafür in der Printausgabe zu publizieren. Im Fokus stehe dabei die Konzentration aufs Kerngeschäft: "die Herstellung hochwertiger journalistischer Angebote." Die Print-Ausgabe könnte dabei deutlich dünner werden.

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Laut einem Bericht der Schweiz am Sonntag will die NZZ ihre Printausgabe erheblich ausdünnen. Statt aktueller Nachrichten sollen dort mittelfristig vorrangig hintergründige Geschichten publiziert werden. Aktuelle Nachrichten wiederum sollen über die Online-Präsenz laufen.

Am Samstag erst hatte NZZ-Verwaltungsratschef Etienne Jornod in der NZZ einen Beitrag über die strukturelle Ausrichtung der Zeitung veröffentlicht, ohne aber dabei das Projekt „Neo“ zu nennen. Aufgrund sinkender Werbeerlöse führe kein Weg an der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle vorbei, so Jornod. Während die Publizistik in vielen Medienhäusern zum Beiwerk von rein kommerziellen Aktivitäten verkommt, wolle sich die NZZ-Mediengruppe stärker auf das Kerngeschäft fokussieren: „die Herstellung hochwertiger journalistischer Angebote.“

„Neo“ bedeute aber nicht, dass es Nachrichten nur noch online und Hintergrund nur noch in der Printzeitung geben werden, sagte Veit Dengler, CEO der NZZ-Mediengruppe, gegenüber der Schweizer Sonntagszeitung: „Das Ziel ist, den Kunden – unabhängig vom Kanal – das zu liefern, was sie wollen. Und wir wissen, dass unsere Kunden auf allen NZZ-Kanälen nach Hintergrund suchen.“ Trotzdem zerbreche man sich im Verlag intensiv den Kopf über das Konzept der Zeitung und strebe einen Relaunch an. „Neo“, so Dengler, sei ein offener Prozess, der „unter Einbindung der Mitarbeiter“ und mit Hilfe von Marktforschung stattfinden soll.

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Neben der Konzentration aufs Kerngeschäft, strebt die Mediengruppe stärkere Investitionen in redaktionelle Projekte an, um die digitale Kompetenz auszubauen. Außerdem wolle man, so Jornod, „in verwandte Gebiete mit Bezug zum Kerngeschäft“ investieren – „zum Beispiel in Konferenzen.“ Geplant sei zudem eine Erweiterung des Angebots ins deutschsprachige Europa: Derzeit arbeite das Unternehmen an einem digitalen Projekt für den österreichischen Markt. Auch einen Lokalableger für Deutschland schließt die Mediengruppe nicht aus.

Bei der NZZ ist man überzeugt, dass hochwertiger Journalismus auch in Zeiten des digitalen Wandels lukrativ sein kann. Das Erfolgsrezept der NZZ-Gruppe fasst Jornod wie folgt zusammen: „Wir schaffen hochwertigen publizistischen Inhalt. Wir verbreiten ihn über verschiedene Träger und in verschiedenen Märkten. Wir überlassen die Wahl der Nutzung unseren Kunden. Wir wollen damit erfolgreich sein.“ Dafür gilt es, sich zu beeilen. Denn: „Die in wenigen Tagen publizierten neusten Reichweiten-Daten für die gedruckten Zeitungen zeigen in aller Deutlichkeit, dass wir uns bewegen müssen (…). Wir haben viel Zeit verloren.“

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