Anzeige

„Ist auf der Uniform noch Platz für das Logo?“: Wie sich die Hamburger Polizei vor den Red Bull-Werbekarren spannen lässt

deutsche-polizeigewerkschaft-redbull.jpg

Aus Sicht von Red Bull war die Aktion wohl ein voller Erfolg. Via Pressemitteilung informierte die Gewerkschaft der Polizei der Hansestadt (DPoIG), dass vor einer Hausbesetzer-Demonstration „unser Kooperationspartner Red Bull" die Kollegen "versorgt" hätte. "Bevor es 'zur Sache ging' konnten alle eingesetzten Kräfte komplett erreicht und versorgt werden“. Die roten Bullen schafften es in fast alle Hamburger Regionalmedien.

Anzeige
Anzeige

Tatsächlich liest sich die Mitteilung der Gewerkschaft wie ein ungelenkes Werbeschreiben. So heißt es in dem Text, dass zur Auftaktveranstaltung der Squatting-Days, am 26. August die Kolleginnen und Kollegen „in bewährter Form mit heißem Kaffee, Süßigkeiten und Kaltgetränken unseres Kooperationspartners Red Bulll versorgt“ wurden. „Neu von Red Bull im Angebot war die Geschmacksrichtung Red Bull Cola, die von den Kräften – wie auch die anderen Angebote – positiv und dankbar angenommen wurde. Bevor die Einsatzlage sich bekanntermaßen verschärfte und es ‚zur Sache ging‘ konnten alle eingesetzten Kräfte komplett erreicht und versorgt werden.“

Bebildert wurde der Gewerkschaftsbericht mit einen Foto von drei Ordnungshütern, die entspannt eine Dose der Energy-Brause in der Hand halten.

Anzeige

Die Reaktionen auf den Bericht ließen erst etwas auf sich warten, dann kamen sie jedoch umso heftiger. Im Internet löste der Text einige Verwunderung und viel Häme aus. In Blogs wird dagegen bereits die Frage diskutiert, ob die Polizei oder deren Gewerkschaft überhaupt gesponsert werden darf, wobei die DPoIG ja nur von einem „Kooperationspartner“ spricht.

Nach einem Bericht des Norddeutschen Rundfunks ist der Fall nun auf den besten Weg, ein Politikum zu werden. Die ersten Oppositions-Vertreter der Hansestadt äußern sich, die Innenbehörde wurde schon gefragt und auch die Deutsche Polizeigewerkschaft sieht sich zu einer Rechtfertigung gezwungen. Ihr Vorsitzender, Joachim Lenders, teilte auf NDR-Anfrage mit, dass die Kooperation mit Red Bull seit etwa zwei Jahren bestehe. Es gebe jedoch keinerlei schriftliche Vereinbarung. Man erhalte lediglich ab und an eine Palette Getränke geschenkt.

Selbst, wenn die „Kooperation“ juristisch sauber abgelaufen ist, bleibt ein Geschmäckle an den Gewerkschaftlern hängen. Schon jetzt können sich die Polizisten der Hansestadt auf viele dumme Wortspiele, wie „Bullen-Brause“ etc., einstellen. Für Red Bull dagegen hat sich die Zusammenarbeit schon gelohnt. Für ein paar Paletten ihres Energydrinks haben sie jede Menge mediale Aufmerksamkeit erzeugt.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*