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Einheitliche Kennzeichnung von Scripted Reality: keine Einigung in Sicht

Sollte es zu keiner Einigung zwischen Landesmedienanstalten und Privatsendern kommen, wird die Angelegenheit durch ein Gesetz geregelt
Sollte es zu keiner Einigung zwischen Landesmedienanstalten und Privatsendern kommen, wird die Angelegenheit durch ein Gesetz geregelt

Am morgigen Dienstag, den 02.September 2014, läuft nach Angaben des Focus die Frist für eine Einigung über die einheitliche Kennzeichnung von Scripted-Reality-Formaten aus. Angeblich sträuben sich die privaten Fernsehsender immer noch gegen eine zentrale Vorgabe der Landesmedienanstalten.

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Die Landesmedienanstalten Hamburg und Schleswig-Holstein haben Anfang des Jahres eine Debatte über eine einheitliche Kennzeichnung für Scripted-Reality-Formate angestoßen. Sie forderten von den privaten Fernsehsendern, Scripted-Reality-Formate als Fiktion zu kennzeichnen. Dadurch soll verhindert werden, dass vor allem Kinder und Jugendliche die erfundenen Geschichten als Realität verstehen. Bislang weigern sich die Privatsender nach Angaben des Nachrichtenmagazins Focus jedoch, diese Hinweise zu vereinheitlichen.

Gegenüber MEEDIA erläuterte der Direktor der Landesmediananstalt Hamburg/Schleswig-Holstein Thomas Fuchs: „Wir fordern von den Privatsendern eine freiwillige Selbstkontrolle. Wenn bis morgen keine Einigung zustande kommt, werden wir einen Gesetzentwurf formulieren.“ Der Hauptstreitpunkt zwischen den Landesmediananstalten und den Sendern ist laut Fuchs die Frage, ob die Kennzeichnung bereits im Vorspann auftauchen muss. „RTL weist schon am Anfang der Sendung darauf hin, dass es sich um Scripted Reality handelt, doch viele andere Sender verzichten darauf und veröffentlichen den Hinweis nur im Abspann – wo ihn kaum jemand sieht.“ Auf die Formulierungen habe man sich laut Fuchs bereits geeinigt, doch auf eine Vereinheitlichung, wozu auch Faktoren wie Schriftgröße und Einblendungsdauer gehören würden,  wolle man sich auf Seiten der Privatsender nicht einlassen.

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RTL war einer der ersten Sender, die Scripted-Reality-Formate deutlich gekennzeichnet haben – auch im Vorspann. Dies ist allerdings vor dem Hintergrund zu sehen, dass die Kölner mit diesem Zugeständnis in erster Linie einer verbindlichen Form der Kennzeichnung durch eine gesetzliche Regelung zuvorkommen wollen. Zu der inhaltlichen Debatte über die einheitliche Kennzeichnung sagte RTL-Sprecherin Anke Eickmeyer gegenüber MEEDIA: „Eine repräsentative FORSA-Umfrage, die wir in Auftrag gegeben haben, zeigt dies: 85% aller Zuschauer in unserer Kernzielgruppe wissen, dass es sich um erfundene Geschichten handelt. 77 % der befragten Zuschauer geben an, dass sie es gut finden, dass in diesen Sendungen unterschiedliche Lebensbereiche gezeigt werden. 61 % der Zuschauer sagen, dass es für sie keine Rolle spielt, ob die Sendungen erfunden sind oder nicht – wichtig ist, dass sie unterhaltsam sind. Wir halten im Gegensatz zu vielen Kritikern dieser Formate unsere Zuschauer für durchaus mündig und begabt, dieses Stilmittel zu erkennen und damit umzugehen.“

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