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Der VoD-Platzhirsch röhrt: So wappnet sich Maxdome für Netflix

Maxdome-Geschäftsführer Andreas Heyden
Maxdome-Geschäftsführer Andreas Heyden

Netflix naht und die deutsche VoD-Szene verfällt in emsige Geschäftigkeit. In München hat der hiesige Platzhirsch der Video-on-Demand Angebote, die ProSiebenSat.1-Tochter Maxdome, klargestellt, dass sie sich in Sachen Videostreaming nicht die Butter vom Brot nehmen lassen will. Maxdome kommt in den nächsten Tagen mit neuer Optik, neuem Konzept und deutlich erweiterten Inhalten.

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Bei der Optik verabschiedet sich Maxdome vom dem bislang dominanten Schwarzweiß. Zu maskulin. Um auch die holde Weiblichkeit für Video on Demand zu begeistern, wurde tief in den Farbeimer mit der Aufschrift “Petrol” gegriffen. Dazu gibt es runde Punkte, alles ist weicher, weiblicher ohne freilich zu verspielt zu wirken. Unisex ist das Motto.

Gleichzeitig wird Maxdome nun auf drei inhaltliche Säulen gestellt: 1. Das normale Abomodell zu 7,99 Euro inklusive HD. Dies enthält derzeit rund 60.000 Stunden Filme und Serien. 2. Der neu eingeführte Maxdome Store, in dem sehr aktuelle Filme und Serien als Pay per View Inhalt gekauft oder geliehen werden können. 3. Maxdome Live, eine eigene Säule für Live Events wie Sport, Konzerte oder TV-Bergleitungen wie zum Beispiel die 24-Stunden-Bespaßung mit “Promi Big Brother”.

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So schaut Maxdome künftig auf dem PC aus

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Und so auf dem Fernseher

Der neue Claim lautet “Du bestimmst, was läuft.” Um für den Netflix-Start Mitte September auch ja gerüstet zu sein, hat Maxdome Geschäftsführer Andreas Heyden rund 1.000 Stunden neues Programm zugekauft. Darunter auch einige Exklusiv-Inhalte wie etwa die ersten beiden Staffeln der Hirnfresser-Serie “Hannibal”. Klassiker wie “Breaking Bad” oder “Mad Men” gibt es bei Maxdome – wie anderswo – natürlich auch. Sogar die berühmte Netflix-Vorzeigeserie “House of Cards”. Auch bei Maxdome verkniff man sich nicht den üblichen Seitenhieb, dass Netflix das Polit-Drama mit Kevin Spacey in Deutschland erstmal gar nicht zeigen kann – wegen der Rechte.

Bei Maxdome ist “House of Cards” zwar zu haben, allerdings auch “nur” als Kaufserie und nicht im Rahmen des Abo-Modells. Das neue Layout samt Store und Live-Sektion soll kommendes Wochenende online freigeschaltet werden. Die Apps für Smart-TVs, vor allem bei Samsung, werden danach aktualisiert, Apps für Smartphones und Tablets folgen “in Kürze”.

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Man gibt sich selbstbewusst in München. Botschaft: Wir machen VoD in Deutschland schon seit 2008, wir kennen den Markt. Die von Netflix müssen noch lernen, wie der deutsche Zuschauer tickt. Laut einer GfK-Analyse ist Maxdome mit 44% Markanteil derzeit Marktführer. Gefolgt von Amazon Prime Instant Video mit 28%. Bei P7S1 trauen sie dem VoD-Markt offenbar einiges an Wachstum zu. Laut eigenen Untersuchen waren 2013 noch 16% der Deutschen VoD-Nutzer, ein Jahr später schon 31%. Der typische VoD-Nutzer ist nach Erkenntnissen der P7S1-Marktforschung männlich, zwischen 30 und 49 Jahre alt, berufstätig, verfügt über ein überdurchschnittliches Nettoenkommen und lebt im Mehrpersonenhaushalt. Eine prima Zielgruppe also.

Fun-Facts aus dem wunderbaren MaFo-Land: 12% nutzen VoD zum Einschlafen und 34% der Männer schauen VoD auf dem Klo.  “Zusätzliche Nutzungsfenster”, heißt das dann im Fach-Terminus.

Bis zum Jahr 2018 sollen sich die VoD-Umsätze in Deutschland laut Prognosen auf 480 Mio. Euro verdoppeln. Bei Maxdome gehen sie davon aus, dass der Rummel um den Netflix-Start die gesamte Branche beflügelt. Und für die Zukunft bastelten man schon am nächsten großen Ding. 4K, die neue Dimension der Bildschärfe, soll auf jeden Fall auch bei Maxdome kommen. Derzeit gibt es zwar noch so gut wie keine Inhalte, die die neue Super-Bild-Auflösung unterstützen, Maxdome-Chef Heyden ist sich aber sicher, dass sich 4K durchsetzen wird. Noch sei 4K “weit entfernt von einem kommerziellem Modell”, so Heyden. Aber die Leute, die sich damit befassen seien “Opinion Leader” – und die wollen sie bei Maxdome auch bei der Stange halten.

Was harte Zahlen betrifft, ist man bei Maxdome bemerkenswert schweigsam. Maxdome gehört im ProSiebenSat.1-Konzern zum digitalen Gemischtwarenladen Digital & Adjacent. Dort sind neben dem VoD-Angebot auch E-Commerce-Plattformen, Partnerbörsen, Reise-Websites, Musik und Games versammelt. Das Segment wächst durchaus dynamisch: Im 2. Quartal 2014 stieg hier der Umsatz um 32,6% auf 149,2 Mio Euro. An operativem Gewinn erwirtschafteten die Digital-Tätigkeiten der ProSieben-Sat.1-Gruppe 30,8 Mio Euro. Für Maxdome alleine werden aber keine Zahlen herausgerückt.

Ob Maxdome also profitabel ist? Immerhin profitiert der VoD-Dienst davon, zu einem TV-Konzern zu gehören. Rechte werden im Paket gekauft. Wenn ProSieben oder Sat.1 Serien und Filme erwerben, sichern sie sich in der Regel die VoD-Rechte für Maxdome gleich mit. Zudem kann Maxdome auch auf TV-Inhalte wie “Germany’s next Topmodel, “The Voice” oder “Promi Big Brother” problemlos zugreifen. Das sind unbestreitbare Vorteile. Maxdome würde einen erheblichen Beitrag zum Umsatz bei Digital & Adjacent leisten, heißt es im Geschäftsbericht. Der Gewinnbeitrag – sollte es ihn geben – dürfte trotz allem eher schmal ausfallen. VoD ist vorerst immer noch eine Investition in die Zukunft.

Und die Nähe zum TV-Konzern kann langfristig auch nicht nur von Vorteil sein. Denn Maxdome kann nicht ganz so frei am Markt agieren, wie die reine Internetfirma Netflix. Irgendwann muss die – noch – kleine Tochter Maxdome vielleicht Rücksicht auf das TV-Mutterschiff nehmen. Bis es soweit ist, werden aber noch etliche Serienstunden über den Bildschirm flimmern.

Hier noch eine Infografik, die Ergebnisse der Maxdome-Marktforschung aufbereitet:

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Alle Kommentare

  1. Maxdome ist eindeutig hinter amazon prime video zurückgefallen – ich habe seit längerem Beide, und finde sehr viel alten Ramsch bei maxdome. Revenge, Hemlock Grove, Damages usw. Fehlanzeige. Netflix wird sicherlich als US Konzern eher mit Amazon kooperieren, da ist maxdome außen vor.

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