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„So wertvoll wie Volkswagen“: ZDF will seine Traditionsmarken „heute“ und Co. modernisieren

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Christian Sievers, Antje Pieper, Ilka Brecht

"Das ZDF hat in den letzten Wochen und Monaten einen großen Generationswechsel vollzogen", findet Peter Frey, der Chefredakteur des Senders. Am Freitag stellte er vier der Hauptakteure und -macher im Sender vor, die Flaggschiffe des ZDF wie "heute", "auslandsjournal", "Frontal 21" und "Wiso" modernisieren sollen. Die journalistischen Eckpfeiler vom Mainzer Lerchenberg sollten "nicht als Denkmäler erstarren".

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Im ZDF-Studio Berlin wiesen am Freitagnachmittag Schilder in die Richtung „Neue Generation“. Unter diesem Label verkauft das ZDF die Verjüngung seiner Moderatorenriege für Sendungen wie „heute“, „auslandsjournal“, „Wiso“ und „Frontal 21“. Neue Generation? Immerhin sind die vier Personen, die am Freitag zum Gespräch baten, alle schon lange beim Sender. Es handele sich um die „Generation der 40-Jährigen“, sagte Peter Frey dann auch.

Christian Sievers („heute“), Antje Pieper („auslandsjournal“), Martin Leutke („Wiso“) und Ilka Brecht (Frontal 21″) stehen vor der Aufgabe, die bekannten Marken des Senders vor allem thematisch zu erneuern. An den journalistischen Grundsätzen solle sich nichts ändern. „Aber ich erwarte auch, dass sie Themen, die die junge Generation für wichtig hält, umsetzen“, sagte Frey. Brecht, Leutke und Piper sind jeweils auch Leiter bzw. stellvertretende Leiter ihrer Redaktionen.

Am kommenden Montag moderiert Christian Sievers erstmals „heute“ um 19 Uhr. Zuvor hatte der langjährige Nahost-Korrespondent bereits als dritter Moderator das „heute-journal“ präsentiert. Dafür hatte ihn das ZDF regelmäßig aus Tel Aviv eingeflogen. Etwa 30 mal im Jahr wird Sievers auch in Zukunft das „heute-journal“ moderieren. Er hat sich zum Ziel gesetzt, in der klassischen Nachrichtensendung „auch mal zu überraschen“. Informationen könnten anders verpackt werden. Mit dem großen Korrespondentennetzwerk könne man viel bewerkstelligen – in einer Zeit, in der andere Medien Korrespondenten eher von ihren Posten abzögen, beispielsweise im Nahen Osten.

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Er „wäre bekloppt“, würde er am „Erfolgssystem“ von „Wiso“ rütteln, sagte Leutke. Aber die Sendung könne weiterentwickelt werden. Inhaltlich könne man durchaus auch mal Regeln brechen, mit Formaten spielen. Es bleibe aber bei dem Grundsatz, Nähe zu den Zuschauern herzustellen und Verbraucherthemen zu finden, die ihnen am Herzen lägen. Vor allem im Hinblick auf jüngere Zuschauer gehe es nicht unbedingt darum, mit schnellen Bildschnitten zu beeindrucken, sagte Ilka Brecht vom Polit- und Recherchemagazin „Frontal 21“. Es gehe eher darum, Themen zu finden, „die jungen Leuten auf dem Magen liegen“.

Die Marken müssten sich optisch und inhaltlich immer ändern, sagte Frey, der zeit entsprechen. Aber sie müssten ihren Markenkernen treu bleiben, schließlich sei eine Sendung wie das „auslandsjournal“ in etwa „so wertvoll wie Lufthansa oder Volkswagen“.

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