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Nazi-Vandalismus bei der Lausitzer Rundschau: „Einschüchterung funktioniert bei uns ganz und gar nicht“

Lokaljournalist René Wappler twitterte am Freitag ein Bild des Vandalismus am Redaktionsgebäude der Lausitzer Zeitung
Lokaljournalist René Wappler twitterte am Freitag ein Bild des Vandalismus am Redaktionsgebäude der Lausitzer Zeitung

Hakenkreuze und antisemitische Sprüche beflecken derzeit Fensterscheiben und Wände der Lausitzer Rundschau in Spremberg. Unbekannte hatten in der Nacht das Redaktionsgebäude sowie Wahlplakate mit rechten Parolen beschmiert. Rechtsextremistisch geprägter Vandalismus ist der Regionalzeitung nicht neu: bereits 2012 war es zu ähnlichen Vorfällen gekommen.

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Einschüchtern lässt sich die Lokalzeitung davon aber nicht. In einer ersten Stellungnahme sagte Chefredakteur Johannes M. Fischer gegenüber der dpa: „Diese Einschüchterung funktioniert bei uns ganz und gar nicht. Wir dulden es absolut nicht zu versuchen, auch nur in irgendeiner Weise die Meinungsfreiheit einzuschränken.“

Es ist nicht das erste Mal, dass Fischers Redaktion mit rechtsextremistischen Angriffen zu kämpfen hat: Bereits 2012 hatten Unbekannte das Gebäude mit rechtsradikalen Parolen besprüht und die Fenster mit Tierblut und Innereien beschmiert. Damals hatte der Lokaljournalist René Wappler über den Aufmarsch vermummter Jung-Nazis vor dem Bismarck-Denkmal im brandenburgischen Spremberg berichtet. Auch damals ließ man sich von den Drohungen nicht unterkriegen. Fischer bot seinem Mitarbeiter zwar die Versetzung in eine andere Redaktion an, Wappler aber berichtete weiter über die rechte Szene seiner Heimat. Für den unermüdlichen Einsatz für die Pressefreiheit bekam der Journalist 2013 den Henri Nannten Preis verliehen.

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Spremberg ist mitunter als Hochburg der Neonazi-Bewegung bekannt. 2012 wurde die Gruppe „Widerstand Südbrandenburg“ verboten, was aber nicht allzu viel an der Situation geändert haben soll. Chefredakteur Fischer betonte aber: „Die Lausitz ist trotz der Übergriffe eine Region mit offenen und toleranten Menschen.“ Laut dpa ermittelt nun der Staatsschutz der Polizei.

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