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EM-Quali bei RTL: „Viel Klimbim, aber es ist auszuhalten“

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RTL zeigte zum ersten Mal ein Qualifikationsspiel der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft und die Bewertung der Premieren-Leistung fällt fast einhellig aus: Experte Jens Lehmann und Kommentator Marco Hagemann gut, Moderator Florian König überfordert. Kleiner Aufreger. RTL unterbrach das Interview mit Jogi Löw für einen Werbeblock. Von der Bild gab es insgesamt die „Note 4“. Die FAZ sah allerdings einen "peinlicher Fußballabend mit RTL".

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Nach Einschätzung von Frank Lübberdings war Fußball „nur das Beiwerk – eigentlich ging es nur um die Plazierung von Werbebotschaften: Die Übertragung der EM-Qualifikation auf RTL wirkte wie eine Verschwörung der Öffentlich-Rechtlichen, um deren Unersetzbarkeit zu dokumentieren.“

Bei Spiegel Online fragte Frieder Pfeiffer, erst einmal, ob jetzt alles anders sei. Seine Antwort: „Nein“. Es würde noch immer alles sehr dem WM-Duktus von ARD/ZDF ähneln. Gelobt wurde dagegen allerdings RTLs neuer Fußball-Experte Jens Lehmann: „Der ehemalige Nationaltorhüter hatte die Kollegen früher gerne mit seiner Unangepasstheit genervt. Als TV-Experte ist diese Eigenschaft durchaus begrüßenswert. Blieb im ganzen Event-Taumel vor allem nach dem Spiel angenehm sachlich, auch wenn es rhetorisch gerne mal so rumpelte wie in fast vergessenen DFB-Zeiten.“

Die Bild lieferte eine Einzelkritik. Zu Jens Lehmann heißt es, dass er „zu selten zu Wort gekommen wäre“. Aber: „Auch wenn er einmal daneben griff – Lehmann kann’s!“. Nicht so begeistert war man allerdings von seinem Partner Florian König: „Nicht so gut wie in der Formel 1. Wenn es interessant wurde, unterbrach er Lehmann.“ Kommentator Marco Hagemann dagegen führte nach Meinung der Bild „souverän durch das Spiel. Streute interessante Fakten ein, ohne die Zuschauer mit Zahlen zu überfordern. Bei den entscheidenden Szenen schnell und richtig in seiner Einschätzung.“

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RP-Online fasst die Performance von RTL in der Zeile zusammen: „Viel Klimbim, aber es ist auszuhalten“. In dem Text moniert Martin Beils dann: „Die Albernheit, die Runde dauernd auf Englisch als „European Qualifier“ anzupreisen – geschenkt. Und wer das unerträglich lange, langweilige und seichte Vorgeplänkel nicht mag, schaltet demnächst erst beim Anpfiff ein.“

Patrick Krull, Welt: „Es schien, als platze der Sender vor Stolz. Legitim, denn lange war es her, dass es so was gab bei den Privaten.“ Weiter schreibt er: „Aller Anfang ist schwer. Aber etwas lockerer hätte es dann doch sein dürfen. König wirkte verkrampft, Lehmann irritiert, wenn sein Gegenüber ihm wieder mal das Wort mitten im Satz abschnitt. Die Analysen? Ausbaufähig.“

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