Mega-Sparkurs: G+J bestätigt erste betriebsbedingte Kündigungen

Nur wenige Tage nach Verkündung des Sparprogramms schafft stern-Verlagsgeschäftsführer Frank Stahmer Fakten: 26 stern-Mitarbeiter müssen das Haus verlassen
Nur wenige Tage nach Verkündung des Sparprogramms schafft stern-Verlagsgeschäftsführer Frank Stahmer Fakten: 26 stern-Mitarbeiter müssen das Haus verlassen

Publishing Nur eine Woche nach der Ankündigung des Vorstands, innerhalb der kommenden drei Jahre bis zu 400 Stellen abzubauen, beginnt Gruner + Jahr mit der Umsetzung. Beim Magazin stern werden im Oktober insgesamt 26 Mitarbeiter betriebsbedingt gekündigt, teilte das Medienhaus am Mittwoch auf Anfrage mit.

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Ein G+J-Sprecher bestätigte damit einen Horizont-Bericht vom Vortag, der sich auf Informationen aus Betriebsratskreisen berufen hatte. Die Freisetzung der Mitarbeiter aus den Bereichen Redaktionsmanagement, Bildtechnik, Infografik, Bildredaktion, Außenstern sowie der Redaktion von stern Gesund Leben (die Textredaktion ist hier ausgenommen) erfolgt vor dem Hintergrund eines einschneidenden Sparprogramms, mit dem der Verlag in den kommenden Jahren insgesamt 75 Millionen Euro Kosten abbauen will. Die Arbeit der betroffenen Ressorts des stern wird nach G+J-Angaben zum Teil intern übernommen, teilweise auch an externe Dienstleister übertragen.

Dass der stern den Anfang macht, liegt nach MEEDIA-Informationen daran, dass dort entsprechende Maßnahmen bereits über Monate vorbereitet und somit bereits umsetzungsreif sind. Zum Hintergrund: Bei früheren Sparwellen war der stern meist ausgenommen worden. Der Druck auf den inzwischen demissionierten Chefredakteur Dominik Wichmann und Verlagsgeschäftsführer Frank Stahmer war deswegen hoch. Seit Anfang des Jahres soll zudem ein „stiller“ Abbau von Mitarbeitern vollzogen worden sein, denen Chefredaktion und Verlag individuelle Ausstiegs- bzw. Abfindungsangebote gemacht haben sollen. Freiwerdende Stellen wurden nicht nachbesetzt. Auf diesem Weg seien, so heißt es, bereits eine deutlich zweistellige Zahl von Jobs abgebaut worden.

Der Verlag erklärte, man werde umgehend in Sozialplan-Verhandlungen einsteigen und den „betroffenen Kolleginnen und Kollegen ein faires Angebot unterbreiten“. Die von der (Teil-)Schließung betroffenen Abteilungen würden nicht unmittelbar stillgelegt, stattdessen werde ein „geordneter Übergang in die neuen Strukturen und Arbeitsweisen“ angestrebt. Es ist davon auszugehen, dass in den nächsten Wochen und Monaten auch bei weiteren Titeln wie Brigitte oder GEO Entlassungen vorgenommen werden. In allen Fällen muss allerdings individuell geprüft werden, wie die vorgegebenen Einsparziele erreicht werden können. Kündigungen in den Redaktionen gelten als arbeitsrechtlich problematisch und keineswegs einfach durchsetzbar. Es ist davon auszugehen, dass der Stellenabbau mit erheblichen Einmalkosten verbunden sein.

Gruner + Jahr hatte das massive Kostenprogramm mit der anhaltend rückläufigen Marktentwicklung sowohl im Anzeigenbereich wie auf dem Vertriebssektor begründet.

 

 

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