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Verwirrung im iCloud-Nacktskandal: Die MOZ, die dpa und der „Hacker“ 4chan

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Mit dem Nacktskandal, bei dem die iCloud-Konten mehrerer weiblicher Top-Promis gehackt und etliche Nacktbilder "geleakt" wurden, hat das Web derzeit massiv Gesprächsstoff. Da wollen natürlich auch klassische Medien mitreden - und tappen unbedarft in die Hacker-Falle. Wie nun die Märkische Oder-Zeitung und die dpa.

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Auf der Webseite der MOZ hieß es zunächst zu der Herkunft der Nacktfotos:

„Wie der Unbekannte, der im Netz unter dem Namen „4chan“ auftritt, an die Fotos gelangt ist, steht bislang nicht zweifelsfrei fest. Hackern gelingt es immer wieder, sich Zugang zu fremden Konten zu verschaffen.“

Dabei handelt es sich um eine dpa-Meldung. Weniger später hieß es dann:

„Wie der Unbekannte, der im Netz auf der Site “4chan” auftritt, an die Fotos gelangt ist, steht bislang nicht zweifelsfrei fest.“

Ärgerlich nur, dass sich einmal gedruckte Texte nachträglich nicht mehr korrigieren lassen. Und so gelangte die falsche Formulierung in die gedruckte Märkische Zeitung. Wie der FAZ-Volontär Jonas Jansen herausfand, sind aber auch schon US-Medien über das ach so ominösen Hacker 4chan gestolpert.

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Zur Erklärung: 4chan ist wohl so etwas wie die Anarcho-Urmutter aller Web-Portale. Anonym darf hier jeder fast alles posten. Nicht umsonst gilt 4Chan als die Quelle der Anonymous-Bewegung und ist eine der meistbesuchten Webseiten weltweit. Mit vielen Kategorien, in denen Nutzer vorrangig Bilder posten und miteinander teilen: Selbstgezeichnetes, Frauen, Pornographie, Waffen, Autos. Man merkt schon: Der typische 4Chan-User ist jung und männlich. Weil das sogenannte Imageboard so groß ist, bietet es neben allerlei grenzwertigen Einträgen auch eine Quelle für virale Inhalte. Wie bei Reddit gilt: Was hier heftig diskutiert und geteilt wird, das schwappt auch auf die “normalen” Netzwerke über.

Was war wirklich passiert? Der Hacker bzw. die Hackergruppe, die für den unerlaubten Zugriff auf die Promi-Accounts verantwortlich scheint, brüstete sich auf 4chan mit dem Hack und präsentierte Dutzende Nacktbilder. Von dort aus verteilten sich die Fotos im Web und wurden auch von der internationalen Presse aufgenommen. Besonders viele Nacktfotos kursieren seitdem von Oscar-Preisträgerin und „Hunger Games“-Star Jennifer Lawrence.  Das Management der Schauspielerin bestätigte unterdessen die Authentizität der Aufnahmen.

(via)

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