Mopo-Betriebsrat schlägt Alarm: Stellenabbau in „größerem Umfang“ geplant

Weiterer Stellenabbau bei Du Mont? Laut Betriebsrat ist als nächstes die Hamburger Morgenpost betroffen.
Weiterer Stellenabbau bei Du Mont? Laut Betriebsrat ist als nächstes die Hamburger Morgenpost betroffen.

Die Sanierung im Hause M. DuMont Schauberg (MDS) könnte nun die Hamburger Morgenpost erreichen. Laut einem Informationsschreiben des Betriebsrates plant das Verlagshaus bei der Mopo einen Personalabbau in "größerem Umfang". Es wird zudem spekuliert, bei der Restrukturierung in Hamburg handele es sich um "einen Teil des Gesamtprozesses" bei MDS.

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In dem Schreiben ist von insgesamt zehn Prozent des Personals die Rede, das von dem Abbau betroffen sein könnte. Die Hamburger Morgenpost beschäftigt rund 100 Mitarbeiter. Wie der Betriebsrat schreibt, soll der Anzeigen-Innendienst zukünftig von der MZ Dialog in Halle, einer Tochterfirma von DuMont Schauberg, gesteuert werden. In Halle verlegt MDS auch die Mitteldeutsche Zeitung. Die Mitarbeiter des Anzeigenverkaufs sollen in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert werden. Weiter spekuliert der Betriebsrat, dass Personalangelegenheiten zukünftig in Berlin bearbeitet werden sollen. Dort sitzt die DuMont Personalmanagement GmbH (DPMG). Darüber hinaus plane der Verlag noch weitere Umstrukturierungen wie die Ausgliederung des Rechnungswesens. Man gehe davon aus, dass auch in der Redaktion Personal abgebaut werden soll.

Die Hamburger Morgenpost gehört seit 2009 zum Portfolio der Mediengruppe und ist bisher von MDS-Sparrunden weitgehend verschont geblieben. Christoph Bauer, der Vorstandschef von DuMont Schauberg, habe auf einer Betriebsversammlung am 8. Juli gesprochen. Die Zeitung schreibe seit Ende 2013 rote Zahlen, habe Bauer bei seiner Rede gesagt. Der Betriebsrat gehe dagegen davon aus, dass 2013 wie auch in diesem Jahr ein Gewinn erwirtschaftet werde. Die „notwendige Transformation der zeitung“, heißt es in dem Schreiben, sei „nur mit der kompletten Mannschaft“ möglich.

Seitens MDS heißt es auf Nachfrage von MEEDIA, man überprüfe innerhalb der Mediengruppe „Verlagsprozesse mit dem Ziel, Verbesserungspotenziale organisatorischer Art zu finden“. Dies sei bereits im Frühling angekündigt worden. Weiter werden die Vorwürfe des Betriebsrats aus Hamburg dementiert: „Es gibt bisher kein Ziel für einen Personal- oder Kostenabbau“, so MDS.  „Analysen und erste Ergebnisse sind in den kommenden Wochen zu erwarten und werden erst dann beraten.“ Einschätzungen seitens des Verlages, wie der Betriebsrat zu den Abbauszenarien kommt, wollte MDS gegenüber MEEDIA nicht kommentieren. 

Über die Umstrukturierungen bei DuMont Schauberg hat MEEDIA  bereits mehrfach berichtet. Nach einer Horror-Bilanz für 2012 soll der Abschluss für die kommenden Jahre wieder freundlicher aussehen.

 

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